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Quelle: themoviedb.org

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Dieser investigative Dokumentarfilm, der nachts von Dächern in Tel Aviv aus gedreht wurde, untersucht die zivilen Opfer der israelischen Militäroperationen im Gazastreifen sowie die Systeme, die hinter der gezielten Tötung von Palästinensern stehen.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

„You would not say, ‚20 people have been killed‘ and certainly not ‚20 women and children have been killed.‘ You say: ‚20 NAZA‘.“ Der Titel Yuval Abraham (No Other Land) und Rachel Szors erschütternder Dokumentation ist ein militärisches Akronym für nezek agavi; collateral damage. Die grausame Realität hinter diesem Begriff und dessen Funktion systematischer Dehumanisierung in Israels ideologischem Apparat enthüllen 24 verstörende Gespräche des Regisseurs mit Mitgliedern der IDF. Deren Stimmen sind mittels AI unkenntlich gemacht, die Informanten selbst nur erkennbar als Silhouetten vor der funkelnden Skyline des nächtlichen Tel Aviv.

Der Ort der Interviews mit seinem stimmungsvollen Hintergrund, der Fortschritt und Moderne ausstrahlt, steht in bitteren Kontrast zum Leid und Elend in den palästinischen Siedlungen. Deren absolute Zerstörung ist Teil des Genozids, dessen Mechanismen die Insider-Berichte aufdecken. Ein Hamas-Ziel wird mit Überwachungstechnologie, Drohnen und AI ausgemacht und die IDF führt den Anschlag aus. Nichts an der minimalistischen Inszenierung ist Zufall. Die Nachtzeit der Interviews nennt ein Informer den idealen Zeitraum zur Eliminierung. Dann sind die mutmaßlichen Hamas-Mitglieder zu Hause und schlafen. 

Algorithmen identifizieren Signal-Worte, die auf die Anwesenheit des Opfers schließen lassen, wie „Papa“ und „Zuhause“. Fällt in einem Telefongespräch der Satz „Papa kommt nach Hause“, wisse die IDF, dass sie in dieser Nacht zuschlagen. Dass der Satz auch die Anwesenheit eines Kindes, seiner Mutter und oft Geschwister oder Großeltern bedeutet, berührt die Spezialagenten nicht. Sie sind NAZA. Hunderte NAZA zu töten, um an eine Zielperson zu gelangen, ist Routine. Die beklemmenden Aussagen lassen keinen Zweifel, dass die Ermordung von Zivilisten nicht nur einkalkuliert wird, sondern begrüßt. 

Der menschenverachtende Militärjargon ist Reflexion und Katalysator mentaler Abstumpfung. Ein Offizier vergleicht den staatlich sanktionierten Massenmord mit einem Video Game. Nach seinen Gefühlen im Einsatz gefragt, sagt er „Exhilarating“, es sei großartig, aufregend. Netanyahus Rhetorik von Gut und Böse, die von einer öffentlichen Ansprache eingeblendet wird, verfehlt nicht ihre Wirkung. Unterdessen läuft in Tel Avivs Cinematheque Claude Lanzmanns Shoah. Er sehe die Nazis als Böse, sagt ein Informer in Erinnerung an seinen Geschichtsunterricht in der Schule: „But what am I?” 

Eine andere Stimme beantwortet die Frage defensiv. Er sei nur ein kleines Rad im Getriebe. Wenn er es nicht tut, täte es jemand anderes. So geht es seit den Angriffen auf palästinensische Viertel in Folge der israelischen Besatzung nach dem Sechs-Tage-Krieg, und so setzt es sich fort. Als einzige sichtbare Person vor der Kamera Regisseurin Rachel Szor sucht Abraham manchmal nach Mitgefühl bei seinem Gegenüber. Falls das sich überhaupt zeigt, dann vielleicht in der Teilnahme an dem essenziellen zeitgeschichtlichen Dokument. 

Fazit

In Venedig wurden Yuval Abraham und Rachel Szor mit dem Special Jury Prize der Jury ausgezeichnet. Es ist ein enorm dringliches filmisches Zeugnis, schmerzlich und schwer ertragreich in seinen letzten Bildern. Es sind Handy-Aufnahme in einer palästinensischen Siedlung, die ein Angriff Israels in Schutt gelegt hat, und ein überlebender Vater nach seinen toten Kindern ruft. Ein IDF Offizier nennt solche Wohngegenden „annihilation zone“ und die Ermordeten NAZA.  

Kritik: Lida Bach

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