7.5

MB-Kritik

The Cycle - Die Wiederkehr 2026

Horror, Crime, Thriller – United Kingdom

7.5

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Deborah Ann Woll
Jeffrey Donovan
Gretchen Corbett
Jack Doolan
Will Hochman
Dana Millican
Phillip Andre Botello
Don Keith Opper
Carl W. Crudup
Danika Golombek
Jeb Berrier
David Myers Gregory
Trevor Newlin
Jordyn Allen
Zoran Gvojic
Wade Matthews

Inhalt

​Die Polizei findet zwei brutal zugerichtete Leichen. In der Nähe liegt die bereits halb verweste Leiche eines älteren Mannes, die aber keine Wunden aufweist. Seine Tochter Meg ist die einzige Spur der Cops. Sie muss helfen, das Mysterium seines Verschwindens aufzudecken. Bei ihren Nachforschungen stößt Meg auf ein schreckliches Geheimnis. Nur sie kann weitere entsetzliche Morde stoppen. ​

Kritik

Man kann aus wirtschaftlicher Sicht schon nachvollziehen, warum der deutsche Verleih eines der größten Geheimnisse von The Cycle – Die Wiederkehr direkt auf dem hiesigen DVD-Cover enthüllt. Und nein, damit ist nicht die FSK-16-Freigabe gemeint. Die nutzt der Horrorfilm nämlich bis zum Äußersten aus. Man könnte auch sagen, dass die Freiwillige Selbstkontrolle einen guten Tag hatte. Sei's drum: The Cycle ist ein echter Geheimtipp für Genrefans, der sein Publikum lange im Ungewissen lässt, bevor er im letzten Drittel ordentlich aufdreht.

Im Mittelpunkt steht die Rechtsmedizinerin Meg (Deborah Ann Woll). Was zunächst an Mystery-Thriller wie The Autopsy of Jane Doe oder Longlegs erinnert, entwickelt sich zu einem rätselhaften Horrortrip, der seine Geheimnisse nur nach und nach preisgibt. Das eher ländliche Setting verleiht dem Geschehen dabei eine unterschwellige Folkhorror-Atmosphäre. Regisseur Jordan Downey streut Hinweise, lässt Fragen offen und gibt dem Publikum reichlich Gelegenheit, eigene Vermutungen anzustellen.

Allerdings braucht die Geschichte etwas Zeit, um in Fahrt zu kommen. Gerade im Mittelteil verliert die Handlung gelegentlich an Schwung und wirkt wie ein Umweg auf dem Weg zu den wirklich interessanten Dingen. Wer durchhält, wird jedoch belohnt: Sobald sich die Zusammenhänge offenbaren, zieht The Cycle spürbar an und steuert auf ein Finale zu, das es in sich hat.

Handgemachten Horror für Genre-Fans

Das größte Pfund sind dabei die praktischen Effekte. Die sind schlicht fantastisch. Blut, Speichel und allerlei körperliche Abscheulichkeiten besitzen eine beinahe greifbare Haptik. Hier sieht nichts nach glattgebügelter Computeranimation aus. Wenn Knochen knacken, möchte man instinktiv die eigenen Gliedmaßen überprüfen. Das Ergebnis ist gleichermaßen faszinierend wie abstoßend – und genau deshalb so wirkungsvoll. Downey, der seine Regie-Karriere mit dem No-Budget-Brainrot ThanksKilling begann, versteht es, dem handgemachten Horror Raum zu geben, ohne dessen Wirkung durch hektische Schnitte zu schmälern.

Gerade im Finale zeigt sich, wie viel Liebe zum schaurigen Detail in The Cycle steckt. Die praktischen Effekte von Spezialeffektkünstler Patrick Magee sind kein bloßes Beiwerk, sondern das Herzstück des Films. Man möchte fast meinen, sein Name müsste noch vor den ersten Produktionslogos erscheinen. Das Duo Magee und Downey weiß auf jeden Fall, was es tut, nämlich einen vertrauten Mythos zu nutzen, ohne ihn komplett neu erfinden zu müssen. Obendrauf gibt es auch abseits der blutigen Schauwerte immer wieder einprägsame Bilder.  Nur das Bild auf der deutschen DVD, das hätte man sich wirklich sparen können.

Fazit

Ein echter Geheimtipp: Sobald Patrick Magees handgemachte Effekte loslegen, wird aus dem (in Deutschland nicht ganz so) rätselhaften Thriller ein Fest für Horrorfans.

Autor: Sebastian Groß