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Nach einem Überfall gelingt den Banditen-Brüdern Emmett (Ernest Borgnine), Frank (Jack Elam) und Rufus Clemens (Strother Martin) die Flucht. Sie machen Rast auf der Farm der schönen Hannie Caulder (Raquel Welch). Sie erschießen ihren Ehemann, vergewaltigen die Frau mehrfach und brennen die Farm nieder.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

„Es gibt keine harten Frauen, nur weiche Männer!“

Weich wurden bei ihrem Anblick fast alle Männer. Raquel Welch, eines der cineastischen Sexsymbole der späten 60er und frühen 70er Jahre. Vom darstellerischen Talent irgendwo im brauchbaren Mittelmaß angesiedelt wusste sie (oder ihre Agenten) sich ideal als unerreichbarer Männer-Traum dieser Zeit in Szene zu setzen. Selbst das mittelmäßige HAMMER-Steinzeitabenteuer Eine Million Jahre vor unserer Zeit wurde durch ihre Präsenz zum Kultfilm, als sie im Fell-Bikini (das trug man damals halt) vor Ray Harryhausen-Dinos (die kaum größer waren als sie selbst) flüchtete und im ganzen Film keine echte Dialogzeile aufsagen durfte. Ende der 60er schmückte sie einige Western mit ihrer Anwesenheit, in dem (britischen) Genre-Beitrag Hannie Caulder – In einem Sattel mit dem Tod gar als unumstrittene Hauptfigur.

Alles beginnt mit einem kinderleicht erscheinenden Banco-Überfall auf das wohl schäbigste Geldinstitut (vermutlich in Mexiko), da die gegenüber beheimatete Staatsgewalt gerade die kollektive Rausch-Siesta hält. Ein sich schon hier nicht immer ganz grünes Ganoven-Brüder-Trio (angeführt von Ernest Borgnine; Die Klapperschlange) vermasselt aber sogar diesen Selbstläufer. Als einer der Angestellten die totsichere Alarmanlage aktiviert (eine kümmerliche Bimmel-Glocke, davon werden die Schnapsnasen gegenüber sicher sofort munter), eröffnet Rufus (Strother Martin; Schlappschuß), der Hitzkopf der Gebrüder, das Feuer und nun ist natürlich erst recht der Teufel los. Die Halunken entkommen, legen auf der Flucht an einer Pferdewechselstation den Betreiber um und da dessen frisch gebackene Witwe die wohl hübscheste Frau in einer Zeit ohne fließend Wasser und einem gehobenen Anspruch an Körperpflege ist, toben sich die drei bei und auf ihr aus, um im Anschluss noch die Bude abzufackeln.

Nicht mal 10 Minuten sind ins Land gegangen und in Hannie Caulder – In einem Sattel mit dem Tod gab es bereits eine nicht gerade zimperliche Schießerei, eine blutige Hinrichtung und eine Gruppenvergewaltigung, holla! Deutlich näher am ranzigen, italienischen Western als am klassischen US-Helden-Modell inszeniert der Genre-erfahrene Regisseur Burt Kennedy (Die Gewaltigen) quasi ein frühes Rape & Revenge-Movie, denn die geschändete Schönheit sinnt auf Vergeltung. Da kommt ihr der zufällig vorbeigerittenen Kopfgeldjäger Price (Robert Culp; Tennisschläger und Kanonen) gerade recht. Der hat zunächst kein großes Interesse und sagt zu allem kategorisch nein. Zum Angebot sexueller Bezahlung, zur Ausbildung eines Hit-Girls, sogar zu einem Becher Kaffee, den könnte er ruhig annehmen. Irgendwann wird der Herr dann doch weich („…nur weiche Männer!“ Stimmt schon…), besorgt der mit luftigem Poncho über Eva-Kostüm bekleideten Dame erstmal anständige Hosen, die leider nicht passen und in der Wanne erst hauteng angepasst werden müssen. Das erzeugt echte Hingucker und frivole Kommentare (-„Ihr Popo ist tropfnass.“ –„Ihr Kinn auch!“), dafür hat man schließlich Raquel Welch.

Eine kurze Verschnaufpause gibt es beim Training auf dem Anwesen von Büchsenmacher Bailey (Christoper Lee; The Wicker Man). Die Pferde können sich da ausgiebig an der Tränke laben und der Film gönnt sich zwischen Schießbuden-Weisheiten des Revolver-Sensei und Zielübungen auf eine selbstgebastelte Vogelscheuche mit Vasen-Kopf fast romantische Momente, denn (wer hätte das gedacht?), es knistert im Karton, wenn nicht gerade mexikanische Bandidos einfallen und die Theorie schneller als gedacht in die Praxis umgesetzt werden muss. Inzwischen folgen die Three-Stooges-Brüder weiter ihrem tölpelhaften Handwerk, keifen sich an, fesseln sich ausversehen selbst oder sprengen den Tresor direkt mit Inhalt in die Luft. Das diese Experten immer noch frei rumlaufen dürfen ist schon sehr kurios, aber sonst hätte Hot-Hannie ja nichts mehr zum Abknallen, wäre doch schade um die verlorene Liebesmühe.

Hannie Caulder – In einem Sattel mit dem Tod macht wirklich Spaß, obwohl der Film sichtlich selbst gar keine Ahnung hat, wo er denn gerne hin will. Die an sich ziemlich garstige Ausgangslage wird unterstützt durch knallharte Shootouts, in denen das Blei nicht nur ausgiebig durch die Luft fliegt, sondern auch spritzig in die Körper eindringt. Auf der anderen Seite werden die bitterbösen Halunken dargestellt wie eine entlaufene Komikertruppe (-„Das würdet ihr hübsch bleiben lassen, wenn Vater noch leben würde!“ –„Und er wäre noch am Leben, wenn du ihn nicht umgelegt hättest!“), Humor und Gewalt überrumpeln sich sprunghaft immer wieder offenbar unvorbereitet und selbst die Installation einer starken, weiblichen Heldin ist irgendwie zwiespältig. Die wird vergewaltigt, bietet sich kurz darauf als Währung an, geizt nicht mit ihren Reizen und verbittet sich gleichzeitig Anzüglichkeiten, ein einziges Hüh und Hott. Naja, letztlich relativ egal, denn unterhaltsam ist dieses unentschlossene Western-Kuddelmuddel zwischen Voyeurismus und Emanzipation trotzdem. Raquel Welch macht eine (nicht nur optisch) anständige Figur, die Co-Stars sind eh super und gerade weil das alles etwas merkwürdig zusammengeschraubt ist, hat das Wiedererkennungswert.

Fazit

Ein Film, der sich nicht entscheiden kann oder will, ob er lieber räudig-grob oder entspannt-heiter sein soll. Eines ist er definitiv: Körperbetont. Und zumindest für die unblutige Interpretation davon ist Raquel Welch mehr als das Ass im Ärmel, sie ist die Herz-Dame. Flottes Teil, nett anzuschauen. Also, der Film…

Autor: Jacko Kunze

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