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Ex-Marine Earl ist bereit, alles zu tun, um seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen. Der psychopathische Crystal Meth-Dealer `Chainsaw‘ Angus hinterlässt eine Spur des Todes, wo auch immer er auftaucht. Und seine geheimnisvolle Schwester Delia hat nichts mehr zu verlieren. Die Wege dieser drei Menschen kreuzen sich beim jährlich statt findenden, drei Tage andauernden illegalen Bare-Knuckle-Fight Donnybrook. Auf dessen Sieger wartet ein Preisgeld von 100.000 Dollar und ein besseres Leben. Und auf den Verlierer der Tod.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Vor gut drei Jahren setzte Regisseur Tim Sutton (Pavilion) mit Dark Night eine durchaus beachtliche Duftmarke seiner künstlerischen Qualitäten. Lose basierend auf dem Amoklauf von Aurora aus dem Jahre 2012, bei dem der damals 24-jährige James Eagan Holmes in Batman-Montur die Vorstellung von The Dark Knight Rises stürmte und 12 Menschen tötete, fertigte der Film eher das bedrückende Porträt einer amerikanischen Vorstadt an, in der zwischenmenschliche Entfremdung zum Katalysator einer apokayptischen Gegenwartsbeschreibung wurde. Mit Donnybrook – Below the Belt, der Adaption des gleichnamigen Romans von Frank Bill, knüpft Tim Sutton nun an die von Hoffnungslosigkeit durchzogene Stimmung seines vorangegangenen Werks an und zeichnet erneut ein von Zuversicht verlassenes Amerikabild nach, in dem sich inmitten all der Verzweiflung und Leere immer wieder Momente ungekünstelter Schönheit entdecken lassen.

Ex-Marine Earl (Jamie Bell, Billy Elliot – I Will Dance) möchte seiner Familie eine Zukunft jenseits der Armut ermöglichen. Und um dieser Unterschichtsverelendung zu entkommen, die Earl seit jeher sein Leben nennt, gibt es nur eine Chance: Man muss die Faust ballen und einen härteren Schlag als alle anderen beweisen. Donnybrook – Below the Belt offenbart uns einen düsteren Einblick in ein von Tristesse betäubtes Land. Jede Seele scheint hier eine verlorene zu sein. Von der Gesellschaft aussoriert und vergessen, sozial verwahrlost, zwischenmenschlich ruiniert. Mit Anfang 20 ist man bereits an einem Punkt angekommen, sich den Pistolenlauf einfach in den Mund zu schieben und abzudrücken. Einen Ausweg sieht Earl nur in der Teilnahme an einem illegalen Bare-Knuckle Fight, auf dessen Sieger ein Preisgeld in der Höhe von 100.000 Dollar wartet.

Wo das DVD-Cover sowie die Synopsis einen waschechten B-Reißer suggerieren wollen, unterläuft Regisseur Tim Sutton diese fehlgeleitete Erwartungshaltung während der etwas mehr als 100-minütigen Laufzeit sehr gezielt – der eigentliche Käfigkampf, auf den letztlich alles hinausläuft, nimmt kaum mehr als fünf Minuten in Anspruch. Stattdessen konzentriert sich Donnybrook – Below the Belt auf die vom Schicksal unberücksichtigten Existenzen im Zentrum des Geschehen. Sie träumen von einem Neuanfang, ihrer Herkunft aber können sie letztlich nur selten entkommen. Tim Sutton führt den Zuschauer allerdings nicht nur geradewegs in das Herz der Finsternis, sondern erkennt auch in dunkelster Stunde die Aufrichtigkeit eines Vaters, der all den Schmerz der Welt auf sich nehmen würde, um seiner Familie eine Chance auf ein positives Morgen zu schenken. Ein brutaler und im gleichen Moment zärtlich-zurückgenommener Abstieg in die Graustufen des Lebens.

Fazit

Wer hier einen astreinen B-Klopper erwartet, wird enttäuscht. "Donnybrook – Below the Belt" ist vielmehr Sozialdrama und überzeugt durch die intensive Beobachtungsgabe seites Tim Sutton, der hier ein vom Schicksal benachteiligtes Milieu nachzeichnet, in dem nicht nur soziale Verelendung, sondern auch zwischenmenschliche Aufrichtigkeit zu entdecken ist. Gut gespielt und stimmungsvoll inszeniert, darf sich "Donnybrook – Below the Belt" dann doch als kleine Überraschung im DTV-Sektor beschreiben lassen.

Autor: Pascal Reis

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