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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Heysel-Stadion Brüssel, Mai 1985. Die 30-jährige Marie, Tochter und Pressesprecherin des Brüsseler Bürgermeisters, besucht mit ihren Eltern das Europapokalfinale zwischen Juventus Turin und dem FC Liverpool. Der 31-jährige Luca Rossi berichtet für das italienische Fernsehen aus dem Stadion. Er wird von Verwandten begleitet, die aus Italien angereist sind. Schon vor dem Anpfiff kommt es zu schweren Ausschreitungen unter den Hooligans. Dutzende Menschen sterben, Chaos bricht aus. 

Kritik

Die Bilder, die Teodora Ana Mihai (La civilin ihrem angespannten Historienstück in Form authentischer Archivaufnahmen und nachgestellter Szenen heraufbeschwört, haben sich tief ins kollektive Gedächtnis der Ära eingebrannt. Tote und Verletzte liegen zwischen Trümmern einer eingestürzten Wand des titelgebenden belgischen Fußballstadions. Am 29. Mai 1985 verloren 39 Menschen ihr Leben, über 600 wurden teils schwer verletzt. Dennoch fand das Fußballspiel des Europa Cup Finale statt. Das menschliche Versagen und die institutionellen Mechanismen hinter der skandalösen Fehlentscheidung stehen im Fokus der analytischen Rekonstruktion. 

Reale und fiktive Nachrichten-Schnipsel, Blicke hinter die Kulissen des gefährlich maroden Stadions und eine Handvoll repräsentativer Figuren arrangiert die belgisch-rumänische Regisseurin zu einer konzisen Chronik des Desasters. Marie Dumont (Violet Braeckman), die als Tochter und Pressesprecherin des Brüsseler Bürgermeisters als einzige Frau in einer Entscheidungsposition Zugang zu der Männerdomäne hat, etabliert sich als zentrale Figur der straff gespannten Handlung. Jene folgt Marie sowie dem italienischen Journalisten Luca Rossi (Matteo Simoni, Weil der Mensch erbärmlich istdurch die von gewalttätigen Ausschreitungen überschatteten Stunden vor dem Anpfiff. 

Zwischen familiärem Pflichtgefühl und öffentlicher Verantwortung hin und hergerissen, muss die junge Protagonistin als moralische Konstante die Interessen von Sponsoren und drohende Publikums-Randale gegen ethische Integrität abwägen. Gegenüber ihrer Insider-Perspektive verkörpert Rossi den Außenblick, der durch persönliche Verbindungen zu den überwiegend italienischen Opfern selbst involviert ist. Die persönliche Dimension professioneller Prioritäten wird zum emotionalen Momentum der konzisen Inszenierung, die eine reißerische Ausstellung der Verheerung bewusst umgeht. Blutige Details bleiben rar in dem kondensierten Katastrophen-Drama, dessen konkrete Kritik simplifizierte Schuldfragen revidiert. 

Fazit

Mit „Heysel 85“ befasst sich Teodora Ana Mihai nach ihrem vielbeachteten Debüt-Film La Civil erneut mit einem kontroversen historischen Sujet. Das Zusammenspiel einer Reihe unvorhergesehener Faktoren, verschärft durch Zeitdruck und Angst vor noch massiverer Gewalt enthüllt das fatale Risiko kommerzieller Großveranstaltungen. Klaustrophobische Kamerabilder vermitteln Chaos und Panik innerhalb des labyrinthischen Schauplatz. Braeckmann verbindet äußere Entschlossenheit und innere Verunsicherung zum prägnanten Porträt einer Frau im Ringen mit festgefahrenen Strukturen. Zeitkolorit und die Kombination verschiedener Film-Formate schaffen eine dynamische Optik, die  kulturelle Aufarbeitung über spekulatives Sentiment stellt. 

Kritik: Lida Bach

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