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In einem grandiosen Mix aus actiongeladenem Street-Movie und coolen Westernmotiven regiert Willem Dafoe als Gang-Boss Raven die Straßen der Stadt. Nicht einmal die Polizei hält ihn auf, als er die Rocksängerin Ellen (Diane Lane) während eines Gigs entführen lässt. Nur Ellens große Liebe, der Ex-Marine Cody (Michael Pare), stellt sich Raven und seiner Gang entgegen, um Ellen zu befreien und Raven zu beweisen, dass er nicht so mächtig ist, wie er glaubt.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Obgleich Walter Hill mit Nur 48 Stunden zuvor das kassenträchtige Urgestein des 80er Buddy-Actionfilms gelegt hatte und sich damit spielend in der A-(Genre)Liga von Hollywood hätte etablieren können, scheint er beim Folgewerk Straßen in Flammen den fast gezielten Schritt zurück zu gehen. Nicht qualitativ, aber ganz sicher konservativ. Glasklar in dem Bewusstsein, dass es seiner Karriere massiv schaden könnte oder er mit diesem Experiment womöglich den endgültigen Durchbruch als allgemein anerkannt-wertvoller, vielleicht wesentlich vielseitigerer Filmemacher erreichen könnte. Am Ende war nichts davon wirklich der Fall. Hill blieb weiterhin eine Marke, durfte über einen bestimmten Zeitraum in seiner Nische recht erfolgreiche, ordentlich finanzierte Filme drehen, aber bis auf Johnny Handsome – Der schöne Johnny ragte davon keiner mit einer besonderen Attitüde heraus. So was wie ein Ausbruchsversuch. Straßen in Flammen ist dieses extravagante Knallbonbon, das Walter Hill von einer zwar einerseits bekannten, aber andererseits so ungewohnt differenten (und gelungenen) Seite zeigt, dass sein Misserfolg mehr als bedauerlich ist.

A Rock & Roll Fable. Another Place, Another Time…

Straßen in Flammen ist ein erfrischender, aber seinerzeit verpönter Koitus der 50er und frühen 80er. Von Musical, Western, Romanze, Actionfilm und alles gerne kreuz und quer, besonders schön ohne sich krampfhaft auf irgendwas davon zu versteifen. Oftmals ist das John Wayne in der West Side Story aus dem Dark Room Für eine Handvoll Dollar. Der verlorene Sohn/Bruder Tom Cody (am Beginn seiner Karriere schon auf deren Höhepunkt: Michael Paré, Assault on Wall Street) einer Comicstrip-haft dargestellten Stadt kehrt zurück, um für Ordnung zu sorgen. Schließlich wurde sein Ex, Pop-Sternchen Ellen (Diane Lane, Rumble Fish) von Raven (Willem Dafoe, Platoon), Leader einer Biker-Gang, entführt. Mitsamt deren neuen, ekelhaft-windigen Weichei-Stecher/Manager Billy Fish (Rick Moranis, Ghostbusters - Die Geisterjäger) und der knallharten Ex-Army-Amazone McCoy (Amy Madigan, Feld der Träume) – der irgendwann leider die Kriege zum Austoben ausgegangen sind -, zieht er in die Schlacht, hinterlässt eine Schneise der Verwüstung und provoziert mit seiner Rettungsaktion einen Kleinkrieg, der sich final nur noch mit einem hammerharten Zweikampf auf Augenhöhe lösen lässt.

-„I’ll be coming for her…and i’ll be coming for you too.“

-„Sure you will, and i’ll be waiting!“

Voller Elan und Verve stürzt sich Walter Hill kopfüber in die Dekonstruktion seiner sonst selbst zu gerne verwendeten Klischees und Stilmittel, erschafft beinah die augenzwinkernde Satire des von ihm immer wieder zelebrierten Männlichkeitsbild. Inhaltlich mag das sehr ähnlich sein. Harte Typen gehen aufeinander los, es wird scharf geschossen und Testosteron tropft aus jeder Pore. Dabei ist Straßen in Flammen doch so was wie ein Märchen. Ein rockiges Männer-Musical vom strahlenden Helden, der es mit dem schwarzen Ritter aufnimmt, um die Punk-Pop-Prinzessin zu retten und nebenbei das gesamte Königreich von dessen Tyrannei zu befreien. Der Antagonist wird von Willem Dafoe als garstiger Kobold mit pomadigem Mittelscheitel und oberkörperfrei in Latex-Latzhose verkörpert, während es zwischen ihm und seinem Widersacher – Michael Paré, zum Anknabbern kernig- latent irgendwie zu funken scheint. Homoerotische Subtexte werden galant durch die Blume angedeutet, am Ende ist es vielleicht verschmähter Begierde zu verdanken, dass bis zum Tode gekämpft werden muss. Diane Lane ist nur die vorgeschobene Trophäe.

It’s a Man’s World, durch und durch – aber mit einem androgynen Unterton. So sehr, dass die burschikose Amy Madigan der härteste Hund im Film ist. Nie gab es bei Hill eine taffere Frau. Dieses umgekehrte, gerne völlig übertrieben dargestellte Rollendenken, diese gesamten Widersprüche zum sonstigen Universum seines Regisseurs machen ihn gerade so einzigartig und selbstreflektiert-ironisch. Dazu dieses Crossover aus 50er-Retro-Ambiente und MTV-Clip-Ästhetik, nicht nur begleitet, sondern auch erzählt durch Ry Cooder’s coole Mischung aus Rock & Roll, Hardrock, Synthie-Pop & Country. Ein wilder, anachronistischer Ritt in eine räudig-durchgestylte Parallelwelt.

Fazit

Eine mit Unrecht oftmals belächelte Perle. Wirken die meisten Filme von Walter Hill doch wie aus einem (oftmals guten) Guss, sticht „Straßen in Flammen“ deutlich hervor. Setzt seine ganz individuell Wegmarkierung auf dem Karrierepfad seines Regisseurs; begeistert mit seiner liebevollen, verspielten Umsetzung und seinem selbstironischen Tonfall. Ein wahres Fest, diese Rock-Oper für echte Männer – die sich und ihre Männlichkeit dann doch nicht ganz so bierernst nehmen, wie es in der Regel propagiert wird. Sehr schön.

Autor: Jacko Kunze

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