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Die attraktive Rosemary Barton stirbt während des Dinners mit ihrem Ehemann George und einigen Verwandten und Freunden. Todesursache: Gift! Zunächst sieht es nach Selbstmord aus. Ihr Ehemann beginnt daran zu zweifeln, als er eine Nachricht erhält, in der behauptet wird, dass es Mord war. George will den Mörder überführen, indem er die gleiche Dinnerparty noch einmal gibt. Doch auch er stirbt dabei. Das ruft Tony Browne, einen Privatdetektiv, auf den Plan ...

Kritik

Die Verfilmungen der Romane von Agatha Christie (Das krumme Haus), die in  den 80er-Jahren erschienen,  gehören sicherlich zu den schwächeren, was sich auch auf die Werkauswahl zurückführen lässt, denn Christie hat in ihrer Fülle an Romanen den einen oder anderen Lückenbüßer zu verbuchen. Auch Zwei Leichen beim Souper, der auf dem Roman "Blausäure" beruht und die Handlung in die Gegenwart verlegt, ist nicht mehr als ein konventionell vorgetragener Fernsehkrimi, auf den man getrost verzichten kann. Dabei beginnt der später unübersichtlich erzählte Film erstmal vielversprechend: Es wird sich Zeit genommen, die Hauptcharaktere und deren Beziehungen zu einander einzuführen, um mögliche Motive vorzubringen, die später bedeutsam werden könnten, die Fundamente für interessante Charakterentwicklungen bieten, die nach dem eigentlichen Mord aber kaum noch fokussiert behandelt werden. 

Die eigentliche Tat spielt sich während eines Dinners ab, bei dem Rosemary Barton (Christine Belford, Hart aber herzlich) in Folge einer Vergiftung mit Zyankali stirbt. Nachdem ein vermuteter Selbstmord ausgeschlossen wird, rekonstruiert ihr Ehemann das Abendmahl, bei dem er selbst ums Leben kommt. Der Privatdetektiv Tony Bowne (Anthony Andrews, Birdsong), den Christie auch schon in der Buchvorlage statt Poirot einsetzte,  soll den Fall lösen, verliebt sich dabei jedoch in eine der Angehörigen. Der folgende Verlauf erweist sich als langweilig, in Teilen vorhersehbar und wahnsinnig innovationslos. Konnten andere zeitnahe Adaptionen der Krimi-Legende wie Mord auf hoher See ihre schwächelnde Erzählung wenigstens durch Komik und trashige Einlagen mal gewollt und mal ungewollt auflockern, fehlt es Zwei Leichen am Souper an jeglicher Besonderheit und Willen, die Motivationen der Charaktere ordentlich zu skizzieren und hinter ihnen etwas zu erkennen. 

Dabei wird der Film zunehmend unübersichtlicher und bindet seine Zuschauer nicht an die Protagonisten, wodurch sowohl die Auflösung des reinen Whodunit-Plots, als auch die dargebotene Liebesbeziehung austauschbar bleiben. Regisseur Robert Michael Lewis (The Crying Child) gelingt es nicht, der Handlung etwas anderes abzugewinnen als die konventionellsten Krimi-Elemente, was sich auch ästhetisch bemerkbar macht. In der Tradition alter Fernsehkrimis fängt er die Gesichter der Verdächtigen in Großaufnahmen ein, verwendet eher wirr eingefügte Rückblicke und kulminiert in einer großen Auflösung, die Wehmutstropfen der Erinnerung an Filme wie Mord im Orient Express und Tod auf dem Nil hinterlassen. 

Fazit

"Zwei leichen zum Souper" ist seichte Fernseh-Kost, die heute zurecht kaum jemanden ein Begriff ist. Der Film ist über weite Strecken uninteressant, konventionell umgesetzt und hat nie den Willen eine Geschichte zu erzählen, die über einen reinen Whodunit-Plot hinausläuft. So kratzt er stets an der Oberfläche, entwickelt seine Charaktere kaum und sucht hinter ihren Motiven keine Ursachen. 

Autor: Maximilian Knade

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