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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Bear arbeitet gemeinsam mit seinem besten Kumpel Ian in einem Musikgeschäft. Schon seit Jahren ist er hoffnungslos in die schöne Nikki verliebt, hat bislang aber nie den Mut aufgebracht, ihr dies zu gestehen. Nachdem seine Katze gestorben ist, besucht Bear auf der Suche nach einem Geschenk einen Kuriositätenladen und entdeckt dort ein altes Spielzeug namens „One Wish Willow“, das Wünsche erfüllen soll. Er kauft dieses und wünscht sich, dass Nikki ihn mehr liebt, als alles andere auf der Welt.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Blumhouse hat in den letzten 20 Jahren über 100 Filme produziert. Und auch wenn sie ab und an mal den richtigen Leuten das Geld in die Hand gedrückt haben, (zum Beispiel Whiplash von Damien Chazelle oder Get Out von Jordan Peele) sorgt das Blumhouse Logo im Intro eines Films eher für Gänsehaut aus den falschen Gründen. Ein Großteil der Filmographie geht bestenfalls nicht über das Mittelmaß hinaus. Doch mit Youtuber Curry Barker (Milk & Serial) hat Blumhouse es erneut geschafft, einer mehr als fähigen Person den Film zu finanzieren. Besonders bekannt ist er durch seine eigenenn Horror-Kurzfilme mit Cooper Tomlinson (Mank) geworden, der auch wiederrum in Obsession zu sehen ist. Und was für eine wunderbare Entscheidung Blumhouse getroffen hat, zeigt auch der Fakt, dass er von A24 angeheuert wurde, um ein Remake des legendären Klassikers Texas Chainsaw Massacre zu inszenieren. Aber was macht unterdessen Obsession so sensationell?

Auf der einen Seite mag die Narrative zuerst zwar banal klingen. Irgendein austauschbarer Gegenstand, der als Ventil für übernatürlichen Horror genutzt wird. Das hat man schon 1000-mal gesehen. Im Gegensatz zu diesen 0815-Horrorfilmen a la Wish Upon (John R. Leonetti, The Silence) ist hier aber zum einen die erzählte Gruppendynamik überaus greifbar und zum anderen der Grund, warum der Gegenstand überhaupt genutzt wird, nachvollziehbar. Wer würde schon erwarten, dass ein Scherzartikel aus dem Kramladen dein Leben zerstören kann? Deshalb ist es auch zu keiner Zeit fragwürdig, dass die Charaktere sich die mehr als sonderbaren Dinge, die hier vonstattengehen, versuchen, logisch zu erklären, bis es keinen Ausweg mehr gibt. Diese Ausweglosigkeit überträgt sich effektiv auf den Zuschauer, was ein Grund dafür ist sich den Film aufjedenfall nicht im Kino entgehen zu lassen. Denn hier kann man nicht auf Pause drücken, um kurz durchzuatmen, sondern man ist der Sogkraft des Films hilflos ausgeliefert. Das erinnert auch qualitativ durchaus an legendäre Klassiker wie The Shining (Stanley Kubrick), bei dem das Hotel diese Ausweglosigkeit darstellt oder Alien (Ridley Scott), wo die Charaktere dem Alien auf der Nostromo nicht entkommen können. Bei Obsession entsteht dieses Gefühl des der Situation ausgeliefert sein dadurch, dass es scheinbar keine Möglichkeit für unsere Protagonisten gibt, um die Abwärtsspirale zu durchbrechen, an dessen Ende nur der Tod wartet.

Auf der anderen Seite wären da die durch die Bank weg frischen Gesichter, die Curry Barker gecastet hat. Dadurch fällt es leicht sie als authentische Charaktere zu akzeptieren, was der Immersion dienlich ist. Michael Johnston und besonders Inde Navarette als Crush des Protagonisten überzeugen vollends. Sie wird in ihrer wahnsinnigen Darstellung zum absoluten Star des Films. Merkt euch den Namen unbedingt!

Desweiteren führt die enorme Nahbarkeit der Charaktere eben auch dazu, dass man als Zuschauer regelrecht mitleidet und zu nahezu jeder Sekunde nachvollziehen kann, warum die Charaktere so handeln, wie sie handeln. Lediglich im letzten Drittel ist das Verhalten des Protagonisten nicht immer nachvollziehbar . Die Nähe zu den Personen macht den Horror, mit dem der Film dir den Boden unter den Füßen wegreißt, umso schlimmer. Curry Barker arbeitet kaum mit Jumpscares, sondern nutzt Grusel und vor allem Alltagssituation, sei es der Restaurantbesuch oder das Aufwachen mitten in der Nacht, was Parallelen zu Hereditary zulässt, um den Zuschauer erst unangenehm und dann mit voller Härte zu treffen. Die gelegentlichen Gewaltspitzen sind clever gesetzt und dadurch, dass einem die Charaktere ans Herz wachsen, zerschmettern sie dich so sehr, dass man am liebsten im Kinosaal brechen möchte. Einige Sequenzen wird man wohl für die nächsten Jahre nicht mehr vergessen, weil sich dich nicht nur mit physischer, sondern vor allem mit psychischer Härte tief ins Mark erschüttern. Die Effekte, die Barker nutzt, wirken dabei sehr realistisch wodurch der Schmerz förmlich spürbar wird. Obwohl mittlerweile bekannt wurde, dass eine gewisse Sequenz geschnitten werden musste, ist sie trotzdem so über alle Maßen brutal, dass man es nicht wahrhaben will. Diese bestimmte Szene wird sich ewig in die Netzhaut des Zuschauers brennen, weil man selten solch eine Brutalität mit dieser Tragweite gesehen hat. Andererseits funktioniert der Grusel eben so gut, weil vertraute Situationen durch völlig unvorhersehbare Momente aufgebrochen werden. Durch diese Ungewissheit, was einen als nächstes erwartet, entsteht eine permanent beklemmende Grundstimmung, wie man sie selten effektiver gesehen hat. Man könnte Vergleiche mit It Follows (David Robert Mitchell) anbringen, bei dem man auch nie weiß, wann und in welcher Form der Horror auftreten wird, was es umso beängstigender macht. Wie Barker es schafft obsessive Liebe und Co-Abhängigkeit als Horror zu inszenieren, um darzustellen, wie sehr das die Leben von Menschen zerstören kann, ist bemerkenswert.

Fazit

“Obsession” ist Kino für jeden, der es bei Horrorfilmen nicht scheut, gefordert zu werden und dem es nicht hart genug an die Nieren gehen kann. Die authentischen Charaktere und ihre nachvollziehbaren Beweggründe machen es bei den äußerst brutalen sowie unangenehmen Sequenzen unmöglich, nicht mitzuleiden. Wir dürfen unfassbar gespannt sein, wie sich die Zukunft für Curry Barker entwickelt.

Kritik: Rene Lentsch

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