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Düsterer Fantasy-Thriller, der vor allem für Furore sorgte, da bei den Dreharbeiten Hauptdarsteller Brandon Lee versehentlich erschossen wurde. Eric Draven (Lee) und seine Verlobte werden in der Nacht vor der Hochzeit von einer Gang kaltblütigst ermordet. Ein Jahr später bringt eine Krähe Draven's Seele zurück und von nun an ist er unsterblich. Er begibt sich auf die Suche nach seinen Mördern.
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Quelle: themoviedb.org

Kritik

„Mordopfer…sind wir das nicht alle?“

Überschattet von einem "Missgeschick" um das sich etliche Mythen ranken, avancierte The Crow – Die Krähe auch aufgrund dessen bereits mit seinem dadurch um ein Jahr verzögerten Kinostart zum Kultfilm, denn eine derartig kuriose Tragödie dürfte (hoffentlich) einzigartig bleiben. Hauptdarsteller Brandon Lee (Showdown in Little Tokyo) - Sohn von Martial-Arts-Legende Bruce Lee (Der Mann mit der Todeskralle) -  wurde kurz vor Drehschluss erschossen. Nicht etwa auf einem Parkplatz, in einer Kneipe oder bei einem Gewaltverbrechen, sondern am Set, während des Drehs. In eine Waffe verirrte sich (?) scharfe Munition (!), wie kann das denn passieren? Von einem dummen Zufall bis hin zu einem gezielten Attentat war alles möglich und zog natürlich langwierige Ermittlungen nach sich, die letztlich zu dem immer noch seltsamen Urteil führten, dass es sich dabei in der Tat um ein Unglück handelte.

Was auch immer sich damals abgespielt hat, ob das Fahrlässigkeit hoch zehn, unglaubliche Dummheit oder doch kein Zufall war, dieser Mythos schwebt bis heute über dem Werk des bis dato relativ unbeschriebenen Regisseurs Alex Proyas (I, Robot), der danach vier Jahre brauchte, um seinen nächsten (und besten) Kinofilm Dark City zu verwirklichen, die Ereignisse setzten ihm nachvollziehbar massiv zu. Der schockierende Tod seines Hauptdarstellers vergönnte dem Film auf makabre Weise einen wahnsinnigen Push, den so wahrscheinlich jeder Beteiligte gegen die Alternative eingetauscht hätte. Brando Lee wurde posthum zur Legende, obwohl er bis dahin nichts vollbrachte hatte, was dies nur ansatzweise rechtfertigen würde. Wobei er nach diesem Film womöglich tatsächlich den entscheidenden Schritt auf der Karriereleiter gemacht hätte, zu präsent und charismatisch präsentiert er sich. Und unabhängig von dem ganzen Spektakel um die Produktion, The Crow – Die Krähe ist nicht nur ein zum Kultfilm hochgejazzter Leichenschmaus, er hätte sich definitiv auch so einen ehrenhaften Stellenwert erarbeitet.

Ein reines B-Movie, das steht außer Frage. Dabei aber wahnsinnig gut gemacht. Das gesamte Szenario ist ein einziger Sündenpfuhl. Willkommen in Crack-City. Gesetz, Moral und Hoffnung sind tot und begraben, Chaos und Gewalt regieren. Gnadenlos überzogen, aber durch die Inszenierung nie als real, sondern leicht abstrakte Kreation dargeboten, deren Comicherkunft unverkennbar ist. Nur so kann das funktionieren, und das tut es, auch weil der Ton seiner Zeit präzise eingefangen wird. Zwischen Gothic-Chic, Film Noir- und Hardboiled-Anleihen und dem morbiden Blues der 90er - der pessimistischen, klagenden Grunge-Romantik - angesiedelt. Alex Proyas erzeugt ein inhaltlich simples, aber sehr atmosphärisches Märchen um Tod, Vergeltung und Liebe, welches allein schon durch seine Stimmung und düsteren Szenenbilder positiv hervorsticht. Ein in endlose und dauerverregnete Nächte getauchter Rachefeldzug eines kurzzeitig aus dem Totenreich auf Freigang geschickten Harlekin, der trotz martialischen Grinsen und bestialischer Wut im Bauch immer eine Träne im Auge und eine Narbe im Herzen hat, den selbst die gnadenlose Vergeltung in der Nacht des Teufels nicht heilen kann.

Der Tod wird durch die unsterbliche Liebe kurzzeitig besiegt. Das ist einerseits traurig, andererseits auf eine merkwürdige Weise schön. So schlicht The Crow – Die Krähe eigentlich gestrickt sein mag, so sehr kann er einen berühren. Eine traurige, schöne, dunkle Geschichte, dessen einfache Botschaft menschlicher und zugänglicher wirkt als bei so manchen „ambitionierten“ Dramen, eben weil er auf Genre-Pfaden an die natürlichsten und intensivsten, menschlichen Emotionen appelliert: Liebe und Hass. Mit vielen interessanten B-Visagen besetzt, mit einem passenden Soundtrack vertont, mit einem angemessenen Härtegrad versehen (was vielen Comicverfilmungen heute stark abgeht) und noch mit dem Interesse, nicht ein möglich breites Publikum anzulocken, sondern ein bestimmtes sehr gezielt zu bedienen. In seiner narrativen Simplizität (eigentlich ist der gesamte Film ein 100 Minuten langer, wenn dafür auch langsamer Showdown) beeindruckt der Film durch seine Detailversessenheit und emotionale, stimmungsvolle Dichte, die weit über dem der oft beliebigen Blockbuster-Comic-Fraß steht, der einem spezielle in den letzten Jahren so in den Trog gekippt wird. Mit Mut zur Tristesse und Pessimismus, aber nicht ohne die Hoffnung auf eine halbes Happy End. Denn tot sind sie alle von Anfang an schon. Manche wissen es halt nur später.

Fazit

Liebe ist leider nicht stärker als der Tod…aber was wäre wenn, und sei es auch nur für eine Nacht? Den Stellenwert von „The Crow - Die Krähe“ nur (oder größtenteils) auf seine tragischen Rahmenbedingungen zu beziehen ist selbstverständlich kompletter Unfug und unfair, auch wenn sie damals fraglos auf morbide Weise „unbezahlbare Werbung“ betrieben. Vielmehr fängt der Film intensiv seinen Zeitgeist ein (das sich Kurt Cobain im Jahr des Kinostarts das Leben nahm passt da auf sonderbare Weise mit hinein), in dem Antihelden und Grundsatz-Negativität  - mit dem Anliegen, dadurch etwas zu bewegen oder wenigstens aufmerksam zu machen - auf einem Höhepunkt waren, der langsam brach. Quasi im Sterben lag. Da wirkt dieses finstere, zur unweigerlichen Grabesrückkehr verfluchte One-Way-Ticket wie der Abgesang einer Pop-Kultur und Generation. Das wirklich ein realer Todesfall dieses besiegeln sollte, ist des Zynismus schon deutlich zu viel, aber dafür kann der Film ja nichts. Hoffentlich…

Autor: Jacko Kunze

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