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Die Hogan-Bande trifft sich nach einem Raub auf einer Ranch. Daisy, Hogans Freundin, soll die Beute zum Versteck bringen. Ein ungebetener Gast erscheint, der ebenfalls einen Teil des Geldes in Anspruch nehmen will. Es folgt ein Kampf, bei dem kaum einer überlebt.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Das italienische Genrekino war stets von einer überschwänglichen Euphorie geprägt. Wenn sich eine Bewegung aufgrund der Ansammlung erfolgreicher und gelegentlich sogar auch famoser Einzelexemplare als lukrativ herausstellte, wurde der Markt innerhalb kürzester Zeit mit so vielen Trittbrettfahrern übersät, dass sich die Spreu unmöglich noch vom Weizen trennen ließ. Sandalenfilm, Giallo und ganz besonders auch das oftmals unbewusst abfällig als Spaghetti-Western titulierte Sub-Genre, der vielleicht größten Errungenschaft dieser etwas sonderbaren, dafür grundsätzlich großartigen Gegenentwicklung zum typischen, großbudgetierten Hollywood-Kinos. Ohne die „echte“ amerikanische Westernlegenden wie Clint Eastwood (Für eine Handvoll Dollar) oder Lee Van Cleef (Der Gehetzte der Sierra Madre) womöglich nie über den Status von Kino-Statisten oder TV-Zeitarbeitern hinausgekommen wären.

Neben den großen Klassikern dieser Tage von Leuten wie Sergio Leone, Sergio Corbucci, Sergio Solima oder Enzo G. Castellari ging dann eben auch viel unnützer Krempel den Bach herunter, bei dem man buchstäblich mühsam nach Gold schürfen musste. Der Mörder des Klans ist einer dieser wertvollen Nuggets, die bei dieser manchmal ermüdenden Arbeit hochgradig motiviert. Quentin Tarantino zählt ihn zu seinen favorisierten Italo-Western, weswegen er im Zuge des Hypes um Django Unchained seiner Zeit auch bei uns noch mal ein kurzlebiges Comeback auf dem Heimkinomarkt erleben durfte. Die Sympathie von Tarantino zu diesem oftmals unterschätzten Werk lässt sich schon dahingehend ablesen, dass sein zweiter Westernstreich The Hateful 8 eine ähnliche Intention und ein zumindest grob vergleichbares, klaustrophobisches Setting aufweist. Dort wie hier bildet eine abgelegen Spelunke (über einen langen Zeitraum) den Haupthandlungsort und das Geschehen ist geprägt von Abwarten, Lügen sowie dem Spiel mit (womöglich) falschen Identitäten.

Statt auf bleihaltige Shootouts setzt der Film von Giuseppe Vari (Rocco – Ich leg dich um; hier als Joseph Warren) auf zermürbenden Suspense. Die Bande des eiskalten Killers Dan Hogan (wunderbar aufbrausend: Klaus Kinski, Für ein paar Dollar mehr) muss nach einem Banküberfall vor der Flucht nach Mexiko erst auf eine Verbündete warten. Diese ist nicht ganz freiwillig mit von der Partie und stellt somit schon mal ein Risiko wie eine potentielle Verräterin dar, aber eine noch größere Bedrohung scheint der mysteriöse Webb (Paolo Casella, La Belva; hier als Paul Sullivan) zu sein. Dieser hat den eigentlichen Schleuser umgelegt und seinen Platz eingenommen. Das er dafür einen Wucherpreis verlangt ist nicht nur dreist, sondern offenbar nur ein Vorwand um seine wahre Motivation zu vertuschen. Als er dann auch noch andeutet, dass mindestens einer von Hogan’s Leuten ihn hintergeht, ist der Burgfrieden endgültig hinüber.

Von der paranoid-fiebrigen Stimmung angesteckt denunziert und sogar dezimiert sich das Lumpenpack noch vor dem großen Ritt durch die Wüste gegenseitig. Gier, Missgunst und Misstrauen spielen dem unbekannten Verräter vermutlich in die Karten - wenn er denn wirklich existiert. Das spannende und hinterlistige Skript ist fast mehr Thriller als Western, verlegt das Sujet nur in dessen Gefilde und bekommt am Ende gar einen fatalistischen Geschmack. Dies gelingt nicht nur erstaunlich abgeklärt, sondern wird von Giuseppe Vari auch noch virtuos wie beklemmend inszeniert. Die vortreffliche Kamera variiert zwischen energischen Close-Ups, eleganten Übergängen, kreativen Perspektiven und prägnanten Bildmontagen. Im Resultat ergibt sich ein wenig konventioneller, erinnerungswürdiger, unter seiner groben B-Movie-Schale erstaunlich eleganter und ziemlich zynischer Rache-Western, der deutlich besser als sein eher mittelprächtiger Ruf ist.

Fazit

Ein untypischer, individuell inszenierter Genre-Beitrag, der weniger auf exploitative Gewalt setzt, dafür als subversives, bösartiges Spannungskino hervorragend funktioniert. Kein großer, aber ein äußerst gelungener Film, der als eine angenehme Abwechslung aus der nicht immer durch Kreativität bestechenden Masse der Italo-Western heraussticht.

Autor: Jacko Kunze

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