2.3

MB-Kritik

Humanoid - Der letzte Kampf der Menschheit 2016

Sci-Fi

2.3

Rebekah Del Rio
Mir Waiss Najibi

Inhalt

2307: Die Erde ist zu einem Eisplaneten geworden und ein von Menschenhand kreierter Virus hat 75 Prozent der Menschheit vernichtet. Die Überlebenden vegetieren unter der Erde dahin, da sie die Temperaturen an der Oberfläche nicht lange aushalten könnten. Dort regieren nun Humanoiden, die von den Menschen gesteuert werden. Eines Tages bricht der Humanoid AHS aus, um eine Revolte gegen die Menschen zu starten. Ein General sendet eine Spezialtruppe aus, um ihn zu erledigen.

Kritik

Dieses Jahr kommt endlich die Fortsetzung zu Ridley Scotts Blade Runner in die Kinos. Und obwohl der Vorgänger bereits 35 Jahre auf dem Buckel hat, hat er wenig von seiner Faszination eingebüßt. Künstliche Menschen, welche sich gegen ihre Erbauer und die menschliche Rasse auflehnen und eine Sondereinheit, welche versuchen die Menschheit vor ihrer Auslöschung zu bewahren. Bereits 1968 entsprang die Idee dem Schriftsteller Philip K. Dick und rückblickend betrachtet ist diese auch nicht  mehr aus dem Filmgeschäft wegzudenken. Kein Wunder also, das es haufenweise Ableger gab, welche aber nie die Klasse eines Blade Runners erreichten.  Jedoch kann niemand behaupten, dass die grundsätzliche Idee dahinter, nicht Potential für richtig tolle Filme bieten würde.

Genau dies müssen sich auch die Drehbuchautoren Joey Curtis und Amar Sidhu gedacht haben und schrieben das Script zu Humaniod. Und zu Beginn klingt die Geschichte auch durchaus brauchbar. Was uns allerdings im fertigen Film erwartet ist eine Zumutung. Es ist schwierig zu sagen, ob es neben der Idee überhaupt irgendetwas Gutes über Humanoid zu sagen gibt. Der Zuschauer (in dem Fall der Kritiker) muss pausenlos dem Drang widerstehen einfach auszuschalten. Beginnend mit abgrundtief schlechten Dialogen, über ein katastrophales Schauspiel, bis hin zu Situationen, welche zum Fremdschämen einladen, wird man bis zur Besinnungslosigkeit gequält.

Ebenso versucht Regisseur Curtis sich ständig an den Genreklassikern zu orientieren und scheitert kläglich beim Versuch. Die harte Spezialeinheit ist ganz klar von Aliens – Die Rückkehr kopiert, allerdings mit fehlender Charaktertiefe. Schlussendlich dienen alle Figuren maximal als Kanonenfutter und der Zuschauer kann sich nicht einmal den Namen des Hauptcharakters merken, da er gänzlich uninteressant  und austauschbar ist. Die Geschichte selbst orientiert sich an Blade Runner und will einen ähnlichen Twist zutage fördern. Doch auch dieser wirkt so konstruiert und aus der Luft gegriffen, dass es weh tut. Die Action und die Effekte wollen ebenfalls ganz groß sein, sind aber grauenvoll. Wäre der Film von der Trashschmiede The Asylum würde man wenigstens ein Augenzwinkern vermuten. Doch schnell realisiert man, dass Humanoid wirklich alles ernst meint und wird dadurch absolut peinlich.

Wie man merkt hat Humanoid so viele Dämlichkeiten in 100 Minuten verpackt, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Eine Auflistung aller würde auch den Rahmen sprengen. Zusammenfassend kann man nur sagen, dass es absolut keinen Schauwert gibt. Wer auf Selbstgeißelung steht oder einen Drang zum Sadomasochismus hegt, darf gerne einen Blick riskieren. Alle anderen sollten die Finger davon lassen und sich von dem Cover und der Inhaltsangabe nicht blenden lassen.

Fazit

"Humanoid" ist einfach nur schlecht. Eine passable Idee reicht eben nicht aus, um einen brauchbaren Film zu machen. Was bleibt, sind grauenhafte 100 Minuten zum Fremdschämen. Selbst mit Bier und Freunden eine Zumutung.

Autor: Kuehne Kuehne
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