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Gegen Ende des 2. Weltkrieges gelang es den Nazis von einer geheimen Basis in der Antarktis aus mehrere Raumschiffe gen Mond zu schicken. Auf der dunklen Seite des Mondes errichten sie die Basis Schwarze Sonne, wo sie ihre Kräfte sammeln und an dem Aufbau einer gewaltigen Invasionsarmee basteln. Nun 2018 ist die Zeit reif: Die Nazis kehren zur Erde zurück, fest entschlossen, dieses Mal zu gewinnen.
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Kritik

Es ist beachtlich, was man hier durch Crowdfunding auf die Beine gestellt hat und noch beachtlicher ist es, dass in wenigen Wochen mit Iron Sky: The Coming Race bereits die Fortsetzung in den deutschen Kinos startet. Einen Film wie Iron Sky auf die Leinwand zu bringen, der im Verhältnis zum Budget hochwertig produziert ist, liebevoll wie ambitioniert ein Szenario erschafft und darüber hinaus satirische und subversive Töne anschlägt,  ist eine reife Leistung, die es zu würdigen gilt. Umso schmerzvoller erscheint es, wenn man ehrlich zugeben muss, dass die Rechnung nicht aufgeht. Zwischen all den schönen Ansätzen, all den Ambitionen, die man in den 90 Minuten zu verwirklichen bemüht war, verliert sich das mit viel Herzblut inszenierte Werk in einem konfusen Brei aus plumper Nazi-Satire und unausgegorener Subversive. 

Die Mondnazis planen eine Invasion der Erde, da kommt es ihnen gerade recht, dass sie einen  Astronauten in Gefangenschaft nehmen und mit ihm an ihrer Seite ein Team zur Erde schicken zu können. Als sie es letztlich schaffen, der Präsidentin der USA gegenüberzustehen, ist diese begeistert von der Rhetorik der Nationalsozialisten, die in ihrem polemischen Gewandt eine bessere Welt verspricht. Sie lässt sich für ihre eigenen Reden inspirieren und instrumentalisiert die Mondnazis weiterhin für ihren Wahlkampf. Das geht letztlich soweit, dass sie die geplante Invasion herbeisehnt, da Wahlanalysen gezeigt haben, dass die Bürger im Krieg noch nie einen Präsidenten abgewählt haben. Der realsatirische Ansatz, der unter der absurden Prämisse lauert, ist nicht zu verschmähen und kritisiert den zunehmend weniger argumentativen und verstärkt polemisch geführte Debattenkultur in den USA. 

Auch schielt Iron Sky kritisch in Richtung der Außenpolitik des letzten Jahrzehnts. An einer Stelle des Filmes betont die Präsidentin selbst, dass der Krieg gegen die Nazis vielleicht der erste sein könnte, der siegreich verläuft. Das verweist auf den aktuellen politischen Diskurs, in dem Rechtspopulisten eine Bühne verliehen wird, indem sie dauerhaft - wenn auch natürlich zurecht - attackiert werden, damit man sich nicht den Ursachen dieser Ausuferungen stellen muss. All diese Ansätze wirken clever, bleiben aber blass und werden kaum ausgearbeitet. Stattdessen konzentriert man sich auf Blödel-Witze, die kaum  etwas mit Satire zu tun haben. Die schablonenhaftestn Nazi-Witzeleien, denen man wohl auch auf dem Schulhof bei den Siebtklässlern begegnen könnte, werden herausgekramt und zwanghaft in die Handlung platziert. Da helfen auch ein paar intelligente Referenzen und Anpielungen an Der Große Diktator nicht weiter. 

Über die Lauflänge hinweg wird der Plot unfokussierter, verliert sich und den Zuschauer. Die subversiven Anspielungen arten in nervige Redundanzen aus, die Nazi-Witze waren von Anfang an nicht komisch. Was am Ende bleibt, ist der Respekt für den betriebenen Aufwand, für den Finanzierungsprozess und für das äußerlich hochwertig produzierte Werk, das stets nach Edeltrash und nie nach Billigproduktion aussieht. Für einen gelungenen Trash-Film fehlt es dabei an Charme, an Innovation und an Ecken und Kanten. Für eine gute Satire reicht es auch nicht, dafür arbeitet man zu locker und schluderig mit Analogien zur Politik der USA. Iron Sky bleibt unterdurchschnittlich, macht dabei aber stets Hoffnung auf das bessere Gelingen einer Fortsetzung. 

Fazit

"Iron Sky" ist halbgarer Trash mit satirischen Ansätzen, die das eigentlich Interessante am Film sind, im Gesamtkontext allerdings nur blass zum Vorschein kommen. Die ständigen Nazi-Witze langweilen schnell und sind nie wirklich innovativ. Die Gestaltung der Welt hat währenddessen Potential und lässt auf eine stärkere Ausarbeitung in möglichen Fortsetzungen hoffen. 

Autor: Maximilian Knade

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