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Lion (Ekin Cheng) ist der Anführer eines eingeschworenen Söldner-Teams. Gemeinsam mit seinen vier Waffenbrüdern beschließt er, in einer Robin-Hood-ähnlichen Mission wertvolle Medikamente von einem Pharmaunternehmen zu stehlen, um afrikanischen Kindern zu helfen. Die Überraschung ist groß, als sie im Transporter Goldbarren in Millionenhöhe statt Medizin vorfi nden. Die beklauten Gangster sinnen auf Rache, während einer von Lions Kameraden ein falsches Spiel mit der Gruppe zu führen scheint…

Kritik

Das moderne Hongkong Action-Kino versucht bereits seit Jahren seinem goldenen Zeitalter – unter anderem dank John Woo – hinterherzujagen. Ein Versuch, der meist mit CGI-Action-Overkills sowie erzählerisch halbgaren Geschichten zum Scheitern verurteilt ist. Zwar schaffen es manche Filme, wie zum Beispiel Paradox - Kill Zone Bangkok oder Lethal Warrior, den Fluch kurzzeitig zu durchbrechen, aber meist bleibt nur ein Schatten einstiger Höhen zurück. Mit Operation Golden Job (OT: Huang jin xiong di) wagt sich nun Schauspieler, Stuntman und Regisseur Kar Lok Chin (Mou man tai 2) an das vergangene Markenzeichen Hongkongs: Dem Heroric Bloodshed. Mit jeder Menge Star-Unterstützung, unter anderem Ekin Cheng, Jordan Chan, Michael Tse, Jerry Lamb, Eric Tsang, Billy Chow, Kino-Legende Yasuaki Kurata, sowie Jackie Chan als ausführenden Produzenten, soll dabei mit jeder Menge Gewalt, Intrigen, Rache, Bruderschaft sowie Familie ein wahres Action-Feuerwerk entstehen. Und ja, Operation Golden Job gibt von Beginn an Vollgas und möchte seine Zuschauer in den Sitz pressen, nur schade, dass abseits der Explosionen zu wenig übrigbleibt.

Dies liegt vornehmlich daran, dass Operation Golden Job seinen Fokus erst zum Ende des Films finden. So beginnt die Geschichte der fünf Brüder vor allem in erster Linie als Heist-Movie, inklusive Klischees und klassischer Motive. Zwar bekommen die meisten Charaktere dabei – auch dank eines tollen Humors – ein passendes Profil, doch das Stylisch aufgepeppte Szenario will sich wenig authentisch anfühlen. Kleine Sprünge nach Afrika (Stichwort China als Heilbringer) sowie nach Bukarest, drehen ordentlich am Tempo, während der Film lange nicht weiß, wo er eigentlich hinwill. Zumindest an der Inszenierung gibt es aber wenig zu bemängeln: Rasante Verfolgungsjagden (trotz CGI), jede Menge Shootouts und reichlich Explosionen lassen kaum Zeit zum Nachdenken. Zudem wird das gezeigte gewohnt zackig durchchoreografiert und mischt sich zusammen mit Martial-Arts-Einlagen zu einem guten B-Actioner. In der Mitte von Operation Golden Job wartet jedoch ein klarer Bruch, der dann die zweite Hälfte des Films einläutet: Dem Heroric Bloodshed.

Fortan steht nicht mehr ein gut ausgetüftelt – und ebenso fantasievoller wie überdrehter – Heist im Vordergrund, oder gar ein gesichtsloser Geheimdienst, welcher fremde Staaten mit Gold in den Abgrund stürzen möchte (interessant hierbei ist, dass dies durch die Zensurbehörde ging), sondern Familie, Ehre, Bruderschaft und natürlich im klassischen Genre-Sinne: Rache und Verrat. Dies gelingt Operation Golden Job trotz einiger Klischees und etwas zu dick aufgetragener Drama-Elementen auch sehr gut, wirkt angesichts des bislang erzählten aber wie ein zweiter Film. Das ausufernde, aber dafür sehr spektakuläre Finale, rundet diesen Gesamteindruck indes ab: Fortan wird geschossen, getötet, in Slow-Motion von Deckung zu Deckung gesprungen und alles in die Luft gejagt, als wenn es kein Morgen mehr gibt. Kreativ, spaßig sowie vor allem vollkommen Over The Top und damit definitiv ein kleines Highlight für Genre-Fans. Zudem schaffen es die Darsteller – unter anderem ein gelungener Cameo von Yasuaki Kurata – dem Film vor dem Mittelmaß zu bewahren. Zwar erwartet den Zuschauer hier kein The Killer oder gar Hard Boiled, aber immerhin kurzweilige Unterhaltung mit einem hohen Gewaltgrad und Fragen nach Moral, Gier und Hoffnung.

Fazit

„Operation Golden Job“ fehlt über weite Strecken hinweg ein klarer Fokus: Überdrehter und spektakulärer Heist-Movie oder doch ein dramatischer wie brutaler Heroric Bloodshed? Kar Lok Chin kann sich in seinem Film nicht ganz entscheiden und geht lieber auf Nummer sicher. Alles wirkt stylisch, durchchoreografiert, temporeich und bietet kaum Luft zum Atmen. Wenn es dann doch einmal eine Paus gibt, bricht der Film aber aufgrund fehlender Tiefe stark ein. Was bleibt ist dafür aber ein kleines Genre-Highlight für Fans von schnörkelloser wie stylischer Hongkong-Action.

Autor: Thomas Repenning

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