{{ tweet.login }}

{{{ tweet.body | format }}}

Wird geladen...

×
×

Erwähnungen

×

Benachrichtigungen

Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Zoë (11) kann es nicht fassen, als ihr Vater verkündet, dass er seinen Job in einer Bank hingeworfen hat, um Schauspieler zu werden. Während ihre Geschwister und ihre Mutter glauben, er sei verrückt geworden, nimmt nur Zoë den Traum ihres Vaters ernst und unterstützt ihn.

  • 4tafkjhod1bb6eqtmpb4zbzpi42
  • Xrksr1so6t3zmbwrivqdcmniljf
  • Jtd3wz8dtiwn8muyki3mebkxnvw
Quelle: themoviedb.org

Kritik

Wer noch nie einen Mann in einem Würstchen-Kostüm auf einem Fahrrad gesehen hat, und es gerne nachholen möchte, sollte sich unbedingt Mein Vater, die Wurst ansehen. Die Midlife-Crisis sieht bei jedem anders aus. Manch einer besorgt sich eine Harley-Davidson oder ein Cabrio und kutschiert damit durch die Gegend und manch anderer schmeißt seinen langweiligen Job hin, um Schauspieler zu werden. Das passiert Paul Schutijzer, der Hauptfigur des Films. Nach Jahren voller eintöniger, langweiliger Tätigkeiten in einer Bank, hat Paul (Johan Heldenbergh, Quo vadis, Aida?) die Nase voll und will nun die kreative Theaterluft schnuppern, weil er sich noch genau an seine Teenager-Glanzzeit erinnert, als er noch den „Romeo“ zum Besten geben konnte. Die ganze Geschichte wird von seiner jüngsten Tochter Zoë (Savannah Vandendriessche) aus dem Off erzählt. Während sie das Geschehen aus ihrer Sicht kommentiert, werden immer wieder animierte Zwischensequenzen eingeblendet, die teilweise an Gregs Tagebuch erinnern. Diese Bilder sind kreative Illustrationen, mit deren Hilfe Zoë ihre Erlebnisse verarbeitet. Gerade diese Erzählweise macht aus dieser Komödie einen familienfreundlichen Film, der sich zwar an alle Familienmitglieder gleichermaßen richtet, aber trotzdem mehr das jüngere Publikum anspricht.

Den Charme dieses Films macht die besondere Vater-Tochter Beziehung aus, denn die beiden sind ein großartiges Team und unterstützen sich gegenseitig, wobei der Vater zunächst mehr auf die Hilfe seiner Tochter angewiesen ist. Mein Vater, die Wurst stellt mit seiner sympathischen Art dar, dass die Familien sich nach Jahren oft auseinanderleben und nur nebeneinander in ihrem eigenen Mikrokosmos existieren, ohne sich wahrhaftig an dem Leben der anderen Familienmitglieder zu beteiligen. Dabei vergessen die meisten, worauf es wirklich im Leben ankommt, nämlich darauf glücklich zu sein und nicht einen sicheren, aber verhassten Job zu haben. Auch die Familien machen es einem oft nicht leicht, in dem sie den Status Quo beibehalten wollen, nur um ihre gewohnten Sicherheiten nicht zu verlieren. Mein Vater, die Wurst demonstriert, was passiert, wenn ein erwachsener Mensch aus dem Hamsterrad austritt, um endlich seinen Wünschen zu folgen und ein „veganes Würstchen“ zu werden. Auf den ersten Blick klingt es vielleicht lächerlich, aber es zeigt in übertriebener Art, dass man seinen eigenen Wünschen folgen soll, egal, wie lächerlich sie für andere Menschen erscheinen. Solange man selbst an seine Wünsche glaubt, ist man immer auf dem richtigen Weg.  

Mein Vater, die Wurst ist eine wunderbare Satire, die sich über sämtliche Klischees, die im Berufsleben herrschen, lustig macht: Ab einem bestimmten Alter muss man seriös sein, seine eigenen Bedürfnisse völlig vergessen und in einem verhassten Job schuften, um seine Familie zu ernähren. Auch angehende Schauspieler werden ordentlich auseinandergenommen, weil sie ihre Schauspielausbildung so ernst nehmen, dass ihnen die Einbildung über ihre hervorragenden schauspielerischen Fähigkeiten derart in den Kopf steigen, dass sie manche Schauspieljobs als unter ihrer Würde ansehen. Wenn jemand eine Rolle als Obst ablehnt, weil er sich nicht  wie Obst fühlt, dann ist es schon ziemlich witzig. Man kann es auch übertreiben, denn nicht einmal Meryl Streep (Mamma Mia!) würde sich so viele Gedanken darüber machen, bevor sie in ein Obstkostüm steigt. Es muss nicht immer Method Acting sein, sonst nimmt das Ganze noch bizarre Ausmaße wie bei Shia LaBeouf (Herz aus Stahl) an.

Ganz ohne Method Acting, verleihen alle Familienmitglieder auf ihre Art diesem Film das gewisse Etwas. Auch wenn das Vater- und Tochter-Duo durch ihre Präsenz deutlich heraussticht. Am nervigsten ist die Figur der älteren Schwester (Jade De Ridder) angelegt, die am wenigsten sympathisch erscheint. Sowohl ihre Rolle, als auch die Art von De Ridder, diese Rolle zu verkörpern, wirken ein wenig übertrieben, aber dennoch hinnehmbar. Dafür besticht die junge Hauptdarstellerin Savannah Vandendriessche mit ihrem natürlichen Charme. Es ist wundervoll ihr dabei zuzusehen, wie sie die Rolle eines schüchternen Mädchens spielt, das mithilfe ihres Vaters endlich aufblüht. Im Grunde helfen sich die beiden Figuren gegenseitig, sich selbst zu finden.

Fazit

„Mein Vater, die Wurst“ ist eine liebenswerte, familienfreundliche Komödie, die dafür plädiert auf sein Herz zu hören und seinen eigenen Weg im Leben zu finden. Das Glück stellt sich nur dann ein, wenn man seiner Berufung folgt. Wer dabei auch noch von der eigenen Familie unterstützt wird, hat den Jackpot geknackt.

Kritik: Yuliya Mieland

Wird geladen...

×