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Zwei junge Studenten stossen mitten im Provinz-Nirgendwo auf eine verfallene Kirche, in deren Nähe sie einen heruntergekommenen Kleintransporter beobachten, aus dem jemand Säcke mit scheinbar menschenähnlichem Inhalt entlädt. Neugierde und Gewissen verleiten sie zur Umkehr. Doch sie wissen nicht welch unsagbares Grauen sie erwartet...

  • W780
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Kritik

Einem irritierenden Umstand kommt es schon gleich, wenn man bei der Sichtung von Jeepers Creepers immerzu im Hinterkopf behalten muss, dass Regisseur Victor Salva (Powder) im Jahre 1989 zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt wurde, nachdem er Nathan Forrest Winters, den 12-jährigen Hauptdarsteller seines Spielfilmdebüts Clownhouse, vor laufenden Kameras mehrfach zum Oralverkehr zwang. Irritierend deshalb, weil es in Jeepers Creepers um eine Bestie geht, die sich auf der Jagd nach dem jungen Fleisch eines Geschwisterpaares befindet. Diese Lesart mag zwar ein Stück weit bestrebt erscheinen, sie lässt sich aber zweifelsohne auch in den Fortsetzungen, Jeepers Creepers 2 und Jeepers Creepers 3, anbringen. Kann man sich von jener Interpretation jedoch distanzieren, dann erlebt man mit Jeepers Creepers den durchaus soliden Versuch, eine neue Ikone innerhalb des weitläufigen Horror-Genres zu etablieren.

Es ist vor allem die erste Hälfte von Jeepers Creepers, in der Victor Salva, der auch das Drehbuch verfasst hat, sein atmosphärisches Gespür zum Ausdruck bringen kann. Wir begleiten dabei Darry (Justin Long, Galaxy Quest – Planlos durchs Weltall) und seine Schwester Trish (Gina Philips, Chained) die sich im Zuge der Semesterferien auf dem Weg zurück nach Hause befinden. Jäh gestört wird die bis dato ruhige Heimfahrt durch einen rostigen Lieferwagen, der offenkundig darum bemüht ist, die Studenten von der Fahrbahn zu drängen. Ein Vorfall, den die beiden schnell wieder vergessen hätten, doch der wahre Terror dieses Tages steht ihnen erst noch bevor, nachdem sie eine alte Kirche passieren und dabei beobachten, wie eine düstere Gestalt etwas in ein Rohr wirft, das in blutbefleckte Laken gewickelt ist und einem menschlichen Körper ähnelt.

Natürlich können Darry und Trish nicht einfach weiterfahren, stattdessen müssen sie auf eigene Gefahr in Erfahrung bringen, wohin dieses Rohr führt und was die Gestalt, die natürlich der Fahrer des Trucks ist, in dieses hineingeworfen hat. Victor Salva beweist dabei eine inszenatorischen Ruhe, die sich wirklich bezahlt macht. Die Ereignisse nämlich sollen sich in Jeepers Creepers erst einmal nicht überschlagen, vielmehr möchte der Regisseur den Zuschauer behutsam in das düstere Geheimnis einführen, welches in den Kellergewölben der alten Kirche, dem Haus der Qualen, wartet. Es ist dabei auch dem Zusammenspiel von Justin Long und Gina Philips zu verdanken, dass der Film mit einigen wirklich gelungenen Spannungssequenzen aufwarten kann. Mögen die beiden Schauspieler auch keine Glanzleistungen bringen, sie harmonieren, ihre Neugierde, ihre Ängste und auch ihre Sorgen füreinander sind glaubwürdig.

In der zweiten Hälfte, wenn das Böse, der Creeper, immer mehr Screentime erhält, verlässt sich Jeepers Creepers strukturell etwas zu sehr auf die Konventionen des Genres und konfrontiert den Zuschauer mit einem letztlich durchaus formelhaften Finale in den dunklen Gängen eines Polizeireviers. Sicherlich sind auch diese Momente durchaus stimmungsvoll in Szene gesetzt, vor allem, weil sich der Creeper einfach durch ein starkes Design ausgezeichnet (wie eine Art geflügelter Wishmaster). Die schleichende, sich sukzessive verdichtende Bedrohung der ersten Hälfte aber kann Jeepers Creepers später nicht mehr für sich beanspruchen. Was man Victor Salva allerdings zugutehalten muss, ist, dass er hier ein originäres Monster präsentiert, welches wirklich das Zeug besitzt, zur Ikone innerhalb des Horrorkinos aufzusteigen. Wie wir heute wissen, hat das zwar nicht ganz geklappt, aber wenn uns das Genre etwas gelehrt hat, dann, dass niemals wirklich aller Tage Abend ist.

Fazit

Löblicher Versuch seitens Victor Salva, eine neue Monster-Ikone im Horrorkino zu etablieren. Vor allem in der ersten Hälfte überzeugt "Jeepers Creepers" durch seine atmosphärische Dichte und kann sich dabei gleichwohl auf die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern verlassen. Die zweite Hälfte wirkt dann etwas formelhaft, allerdings ist das Design des Creepers so gelungen und Salvas inszenatorisches Gespür durchweg präsent, dass der durchaus stimmungsvolle "Jeepers Creepers" niemals wirklich durchhängt.

Autor: Pascal Reis

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