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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Fujino, eine begabte und zielstrebige Teenagerin, ist von ihrem Talent als angehende Mangaka überzeugt, während die zurückgezogen lebende Kyomoto ihr Zimmer kaum verlässt und sich ganz dem Zeichnen widmet. Verbunden durch ihre gemeinsame Leidenschaft, verfolgen die beiden Mädchen aus der Kleinstadt dreizehn Jahre lang ihren Traum, Mangaka zu werden.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Nach seiner Sci-Fi-Fabel Sheep in the Box verwebt erneut einer seiner märchenhaften Melodramen mit Elementen des Genre-Kinos. Raum und Zeit, Diesseits und Jenseits werden durchlässig in den finalen Schlüssel-Szenen. Deren wehmütige Phantastik fügt sich als mögliche Phantasterei, des Wunsch-Bilds von Wiedersehen und Wiedergutmachung, indes ebenso in die Realität der Haupthandlung. Sie beginnt in der Grundschulzeit der im ersten Akt kindlichen, im zweiten Akt jugendlichen Heldinnen, die in ihrer jahrelangen Freundschaft sowohl auf künstlerischer als auch auf charakterlicher Ebene reifen. 

Als talentierte Manga-Zeichnerin füllt die selbstbewusste Drittklässlerin Fujino (Furi Nanase) mit ihren yonkoma - einem meist aus vier Panels bestehenden humorvollen Manga, ähnlich eines Cartoons - die Schulzeitung. Auf die Bitte ihres Klassenlehrers (Kankuro Kudo, Kamui - The Last Ninja), der ihre besondere zeichnerische Begabung erkennt und unterstützt, gibt sie einen Teil ihrer Zeitungsseite frei für einen yonkoma ihrer zurückgezogenen Mitschülerin Kyomoto (Rokka Okada). Niemand hat die dauerabwesende soziale Phobikerin, bei der sich Tendenzen zur Hikikomori zeigen, je gesehen. Die positive Aufmerksamkeit soll sie in den Unterricht zurücklocken.

Zum Missfallen Fujinos entpuppt sich Kyomoto als hochbegabte Zeichnerin, deren Landschaften und Festszenen ihr überlegen sind. Aus der einseitigen Konkurrenz wächst mit ihrer ersten Begegnung eine innige Freundschaft. Darin harmonieren die in sozial und im Temperament grundverschiedenen Mädchen genauso wie in kreativ. Unter einem aus ihren Namen zusammengebastelten Pseudonym veröffentlichen die beiden ihren ersten gemeinsamen Manga in „Weekly Shōnen Jump“. Begeistert sieht Fujino (jugendlich: Natsuki Deguchi, Drawing Closer) sie als Team auf dem Weg zu professionellen Mangaka, doch Kyomoto (Aju Makita, Shinobi no Ie: House of Ninjas) träumt von einem klassischen Kunststudium. 

Dieser Konflikt und eine tragische Wendung beleuchten die komplexe Dynamik kreativer, emotionaler, und sozialer Abhängigkeit sowie der fließende Übergang von Bestärkung in Bevormundung. Scheinbar selbstsicher, braucht Fujino kollektive Anerkennung und Lob, um heimliche Verunsicherung zu überwinden. Ihre scheue Freundin hingegen ist in ihrer sozialen Loslösung unabhängig von fremden Urteilen. Diese psychischen Facetten spiegeln sich im kreativen Ausdruck der Hintergrund und Landschaften malenden Kyomoto und Fujinos Story- und Figuren-Entwürfen. Kunst als Mittel und Resultat emotionaler, psychologischer und sozialer Entwicklung ist die wahre Magie der berührenden Coming-of-Age-Story. 

Fazit

Magisch-realistische Elemente durchziehen subtil Hirokazu Kore-edas lyrischen Adaption  Tatsuki Fujimotos gleichnamigen Mangas, das bereits 2024 von Kiyotaka Oshiyama als Anime verfilmt wurde. Gesellschaftliche Probleme wie früher Leistungsdruck, Isolation und konformistischer Druck vermitteln spukhafte Vignetten. Impressionismus und das offen referierte Studio Ghibli inspirieren Senzo Uenos stimmungsvolle Kamerabilder. Sie fangen Präzision und Komplexität der Manga-Kunst in detailverliebten Szenen, in denen die Freundschaft der jungen Protagonistinnen parallel zu ihrem Gemeinschaftskunstwerk wächst. Yuta Bandohs verspielter Score und die unbefangenen Darstellerinnen verstärken die emotionale Räsonanz und sanfte Poesie der Freundschaftsfabel. 

Kritik: Lida Bach

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