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Eine kleinlaute Restaurantangestellte entdeckt dank eines kuriosen Landstreichers, dass sie Superkräfte hat, und enthüllt eine gewaltige Verschwörung.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Hightech und Höchhäuser, Philanthropen und Meisterdiebe, Schicksalsschläge und Maskeraden. Wenn es um Superhelden geht, gibt es nicht erst seit dem Siegeszug von Marvel und DC auf der Kinoleinwand, klare Erwartungen, die wir an die Geschichten und die Figuren haben. Sein wir ehrlich, wir verbinden mit Superhelden vor allem die USA, immerhin kommen die bekanntesten und erfolgreichsten Filme mit den vorbildhaften Figuren aus der Traumfabrik und durchlaufen vor ihrer Veröffentlichung wahrscheinlich so viele Polituren und Bearbeitungen, das es keinen natürlichen Fitzel Natürlichkeit mehr gibt. Bei Freaks - Du bist eine von uns ist das anders.

Freaks - Du bist eine von uns ist eine Koproduktion von Netflix und dem Kleinen Fernsehspiel des ZDFs, eine Sendereihe des öffentlich-rechtlichen Senders, welches in der Vergangenheit bekannten Filmemachern wie Tom Tykwer oder Fatih Akin eine frühe Bühne lieferte. Aus dieser Zusammenarbeit entsprang nun der Superheldenfilm, der im Grunde durchaus eine klassische Geschichte erzählt, jedoch nicht in einer Metropole oder futuristischen Welt spielt, sondern in einer deutschen Kleinstadt und statt gut trainierten Postermenschen sind es Alltagspersonen, die entdecken, dass sie über besondere Fähigkeiten verfügen, die durch eine geheime Organisation und Tabletten allerdings unterdrückt werden.

Im Fokus der Geschichte steht Wendy, eine Frau Mitte 30. Die schuftet tagsüber in einer Tankstelle an der Fritteuse, leidet sich tagtäglich durch die Unterdrückungen ihrer Chefin, bangt um die Existenz ihres Reihenhauses und lebt ansonsten ein eher alltägliches Leben mit ihrem Mann und Sohn. (Die Königin der Nacht) verkörpert Wendy mit nüchterne Natürlichkeit. Sie ist kein Püppchen, aber auch keine Amazone. Als ein seltsamer Obdachloser (, Das perfekte Geheimnis) ihr rät, ihre Pillen nicht mehr zu nehmen, ist dies der Beginn für Wendy, sich selbst und ihre verborgenen Kräfte zu entdecken und für den Zuschauer der eigentliche Startschuss für diesen geerdeten, kleinen Superheldenfilm, dessen Anderssein hauptsächlich auf sein Setting und die Figuren zurückzuführen ist.

Was Club der roten Bänder-Regisseur und Drehbuchautor Marc O. Seng (Einer wie Bruno) nämlich ganz wunderbar gelingt ist es, seinen Netflix-Film authentisch wirken zu lassen. Hier ist alles immer mindestens zwei Nummern kleiner, als wie bei Iron Man, Batman und all den anderen großen Helden. Wenn hier Kräfte eingesetzt werden, dann geschieht dies schon mal außerhalb der Kamera. Wer also großes Getöse mit noch größeren Effekten und Gesten sucht, ist bei Freaks - Du bist eine von uns ganz klar beim falschen Film. Das hat etwas ungemein erfrischendes, auch wenn der Film letztlich auch nur wieder bekannte Versatzstücke wiederkäut.

Es ist vor allem Cornelia Gröschel zu verdanken, dass es interessant und einnehmend ist, Wendys Wandlung zu beobachten. Die Geschichte geht dabei einen sehr geradlinigen Weg und bis auf eine Charakterwandlung, die viel zu plötzlich und seltsam abrupt geschieht, bietet Freaks - Du bist eine von uns auch keine ernsthaften Überraschungen, was nicht unbedingt als Kritikpunkt gemeint ist. Es ist nur so, dass der Film immer dann am besten ist, wenn wir Wendys Entwicklung beiwohnen. Wenn diese erst einmal abgeschlossen ist, wird es leider etwas fade und kommt zu einem Ende, dessen Offenheit für ein mögliches Sequel zwar verständlich ist, aber auch dafür sorgt, dass sich Freaks - Du bist eine von uns  seltsam inkomplett anfühlt.

Fazit

"Freaks - Du bist eine von uns" ist "X-Men" in der deutschen Vorstadt. Dank einer tollen Hauptdarstellerin und dem Verzicht auf großes Spektakel kann der Film von Netflix und dem ZDF durchaus Freude bereiten, wenn man gewillt ist über ein paar Macken hinwegzusehen und nicht die großen Superhelden-Kracher aus Hollywood als Vergleichswert heranzieht.

Autor: Sebastian Groß

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