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IMDb-ID
tt0133093
TMDB-ID
TMDB: 603
Movie-ID
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Startdatum
Start: 21.09.2026 oder Start: 2026
Dauer
Dauer: 120 (Minuten)
Regie
Regie: Nolan
Drehbuch
Drehbuch: Nolan
Cast
Cast: Reeves

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Erwähnungen

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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Er tötet seinen Vater, wird zum Imperator ausgerufen, und mit ihm beginnt der Untergang des Römischen Reiches: Nero, Kaiser von Rom. Seit seiner Machtübernahme herrscht ein zügelloses und ausschweifendes Leben am Kaiserhofe. Nero liebt heimlich seine Mutter, zwingt seine Frau Oktavia zur Liebe mit Sklaven, tötet seinen Stiefbruder und vergewaltigt Rubine, eine Priesterin. Er hat vor nichts und niemandem Respekt. Eifersucht, Gewalt und Lüsternheit – das ist sein Leben. Sein Wahnsinn kennt keine Grenzen. Eine irrwitzige Idee ergreift Besitz von seinem Gehirn. Nero befiehlt, Rom niederzubrennen und aus der Asche eine neue Weltstadt zu errichten: Neropolli. Rom brennt. Sieben Tage und sieben Nächte. Der göttliche Nero steht auf der Zinne des Palastes, unter ihm fliehen Tausende von Menschen in wilder Panik. Eine offene Revolte bricht aus. Nero ist zu weit gegangen.

Quelle: themoviedb.org

Kritik

Die sogenannte Caligulasploitation ist ein besonders schmieriges Kapitel des Exploitationkinos. Nachdem Tinto Brass’ Caligula (1979) mit Sex, Gewalt und antiker Dekadenz für Aufsehen gesorgt hatte, wollten zahlreiche Nachahmer ein Stück vom Skandalkuchen abhaben. Historische Genauigkeit war dabei Nebensache. Entscheidend waren nackte Haut, möglichst geschmacklose Ausschweifungen und der Versuch, das Publikum vor den Kopf zu stoßen. Das alte Rom bot dafür die ideale Kulisse: Macht, Wahnsinn und sexuelle Exzesse ließen sich wunderbar zu reißerischem Schund verarbeiten.

Nero und die Huren des römischen Reiches nimmt sich mit dem berüchtigten Kaiser eine weitere historische Figur vor, die wie geschaffen für solche Eskapaden scheint. Inhaltlich unterscheidet sich der Film kaum von den zahlreichen Caligula-Imitaten seiner Zeit. Auch hier stehen sexuelle Ausschweifungen und dekadente Herrscher im Mittelpunkt. Nur fehlt Bruno Matteis Produktion so ziemlich alles, was aus einer solchen Mischung einen wirklich denkwürdigen Skandalfilm machen könnte.

Schmuddelkönig: Bruno Mattei macht Pornostar zu Kaiser

Mattei gehörte zu jenen italienischen Filmemachern, die sich hemmungslos durch sämtliche Genres arbeiteten und dabei selten einen Hehl aus ihren bescheidenen Ambitionen machten. Ob Kannibalenhorror wie Die Hölle der lebenden Toten, Endzeittrash wie Riffs III - Die Ratten von Manhattan oder die Pseudo-Doku Libidomania - Alle Abarten dieser Welt: Mattei setzte auf billige Effekte, dreiste Vorbilder und möglichst reißerische Einfälle. Sex und Gewalt waren dabei häufig wichtiger als eine vernünftige Geschichte. Wer bei ihm Hochglanzkino oder ausgefeilte Dramaturgie erwartet, ist ohnehin an der falschen Adresse.

Im Zentrum steht Nero, der zunächst als romantischer junger Mann eingeführt wird, sich aber zusehends zu einem wahnsinnigen Herrscher entwickelt. Auf dem Weg dorthin gibt es Intrigen, sexuelle Ausschweifungen und allerlei Grenzüberschreitungen, einschließlich einer Liaison mit seiner eigenen Mutter. Gespielt wird der Kaiser von Piotr Stanislas, der zuvor vor allem im Erwachsenenfilmgeschäft tätig war. Das passt zum Konzept: Die Erotik ist hier schließlich keine Nebensache, sondern einer der Hauptgründe, weshalb dieser Film überhaupt existiert.

Die Inszenierung macht allerdings schnell klar, dass Mattei mit überschaubaren Mitteln arbeitet. Die Kulissen sehen aus, als hätte man sie für ein kleines Wandertheater zusammengeschustert. Eine Handvoll hübscher, aber ständig wiederverwendeter Requisiten und Schauplätze muss für das gesamte Römische Reich herhalten. Ständig ist von der Größe Roms und seinen Bürger*innen die Rede, zu Gesicht bekommt man davon erstaunlich wenig. Erst im Finale wird es etwas größer. Dafür bedient sich Mattei offenbar bei Aufnahmen aus anderen, vermutlich deutlich teureren Sandalenfilmen. Besonders eindrucksvoll wird das Ganze dadurch nicht.

Untergang eines Reiches, dargeboten mit öder Räudigkeit 

Auch die Geschichte selbst ist kaum der Rede wert. Neros Wandlung vom romantischen Jüngling zum größenwahnsinnigen Tyrannen wird in einem derartigen Eiltempo abgehandelt, dass seine Entwicklung kaum nachvollziehbar ist. Das wäre halb so wild, wenn der Film wenigstens ordentlich unterhalten würde. Stattdessen reiht er Ereignisse aneinander, ohne ihnen einen vernünftigen Zusammenhang zu geben. Die Figuren bleiben so blass wie oft nackig, ihre Entscheidungen wirken willkürlich und das Drama kommt trotz aller vermeintlicher Tragik kaum in Gang.

Daran ändern auch die zahlreichen Softcore-Szenen nichts, die sowohl heterosexuelle als auch homosexuelle Begegnungen umfassen. Sie unterbrechen den ohnehin holprigen Erzählfluss und werden von einer derart billigen Theatralik begleitet, dass selbst die Lust am gepflegten Trash irgendwann schwindet. Nero und die Huren des römischen Reiches ist Erotiknonsens mit einer Alibi-Handlung, die hauptsächlich dafür da ist, die nächste schlüpfrige Szene einzuleiten. Was Anfang der 1980er-Jahre vielleicht noch als skandalös galt, sorgt heute kaum für Aufregung. Nicht einmal unfreiwillige Komik will sich so richtig einstellen.

Ein gewisses räudiges Flair besitzt der Film durchaus (vor allem in der Integralfassung, die gut 15 Minuten mehr "Inhalt" bietet). Es gibt einzelne Härten, und Mattei macht sich gar nicht erst die Mühe, sein Treiben als anspruchsvolles Historienkino zu verkaufen. Trotzdem bleibt das Ergebnis egal. Wer auf einen wirklich schmutzigen, grenzüberschreitenden Skandalfilm hofft, bekommt vor allem viel nackte Haut, öde Dialoge und eine Inszenierung, die selbst für bescheidene Verhältnisse ziemlich lustlos wirkt. Brass’ Caligula wischt mit diesem Sandalen-Schmu mühelos den Boden auf. Und selbst bei Matteis eigenem Caligula und Messalina (1981) ist die verschmierte Unterhose mit Sex, Gewalt und hemmungsloser Ausbeutung deutlich reichhaltiger befüllt, als bei Nero und die Huren des römischen Reiches.

Fazit

Schmuddel-Brunos "Nero und die Huren des römischen Reiches" bietet schmierigen Erotiktrash, billige Kulissen und den fast schon liebenswerten Versuch, irgendwie etwas Skandalöses aufzufahren. Ein bisschen Räudigkeit kommt dabei zustande, doch für Exploitationfans dürfte das zu wenig sein. Alle anderen dürften nach zwanzig Minuten erkannt haben, dass hier eigentlich nur Schamhaare und Zeitverschwendung dargeboten werden.

Kritik: Sebastian Groß

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