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Der neue Film der Regisseure Conrad Vernon (Shrek, Madagascar 3 – Flucht durch Europa) und Greg Tiernan (Sausage Party – Es geht um die Wurst) erzählt, wie Morticia und Gomez Addams ihr gruseliges Zuhause fanden. Und natürlich auch von den wahnwitzigen Herausforderungen, wie sie nur pubertierende Kinder wie Wednesday und Pugsley, heraufbeschwören können – insbesondere, weil sie eben ein bisschen anders sind als vermeintlich „normale“ Familien …

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Natürlich haben die Addams eine weitreichende Vergangenheit, aber wirklich international bekannt wurden sie durch die beiden Spielfilme von Men in Black-Regisseur Barry Sonnenfeld aus den Jahren 1991 und 1993. Obwohl diese erfolgreich waren, ließen die Studios die Chance verstreichen die Welt der Addams weiter auf der Leinwand auszubauen, was neben dem tragischen Krebstod von Gomez-Darsteller Raúl Juliá (Kuss der Spinnenfrau) wohl auch an der veränderten Kinolandschaft lag. Filme wie Die Addams Family und Die Addams Family in verrückter Tradition waren nicht mehr gefragt und so kam zwar noch ein dritter Teil, dieser wurde aber fürs Heimkino entwickelt und veröffentlicht und fand dort weder eine große Fangemeinde, noch wirklich positive Rezensionen. 26 Jahre später entstaubt MGM die liebenswerte Schreckensfamilie mit dem Animationsfilm Die Addams Family.

Entstauben passt als Beschreibung durchaus, denn auch wenn Butler Lurch zu Beginn Die Addams Family großzügig Staub im Haus von Gomez, Morticia und Co. verteilt, so versuchen die Sausage Party-Macher und mit teils großer Verbissenheit die Addams modern zu machen. Das zeigt sich in vielen Bereichen des Animationsfilms. Neben typischen popkulturellen Referenzen wirkt vor allem das Charakterdesign an die heutige Zeit angepasst. In Zeiten, in denen Hollywood vergessen hat Freiräume für die Vorstellungskraft der Zuschauer zu lassen, beantworten die Outfits und Accessoires der Addams alle nicht notwendigen Fragen. So hat Tochter Wendsday Zöpfe in Form von Galgenstricke, Sohn Pugsley hat Blumenkohlohren wie ein Ringer und Mutter Morticia sieht mit ihrer übertrieben hochgezogenen Nasenspitze wirklich aus, wie eine wandelnde Leiche.

Durch dieses Design wirken die neuen Addams nicht mehr menschlich, aber genau das war immer die Stärke der Filme sowie aber auch der klassischen Comicstrips und TV-Serie aus den 1960er Jahren. Trotz aller Gruselelemente, trotz allem grotesken Grandezza waren die Addams immer noch als echte Charaktere wahrzunehmen, auch wenn sie am anderen Ende der Normalität lebten und agierten. Der Animationsfilm begnügt sich nun damit sie als Freakshow darzustellen, die mit der Welt der Bürgerlichkeit kollidiert.

Selbstverständlich nutzt der Film diesen Disput, um gegen das Spießbürgertum und Vorurteile zu schießen. Aber dies tut er so brachial und so lautstark, dass einem das Gefühl beschleicht, dass einen der Film für senil hält. Während die freigeistigen Addams sich entfalten können, gehen die Kinder in der naheliegenden Stadt in die Assimilation MiddleSchool. Wir haben verstanden. Auch den jungen Zuschauern wird die Botschaft des Films mit dem Brecheisen eingetrichtert. Leider kann Die Addams Family auch nicht im technischen Bereich überzeugen. Vor allem die Hintergründe wirken meist lieblos, manchmal sogar regelrecht kostengünstig aus dem digitalen Papierkorb entnommen. Mit den Primus-Playern der amerikanischen Animationsbrache kann diese Produktion nicht im entferntesten mithalten.

Fazit

Vollgestopft mit lieblosen popkulturellen Referenzen, mäßig animiert und ohne echtes Verständnis für die Vorlage ist die Neuinterpretation der Familie Addams leider nicht mehr, als der Versuch die ehemals beliebte Sippschaft wieder aus den Nebelschwaden des Damals zu zerren und für heutige Sehgewohnheiten konsumierbar machen. Dabei verabschieden sich allerdings der Charme, das Herz und die Kreativität der Addams. Deswegen folgende Empfehlung für alte Fans und die, die es werden wollen: Schaut lieber die Spielfilme aus den frühen 1990er Jahren.

Autor: Sebastian Groß

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