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US-Vampir-Western von Kathryn Bigelow. Eine handvoll Vampire durchstreift den mittleren Westen der USA auf der Suche nach neuen Opfern. Unter ihnen auch Mae, die sich unterwegs in den jungen Caleb verliebt und ihn zum Vampir macht. Doch Caleb trägt noch zu viel Mensch in sich, um der Notwendigkeit des Tötens nachzukommen.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

„Ich hab dich gebeten, dir die Nacht anzuhören, jetzt hör mir zu…“

Für die jüngeren Semester wahrscheinlich kaum zu glauben, aber schon vor „Twilight - Bis(s) zum Morgengrauen“ durften  Mensch und Vampir romantisch miteinander turteln. Im Gegensatz zu der weichgespülten Variante für die Generation BRAVO verpackt Kathryn Bigelow („Gefährliche Brandung“) ihre Liebesgeschichte in einen staubig-blutigen Genrefilm, der leichte Kitschallüren dadurch locker wettmacht. Die schnell wieder in der Versenkung verschwundenen Adrian Pasdar ("Carlito's Way") und Jenny Wright ("Der Rasenmähermann") dürfen sich im Liebe-auf-den-ersten-Biss Verfahren kurz beschnuppern und einen Schimmel besuchen, danach wird schon die Schattenseite der flotten Romanze ins rechte Mondlicht gerückt. Als neuestes, ungeplantes wie unfreiwilliges Mitglied einer untoten, Jahrhunderte abdeckenden Patchwork-Familie heißt es schnell töten oder sterben.

 Zu den hypnotischen Klängen von TANGERINE DREAM tingeln unsere Liebenden und der halbe Cast von „Aliens – Die Rückkehr“ (Lance Henriksen, Jenette Goldstein, Bill Paxton) – den sich Bigelow von ihrem damaligen Ehemann James Cameron („Avatar - Aufbruch nach Pandora“) kurzerhand „ausgeliehen“ hat – in einem Wohnmobil durch die USA. Jeder der Mitreisenden hat seine eigene Geschichte, ist in einer anderen Epoche zu dem gemacht worden, was er nun für alle Ewigkeiten verdammt ist zu sein. Für immer der Südstaatengeneral, der Halbstarke aus den 50ern oder ein kleiner Junge, im Leben nach dem Tod können sie sich nur anpassen, aber nicht aus ihrer Haut. Nicht wachsen, nicht sterben. Nur Leben auslöschen, um selbst weiter zu existieren. In diese Rolle gepresst muss Caleb (Pasdar) sich nun schnell fügen. Die Nacht hat ihren Preis, so verführerisch die Unsterblichkeit auch sein mag, es ist ein Fluch, kein Segen. Gerade wenn Moral und Menschlichkeit nicht nur noch eine Relikt aus längst vergangenen Tagen ist, sondern gestern noch selbstverständlich.

Wie wilde Hunde streunt der Clan des Blutes quer durchs Land, ernährt sich von armen Pechvögeln, die ihren Weg kreuzen. Bigelow fängt ihr Treiben in teils unvergesslichen Momenten ein. Wenn es die Brut aus dem Nebel in einer abgelegenen Spelunke verschlägt und sie dort ihren Durst stillen, befindet sich der Vampirfilm der 80er auf seinem Höhepunkt („Nur das Glas.“). Statt sich rein der Lovestory zu widmen und deshalb seine Thematik, sein Genre an den Rand zu drängen, vermischt die wohl „männlichste“ Regisseurin Hollywoods beides in äußerst gekonnter Form. Diese Vampire wollen zwar unbemerkt bleiben, sich deshalb aber nicht integrieren . Sie glitzern nicht im Sonnenlicht und verleugnen nicht, was sie sind. Sie jagen, töten, brennen. Dem privat tragisch gescheiterten Autor Eric Red (das ist eine ganz andere, wirklich unglaubliche Geschichte) ist nach „Hitcher, der Highway Killer“ ein erneutes Genrehighlight seiner Zeit geglückt, an das sich (bisher) noch nicht mal die respektlose Remake-Maschine herangetraut hat. Dürfte auch schwierig werden, denn man könnte wohl kaum wieder diese geschmeidige Gratwanderung hinbekommen. Das wäre wohl entweder peinlicher Blödsinn für die Schmuseabteilung oder glatter Fließbandhorror für die Theke. Allein dieses Finale scheint wie aus einer anderen Zeit und ist nicht nur deshalb so grandios.

„Near Dark -Die Nacht hat ihren Preis“ atmet – im positivsten Sinne – den rüden Geist der 80er. Eine Vampir-Western-Roadmovie-Romanze, die nicht den Schwanz einzieht, nicht stumpf runtergekurbelt wurde, sondern ein immer noch relevanter Beweis dafür ist, was aus dem dem oft belächelten Genre alles machbar ist, wie ihm neue Facetten abgewinnen werden können und wie stilprägend so ein Film sein kann, ohne nur blind an der Gore-Schraube zu drehen. Ein kleines Stück Kulturgut und jetzt schon ein Klassiker, der in dieser Form viel zu weit entfernt scheint. Leider schon romantischer, als der Film selbst.

Fazit

Nicht nur einer der besten (oder eher der beste) Vampirfilm(e) der 80er, sondern auch im zeitübergreifenden Vergleich eine nennenswerte Hausnummer. Trotz ihres verdienten Erfolges mit „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“, eigentlich war Kathryn Bigelow zu dieser Zeit auf ihrem Höhepunkt. Der gefeierte, letztlich doch nur feige „Zero Dark Thirty“ ist ein Witz gegen diese Perle hier.

Autor: Jacko Kunze

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