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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Lea hat sich bei einer Gesangs-Castingshow beworben. Der Redakteur fragt: „Wer bist du und was macht dich aus?“ Lea weiß es nicht. Und beginnt, nach einem passenden Ich zu suchen. In ihrem thüringischen Heimatort wird gerade das Museum kostspielig aus EU-Töpfen saniert und die Pension im Besitz ihrer Familie kämpft ums wirtschaftliche Überleben. Leas Familie, das sind ihre Eltern Matze und Rieke – frisch getrennt, da Rieke von einem anderen Mann schwanger ist, und noch recht ungeübt in den neuen Familienverhältnissen. 

Kritik

Fast hat der deutsche Verleih-Titel Eva Trobischs mäandernden Familienporträts etwas unbeabsichtigt Ironisches, und dies nicht unbedingt im schlechten Sinn. Die lose verbundenen Geschichten der drei Generationen einer thüringischen Familie, deren privilegierter Provinz-Alltag eine Phase von Abschlüssen und Neuanfängen durchläuft, sind alltäglich, vertraut und ein bisschen banal. Aufschlussreich, wenn sich die an ihnen die familiären Muster und verstiegenen Aspirationen der Mittelschicht ablesen und untersuchen lassen; ermüdend, wenn sie vergebens nach psychologischem Tiefgang suchen. 

Behutsam komponiert die Regisseurin und Drehbuchautorin intime Episoden von der Suche nach mehr und der Sehnsucht, der trotz kleinerer finanzieller Hürden bequemen Belanglosigkeit der gutbürgerlichen Existenz zu entkommen. Die jugendliche Lea (Frida Hornemann) wird mit der Leere des eigenen Seins denkbar direkt konfrontiert, als ein Casting-Agent für eine Talentshow sie fragt, was sie ausmache. Ohne passende Antwort begibt sich die selbstbewusste Protagonistin auf eine Identitätserkundung, die im Stillen auch ihre Verwandtschaft betreibt. 

Ihre Großeltern sehen ihren Hotelbetrieb langsam eingehen. Vater Matze (Max Riemelt, Es geht um Luis) kann sich von seiner Ex-Frau nicht richtig lösen. Mutter Rieke (Gina Henkel) erwartet ein Kind von einem neuen Partner und Leas Tante Kati (Eva Löbau, Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße) muss sich als historische Kuratorin unmittelbar mit deutscher Geschichte befassen. Das episodische Ensemble-Stück plätschert gemächlich dahin, ohne punktuell interessanten Einblicke zu vertiefen. Etwa die rechts-konservativen Sympathien Leas Großeltern oder der prätentiöse Pseudo-Aktivismus Katis Sohnes. Eine Momentaufnahme mit spärlicher Subtanz. 

Fazit

Wer sie sein wollen und sind, dass fragen sich die Handvoll Figuren Eva Trobischs Multi perspektivischen Familienporträts so lange, bis die Antworten Nebensache scheinen. In naturalistischen Kameraaufnahmen zeigt der pittoreske Plot die determinierende Rolle von Herkunft und Zugehörigkeit im Selbstverständnis einer normativen Mittelschicht. Kritische Reflexion deren konformer Strukturen bleibt in der unentschlossenen Milieu-Skizze ebenso aus wie Humor und ernsthafte Konflikte. Wo politische Relevanz aufblitzt, wird sie sogleich verdeckt. So brav-beliebig wie die Popsongs der Protagonistin.

Kritik: Lida Bach

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