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Quelle: themoviedb.org
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Inhalt

Ein visuell atemberaubender IMAX-Film über die stärksten Tornados und Hurrikane der Welt – aus der Perspektive eines Fotografen, dessen Leben selbst in Gefahr ist. Ein ergreifendes Erlebnis mit einer unerwarteten Liebesgeschichte im Zentrum.

Kritik

Die Vergänglichkeit der menschlichen Existenz angesichts meteorologischer Naturgewalten wird zur paradoxen Psychotherapie in Miko Lims visuell überwältigender Kombination von Natur-Reportage und Schicksalsstory. Zweite wird gerade durch die optische Eindruckskraft des dokumentarischen Debüts, das parallel auf SXSW und CPH:DOX Welt- und Europapremiere feiert, zum biographischen Ballast wird. Jene konstruierte Korrelation von Todesnähe und Todesmut wird indes hinweggefegt, wenn in der IMAX-Produktion der nächste Tornado herandonnert. Die Jagd auf die Wirbelstürme ist die Passion des US-amerikanischen Storm Chasers Jeff Gammons.

Er findet ein emotionales Equilibrium in der Konfrontation extremer Wetterbedingungen, deren Verheerung in eigenwilligem Kontrast zu ihrer mythischen Faszination steht. Der Regisseur begleitet Gammons und seine Frau Sara durch eine intensive Sturm-Saison, in der für sie auch privat düstere Wolken heraufziehen. Vor vierzehn Jahren überwand Jeff dank eines Nierentransplantats eine schwere Krankheit. Mit der Nachricht, dass er dringend ein zweites Transplantat braucht, beginnt der vermeintlich abgeschlossene Kampf für ihn erneut. Eine weitere Analogie zu diesem Grenzzustand liefert der die Tornados verstärkende Klimawandel. 

Lims Erfahrung in der Werbebranche wird zum ambivalenten Einfluss auf die apokalyptischen Szenen, die wie ein Eröffnungstext verbindet, ohne Special Effects entstanden. Der verdunkelte Himmel wird zur bedrohlichen Bühne der gewaltigen Windspiralen, die sich gestochen scharf und in fast greifbarer Nähe auftürmen. Colin Stetsons pompöser Score aus orchestralen Klängen und Rock gibt dem visuellen Spektakel eine protzige Aura martialischer Männlichkeit. Diese inszenatorischen Klischees von Adrenalin-Kicks, Todesverachtung und physischer Robustheit konterkarieren die Erhabenheit der Wetterphänomene mit ihrer Implikation archaischer Aggression und viriler Überlegenheit.

Fazit

Mit Macho-Melodramatik und stilistischen Stereotypen romantisierter Gefahrensuche verwässert Miko Lim die immersive Schönheit der majestätischen Naturaufnahmen. Gesundheitliche Beeinträchtigung erscheint als Hindernis, das es mit körperlicher Härte und kämpferischer Entschlossenheit zu überwinden gilt. Trotz ihrer realen Fundierung wirkt die Paarbeziehung so aufgesetzt wie die emotionale Auseinandersetzung mit dem eigenen Ende durch unterschiedliche Naturmächte. Vor diesem Hintergrund wird selbst die Klimakatastrophe zu einer weiteren Mutprobe, der es unerschrocken entgegenzutreten gilt. Wo Zerstörungspotenzial ist, wartet auch Euphorie suggeriert die ambivalente Lektion in ästhetisierter Katastrophen-Kommerzialisierung. 

Kritik: Lida Bach

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