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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Sonny und Huck sind seit Kindertagen beste Freunde, doch in den letzten Jahren haben sie sich auseinandergelebt. Während Sonny inzwischen zweifacher Familienvater und Hausmann ist, lässt Huck immer noch die Sau raus, als gäbe es kein Morgen. Als Sonny’s Frau Maya mit den Kindern für eine Woche verreist, fleht sie ihn gerade zu an, doch endlich mal die Zeit zu nutzen, um sich zu amüsieren. So nimmt er doch die Einladung zu Huck’s 44. Geburtstagsfeier an, vor der er sich eigentlich drücken wollte. Der Auftakt einer turbulenten Ereigniskette, die Sonny’s braves Leben auf den Kopf stellen wird.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Hello again: Der nächste Knaller aus dem hauseigenen Content von Netflix, der mit einigen prominenten Namen lockt und doch schon erahnen lässt, dass sich dahinter abermals pures Füllmaterial verbirgt. Vermutlich irgendein seit Jahren vor sich hin gammelndes Skript aus der Ablage „Nein danke“, das nun mit reichlich Budget aufgeblasen wurde, wobei der Löwenanteil wohl an die beiden Hauptdarsteller gegangen sein wird. Für Nervensäge Kevin Hart (Der Knastcoach) ist eh jeder Dollar mindestens einer zu viel. Trotzdem verdient er aus unerklärlichen Gründen wohl schon genug, dass jede Milchmädchenrechnung dies gegen einen regulären Kinostart sprechen ließe. Mit den zu kalkulierenden Boxoffice-Einnahmen bereits so ein Minusgeschäft, ohne den mutmaßlich noch stattlicheren Batzen, den Mark Wahlberg (Spenser Confidential) für so einen locker aus der Hüfte geschüttelten Auftritt im bequemen Jogger-Outfit üblicherweise berechnet. Aber am All You Can Watch Buffet der Streaming-Giganten ist es doch eh scheißegal, mit was für einem Fraß man am Ende des Tages vollgestopft wird. Schnelles Geld für die Stars, Junk-Kost für die zahlende Masse. Mund abputzen, bis zum nächsten Mal.

Gestatten: Me Time. Ein kümmerlicher Buddy-Movie-Rohrkrepierer über Männer in der Midlifecrisis, der trotzdem ausschließlich auf Humor setzt, der dem aufgeweckten Geist eines Zwölfjährigen entsprungen sein könnte. Praktisch jeder Gag in Me Time dreht sich um Körperausscheidungen – menschlicher wie tierischer Natur – in den unterschiedlichsten Aggregatszuständen. Mal klein, mal groß, mal flüssig, mal fest, mal heiße Luft und manchmal nur kurz vor Erguss, da ist alles dabei. Sonst fällt dem lausigen und totsterbenslangweiligen Drehbuch nun rein gar nichts ein. Selbst das Tempo wirkt in verhältnismäßig humanen 104 Minuten zeitweise gnadenlos verschleppt, von Timing bei den „Gags“ ohnehin keine Spur. Dass Regisseur John Hamburg (Why Him?) seit sechs Jahren keinen Film mehr inszenieren durfte erstaunt daher keinesfalls. Da werden die ganz billigen Lacher gesucht und dennoch soll am Ende irgendwie doch noch die Kurve zum familientauglichen Happy End geschlagen werden, was sich schon in der Ausrichtung vollständig beißt.

Me Time hat – um es mal ganz primitiv zu formulieren, aber damit wird man dem Film durchaus gerecht – einfach nicht die Eier, um sich auf eine Marschroute konsequent festzulegen. Wenn er schon nur die geschmacksbefreite Pippi-Kacka-Schiene fahren will, dann doch bitte ohne falsche Scham. Damit holt man eventuell doch noch jemanden ab. Diese unausgegorene, trotz seiner kichernden Ferkeleien im Kern immer noch furchtbar verklemmte Mischpoke ist weder dreist noch radikal genug, um auf diesem Weg irgendwas reißen zu können. Stattdessen werden am Ende moralische Werte und Botschaften herbei genötigt, damit sich final auch ja niemand auf den Schlips getreten fühlt. Das ist wahrhaft profillose, unnütze und lieblos dahingerotzte Stangenware. Brachial-Comedy hat seine Daseinsberechtigung, aber dann muss man eben auch wirklich über die Stränge schlagen. Dafür verkauft sich Me Time viel zu spießig und scheint tatsächlich nur ein Publikum zu triggern, dass vor lauter Ausflügen ins Legoland und Schulveranstaltung gar nicht mehr weiß, was außerhalb dieser Bubble geschehen könnte. Und sich darüber hinaus auch noch über es lustig macht. Prima.

Fazit

Um es kurz zu fassen: Das ein Film mit dem Titel „Me Time“ die pure Zeitverschwendung ist, grenzt so gesehen beinah an böswilligen Betrug – oder pure Häme. Lieblos, abgedroschen und so öde, als hätte man sich zu jedem x-beliebigen Geburtstag nur auf Kaffee und Kuchen getroffen. Content statt Kino, so sieht es bei Netflix und Co leider viel zu oft aus. Da wurde selbst in der Videothek um die Ecke noch mehr Qualität im Regal versteckt.

Autor: Jacko Kunze

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