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Ausgerechnet Alex Corvis soll seine Freundin Lauren, die er über alles liebt, ermordet haben. Obwohl er bis zum Schluss seine Unschuld beteuert, wird er öffentlich auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Doch seine gemarterte Seele kann keine Ruhe finden, bis er die wahren Schuldigen gefunden und getötet hat: als „The Crow“ begibt er sich auf einen systematischen Rachefeldzug und entdeckt, dass Laurens Schwester Erin Gefahr läuft, Opfer derselben Mörder zu werden. Von der Polizei, die in eine große Verschwörung verwickelt ist, ist in diesem Fall keine Hilfe zu erwarten.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Es ist schon beeindruckend, wie man einem Kultfilm wie Alex Proyas'The Crow gleich drei lieblose Fortsetzungen hinterherschieben und das Budget bei jedem neuen Teil immer weiter kürzen konnte. Kein Wunder, wenn da jeder neue Film mit der Krähe schlechter war als der vorherige. Das gesamte Franchise basiert auf einem bereits in den 80ern veröffentlichten Comic-Roman von James O’Barr. Wie die Fans bereits wissen, wurde die große Liebe des amerikanischen Zeichners O'Barr von einem betrunkenen Autofahrer tödlich verletzt. Der Comicfan und Kunststudent verarbeitete somit viel Trauer, Schmerz und Wut in seinem Debüt-Roman. Harter Stoff, der sich so nur schwer verfilmen ließ.

Die erste Verfilmung mit dem überaus charismatischen Brandon Lee (der während der Dreharbeiten verstarb - RIP!) war innerhalb seiner Genregrenzen trotzdem nahezu perfekt. Bis heute ist das düstere Werk die einzige glaubwürdige Adaption von O’Barrs Vision. Natürlich hatte auch dieser Film mit einigen Problemen zu kämpfen, denn die Macher versuchten die eigentlich simple Vorlage unnötig mit weiteren Handlungssträngen und Kapitalismuskritik aufzublähen und seriöser zu machen, als sie war. Trotzdem: Proyas Werk war ein großer Erfolg und genießt heute zurecht Kultstatus, denn der Film war unheimlich düster, poetisch, emotional und mit einem genialen Soundtrack ausgestattet. Die direkte Fortsetzung (von der Handlung her eher ein Remake) ließ die komplette Poetik außen vor, hatte ein extrem simples Drehbuch zu bieten, war aber immerhin überaus stylisch und konnte ebenfalls mit einer düsteren Stimmung punkten.

The Crow- Tödliche Erlösung, der damals direkt auf Video veröffentlicht wurde, distanzierte sich jedoch vom bewährten Konzept und versuchte eigene Wege zu gehen. Mehr Erdung in einer realistischeren Welt, weniger Comicreliefs. Im Endergebnis wurde Teil 3 der Crow-Reihe nicht von vielen Fans goutiert und selbst O’Barr soll sich die Haare gerauft haben. Im Mittelpunkt steht Alex Corvis (Eric Mabius), der kurz vor seinem 21. Geburtstag auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet wird. Er soll seine Freundin Lauren brutal erstochen haben. Doch die Krähe weiß es besser. Alex ist unschuldig und so wird er von den Toten zurückgeholt um sich an den Mördern zu rächen. Dabei deckt er ein großes Komplett auf, das bis in die höchsten Kreise eines Polizeipräsidiums reicht. 

Selbst für Zuschauer, die die ersten beiden Teile nicht gesehen haben (dies ist keine Voraussetzung), muss die Handlung sehr wirr daherkommen. In der Tat sind die einzelnen Erzählstränge ein großes Durcheinander und wollen weit mehr sein, als der Film letztendlich ist. Was am Ende des Spektakels als Grund für Laurens Ermordung angeführt wird, ist wenig plausibel und wird bei dem einen oder anderen Zuschauer für Kopfschütteln sorgen. Aber der Held muss ja einen Grund haben, weshalb er von den Toten zurückkehren muss.

Eigentlich sollte man löblich erwähnen, dass die Macher bewusst von der Prämisse der ersten beiden Teile abweichen und der Untote dieses Mal nicht nur die Mörder zur Strecke bringt, sondern ein ganzes Komplott aufdeckt und darüber hinaus die Todesstrafe anprangert. Ärgerlicherweise gibt es aber immer wieder unglaubliche Logilöcher, über die man nicht weiter nachdenken sollte. Das fängt zum Beispiel bei Alex‘ Ausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängnis an. Obwohl die Flucht bemerkt wird, scheint es keinen Wärter wirklich zu interessieren. Der Untote wird weder verfolgt, noch weiß die Polizei bis zum letzten Drittel im Film von dem Ausbruch. Dabei spaziert er zu allem Überfluss viele Filmminuten lang mit seinem Gefängnis-Overall durch öffentliche Straßen, ohne erkannt oder registriert zu werden.

Weiter geht es mit diversen Begegnungen, die Alex‘ mit alten Weggefährten. Diese scheinen wenig überrascht zu sein,  dass der auf dem Stuhl hingerichtete vermeintliche Mörder wieder quicklebendig durch die Gegend läuft. Das wirkt von den Autoren oft inkonsistent und somit schlampig geschrieben, der Filmfühlt sich irgendwie unfertig an, zumal  auch einige Dinge passieren, die im absoluten Widerspruch zu den Vorgängerteilen stehen. Die Handlung ist das eine, doch ein großer Kritikpunkt ist zudem, dass es Drehbuchautor Chip Johannessen, nicht wirklich schafft ein echtes Interesse an den Charakteren zu wecken. Vor allem die fortlaufend eingestreuten Rückblenden, die dem Zuschauer Alex‘ Liebe zu Lauren näherbringen und so Mitgefühl erzeugen sollen, lassen einen fürchterlich kalt.

Das liegt aber natürlich nicht nur am Drehbuch, sondern auch an den hölzern agierenden Darstellern. Am ehesten sticht noch Kirsten Dunst (damals 18) heraus, die einige gute Momente hat und zuvor bereits in „Interview mit einem Vampir“  gezeigt hatte, was für eine gute Schauspielerin sie ist. So ist sie aus dem dritten Crow-Teil auch die einzige Darstellerin, die (wenig verwunderlich) auch heute noch Rollen in großen Kinoproduktionen angeboten bekommt. Der damals unbekannte Eric Mabius müht sich redlich ab und kommt insgesamt sympathisch rüber. Jedoch kann er trotz weißer Schminke und Eyeliner keinerlei bedrohliche Präsenz entwickeln und wirkt irgendwie etwas fehlbesetzt. Die teils albernen Dialoge, die ihm das Drehbuch in den Mund legt, tun ihr übriges. Bekanntere Darsteller wie Fred Ward oder William Atherton dürfen die Klischee-Bösewichte geben und bekommen außer einigen peinlichen Dialogen keine wirklich eindringliche Szene spendiert. Wobei der Oberbösewicht bei genauerer Überlegung am Ende einen recht dramatischen Abhang erhält.

Regisseur Bharat Nalluri hätte The Crow – Tödliche Erlösung mit einer eigenen Handschrift noch weit mehr über Durchschnitt heben können, insbesondere was eine kreative Kameraarbeit, atmosphärische Bilder und eine bedrohliche Soundkulisse anbelangt. Aber es gibt keine Handschrift. Und  es gibt nicht eine einzige Szene, in der der dunkle Rächer irgendwie cool wirkt oder einen „Wow“-Effekt beim Zuschauer auslöst.

Trotz aller Kritik geht der Film von Anfang an ein ordentliches Tempo, hat erneut einen rockigen Soundtrack mit einigen Highlights zu bieten (Rob Zombie, Danzig, Filter) und ist handwerklich insgesamt gut inszeniert. Die Effekte sind fast durchgängig handgemacht, nur selten wird auf CGI zurückgegriffen. Darüber hinaus sind auch die Stunts und einige Schießereien recht ansehnlich. Vor allem in Sachen Gore ist dies der härteste aller Crow-Filme. Die Uncut-Version ist in Deutschland nun erstmalig komplett synchronisiert erhältlich. Wobei der mittlerweile gut 16 Jahre alte Film im Vergleich zu heutigen Produktionen total harmlos wirkt und man das Verbot einer ungeschnittenen Version in Deutschland überhaupt nicht mehr nachvollziehen kann. Da hat ein DareDevil (Serie) in jeder Folge mehr Gewaltspitzen zu bieten als The Crow – Tödliche Erlösung.

Fazit

"The Crow - Tödliche Erlösung" ist der dritte Teil des Crow-Franchise. Im Vergleich zu den Vorgängern ist nicht mehr viel vom Gothic-Horrorthriller mit Comic-Atmosphäre übrig geblieben. Darsteller und Dialoge sind austauschbar und die Handlung voller Logiklöcher. Auf der Habenseite stehen gute handgemachte Effekte, ein hohes Tempo sowie ein cooler Soundtrack. Langweilen muss man sich eigentlich nie. Trotzdem hebt sich der Film, selbst in seiner endlich erhältlichen Uncut-Version, nicht wirklich über Durchschnitt.

Autor: André Schiemer

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