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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Zum 40. Hochzeitstag ihrer Eltern haben die vier Töchter von Claude und Marie Verneuil beschlossen, eine große Überraschungsparty im Haus der Familie in Chinon zu veranstalten. Zu dieser Gelegenheit laden sie die Eltern ihrer Ehemänner für einige Tage ein. So müssen Claude und Marie die Eltern von Rachid, David, Chao und Charles unter ihrem Dach begrüßen, wodurch die Party sich schnell turbulent entwickelt.

Kritik

In ihren seltensten, besten Momenten verarbeitet die Monsieur Claude-Reihe das Unbehagen einer alten Mittel- und Oberschicht, die sich nicht in der Lage sieht, dem kulturellen Wandel zu folgen. Die dort artikulierte Selbstironie birgt ein Potential, sich in der eigenen Situation verstanden zu fühlen, sich gleichzeitig in seiner Unreife enttarnt zu wissen. Stattdessen verfolgt die Reihe weitestgehend Klischees und konstruiert Plots, die Integration nicht auf tatsächliche Anerkennung, sondern auf Funktionsweisen konservativer Institutionen wie der Ehe aufbauen lässt. Den Partner der eigenen Tochter muss man schließlich irgendwie dulden. Monsieur Claude und sein großes Fest stellt diesbezüglich keinen Bruch dar, sondern treibt das Trauerspiel noch weiter fort. 

Nach zwei Spielfilmen könnte man annehmen, dass sich Claude (Christian Clavier, Nur eine Stunde Ruhe) mittlerweile an seine Schwiegersöhne gewöhnt hat. Das Gegenteil ist der Fall. Der Film beginnt mit einer Szene, in der er sich nach einem ruhigen Plätzchen in der Stadt sehnt, doch immer wieder seine Söhne antrifft. Sie sind überall! Gesteigert wird dieser Ausschnitt von Angstphantasien noch von einer späteren Gehässigkeit, wenn Claude darauf hofft, dass die Ehe einer seiner Töchter zu Bruch geht. Auch wenn der Film dies nicht ohne Erwiderung stehen lässt, zeigt sich doch, dass man keinerlei Charakterentwicklung zu erwarten hat und die Reihe sich von den gleichen Konstellationen nährt, die schon Antrieb für den ersten Film waren. Dass die Eltern der Schwiegersöhne diesmal Claudes Anwesen besuchen scheint der letzte Ausweg, um um diese noch einen halbwegs sinnvollen Plot zu spinnen. 

Eine wirkliche Neuerung kann auch Helmut (Jochen Hägele, Virtual Revolution) nicht darstellen. Ein Deutscher, in dem Claude anfangs einen Hoffnungsträger ausmacht. Er schätzt die europäische Hochkultur noch, wie Claude selbst, der durch die schlechten Verkaufszahlen seines Buches sichtlich verletzt ist. Seine Figur und subkulturelle Konfliktlinien, die weiterhin verstärkt werden, sollen einen Rahmen eröffnen, in dem alle über die Klischees aller lachen können. Dieses Feiern des Klischees, ohne dabei vom Fleck zu kommen, ermüdet auf Dauer. Die Prüderie, mit der sich der Film ins Fäustchen kichert, bleibt am Ende stets an der Spießbürgerlichkeit seines Protagonisten haften. 

Die Pointen, denen sich Zuschauende dabei zu stellen haben, fallen dürftig aus und schaffen es bei der Menge an Charakteren nicht mehr,  für die meisten einen eigenen funktionierenden "Witz" zu schaffen. Das war zumindest eine amüsante Stärke der vorigen Filme und verlieh den neu eingeführten Charakteren grobe Konturen. Diesmal bleiben die meisten von ihnen fade am Rande zurück. Generell bleiben die Pointen beim alten Muster: neben der Rekapitulation bekannter Klischees erscheinen sie als Verwechslungsspielereien, Gegenüberstellungen synchron verlaufender Szenarien, Fortführungen charakterspezifischer Gags - allesamt Handgriffe des ABCs konventioneller Komödien, in angestaubter Form präsentiert. Am Ende war alles liebevoll gemeint, die Familie, die 90 Minuten am Stück dekonstruiert wurde, bleibt bestehen, weil man das in Familien eben so macht.

Fazit

"Monsieur Claude und sein großes Fest" fügt der Reihe nichts Innovatives hinzu, setzt stattdessen erneut auf das billige Spiel mit Klischees und angestaubten Erzählmustern. Es herrscht Stillstand: Wieder begegnen wir den gleichen Charakteren mit den gleichen Konflikten. Wieder begegnen wir dem zynischen Blick, der Integration und Nächstenliebe erst in der Institutionalisierung erkennt, der auch den dritten Teil in seiner traurigen Redundanz auszeichnet. 

Autor: Maximilian Knade

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