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Die Amerikanerin Anne Beddingfeld beobachtet am Flughafen von Kairo, wie ein Mann von einem Auto überfahren wird. Ein Mann in braunem Anzug gibt sich als Arzt aus. Aber anstatt dem Unfallopfer wirklich zu helfen, verfolgt er offensichtlich andere Absichten. Er interessiert sich ausschließlich für eine Nachricht, die der Überfahrene bei sich hat. Als Anne herausfindet, dass es sich dabei um eine Einladung zu einem Geheimtreffen auf hoher See handelt, begibt sie sich selbst auf Verbrecherjagd.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Auf den Titel "The Man in the Brown Suit" hört der vierte Kriminalroman der Erfolgsautorin Agatha Christie (Mord im Orient Express), der ganz ohne die Kultfiguren Miss Marple und Hercule Poirot auskommt. Das bei den Kritikern eher umstrittene Buch gehört zu ihren unbekannteren Werken, weshalb es hier wohl auch nur für eine Fernsehverfilmung gereicht hat. Mord auf hoher See (ein denkbar unpassender und unorigineller deutscher Titel) ordnet die Ereignisse des Romanes neu an und versetzt die Handlung unnötigerweise in die 80er-Jahre. Solche grundlosen Entscheidungen erscheinen charakteristisch für diesen wahllos anmutenden Film, der zu keinem Zeitpunkt eine Präsenz ausstrahlt, nur so vor sich hinplätschert und zurecht mehr oder weniger in der Versenkung verschwunden ist. 

Regisseur Alan Grint (The Secret Garden) hat einen Fernsehkrimi inszeniert, der kaum mehr als einen Whodunit-Plot bietet, der sich kurzweilig anfühlt, bei dem man aber auch beruhigt mal fünf Minuten den Raum verlassen könnte, ohne das Gefühl zu haben, man hätte etwas verpasst. Die Geschichte bietet wenig Hintergründe und bleibt bei einem austauschbaren Krimi-Plot: An einem Flughafen beobachtete Anne (Stephanie Zimbalist, Caroline?) wie jemand überfahren wird, dem Opfer eilt ein Mann im braunen Anzug zur Hilfe, der sich als Doktor ausgibt. Schnell bemerkt sie, dass der vermeintliche Arzt dem Überfahrenen eine Nachricht entwendet hat. Im Folgenden begibt sie sich auf die Suche nach dem Mann im braunen Anzug, was sie letztlich auf eine Schiffreise führt, auf der sie nicht nur einem Mordversuch knapp entrinnen kann, sondern auch ihr Herz an einen Passagier verliert. Streckenweise charmant erzählt, aber dauerhaft uninteressant,  bleibt Mord auf hoher See eine der schwächeren Adaptionen der Werke Christies

Hauptursache dafür stellt das arg provisorisch ausfallende Drehbuch dar, das seinen Charakteren kaum Tiefe verleiht und sie mit plakativen Eigenschaften ausstattet. Nimmt sich der Film zu Beginn noch relativ ernst und kommt schwierig in Fahrt, lockert er seine Haltung in der zweiten Hälfte immerhin durch ein paar selbstreferentielle Witzeleien auf. Gepaart mit ein paar prominenten Gesichtern, den überzeichneten visuellen Übergängen zwischen den Szenen und einem ganz eigenen trashigen Charme macht das die Sichtung zwar etwas attraktiver, verhilft dem Film jedoch kaum zu höherer Qualität. Da jedoch ein gewisser erzählerischer Standard gehalten wird, man nie in die Lächerlichkeit abdriftet und die lockere Haltung Kurzweiligkeit garantiert, reicht es noch für einen Lückenfüller im Fernsehprogramm, der seine Erzählung angemessen vorträgt und den man sorglos laufen lassen kann, wenn man denn möchte.

Fazit

"Mord auf hoher See" ist eine der schwächeren Adaptionen der Agatha Christie-Romane. Mit einem reinen Whodunit-Plot plätschert der Film so vor sich hin und kann den Zuschauer weder an seine Charaktere noch an deren Motivationen binden. Durch seine lockere Haltung, ein paar Witzeleien und erzählerischen Standards kann das semi-trashige Fernsehfilmchen immerhin mit Kurzweiligkeit punkten und kann damit bedenkenlos angesehen werden. Eine wirkliche Empfehlung kann man jedoch keinesfalls aussprechen. 

Autor: Maximilian Knade

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