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Quelle: themoviedb.org

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Inhalt

Das Känguru zieht bei seinem Nachbarn, dem unterambitionierten Kleinkünstler Marc-Uwe, ein. Doch kurz darauf reißt ein rechtspopulistischer Immobilienhai die halbe Nachbarschaft ab, um mitten in Berlin-Kreuzberg das Hauptquartier der internationalen Nationalisten zu bauen. Das findet das Känguru gar nicht gut. Es ist nämlich Kommunist. (Äh ja, das hatte ich vergessen zu erwähnen.) Jedenfalls entwickelt es einen genialen Plan. Und dann noch einen, weil Marc-Uwe den ersten nicht verstanden hat. Und noch einen dritten, weil der zweite nicht funktioniert hat. Den Rest kann man sich ja denken. Vier Nazis, eine Hasenpfote, drei Sportwagen, ein Psychotherapeut, eine Penthouse-Party und am Ende ein großer Anti-Terror-Anschlag, der dem rechten Treiben ein Ende setzen soll. Nach einer wahren Begebenheit.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Regisseur Dani Levy (Berlin, I love You) stand vor einer nicht gerade einfachen Aufgabe: Wie adaptiert man eine Ansammlung fiktiver Alltagsskizzen, die vor allem durch ihren trockenen Schreibstil zu überzeugen wusste? Wie visualisiert man ein Känguru so, dass es in der Großstadt Berlin wie ein ganz normaler Freund neben dem Protagonisten durch die Straßen schlendert? Wie zieht man durch die deutlich loseren Szenarien der Bücher einen roten Faden? Und wie schafft man es dabei noch dem oftmals still-ironischem Humor der Werke gerecht zu werden? Der mittlerweile ziemlich große Kleinkünstler Marc-Uwe Kling, der die Bücher verfasste und den halbfiktiven Hauptcharakter in ihnen einnahm, nimmt sich hier hinter der Kamera zurück und zeichnete sich für das Drehbuch verantwortlich. Gemeinsam mit Levy galt es eine dramaturgische und visuelle Schnappspralinenpackung für das Känguru zu finden. 

Im Kern geht es dabei um die Freundschaft zwischen dem schrillen, kommunistischen Känguru und dem unmotivierten - aus mangelnder Alternative alltagsanarchistischen - Kleinkünstler Marc-Uwe, der wunderbar von Dimitrij Schaad (Asphaltgorillas) verkörpert wird. Schaad gelingt es, die anteilnahmslose und verpeilte Art Marc-Uwes darzustellen, die einen Großteil des humoristischen Reizes ausmacht. Die recht frische Freundschaft zwischen den beiden steht vor einer frühen Herausforderung: Ein rechtspopulistischer Trump-Verschnitt möchte halb Kreuzberg abreißen, um ein Hauptquartier für global vernetzte Nationalisten zu errichten. Das gilt es natürlich aufzuhalten - dem Kiez zu Liebe und den kernigen Menschen, die uns der Film über die Lauflänge hinweg vorstellt. 

Auffällig ist dabei, wie liebevoll die Vorlage adaptiert wurde und wie viel der Film für seine Charaktere übrig hat: Neben clever eingewobenen Buch-Details sind es die Unterhaltungen vor dem Späti, das herrschende Chaos in der WG, die Kneipengespräche und gedanklichen Ausuferungen, die die Känguru-Chroniken liebenswert machen. Die Chemie zwischen dem dynamischen Duo trifft den Ton der Vorlage so gut, dass es mit der Zeit kaum noch störend erscheint, dass das Känguru zu Beginn noch wie ein visueller Fremdkörper wirkt. Darüber hinaus macht sich Levy größte Mühe das Kiez-Geschehen in Berlin-Kreuzberg zwischen Mate trinkenden Langzeitstudenten und jenen, die es immer werden wollten, mit den glatt gebügelten Immobilienhaien zu kontrastieren. 

Versteckt unter dem Deckmantel der (Selbst-)Ironie bedient der Film damit leider auch allzu oft langweilige Stereotype, die ungefähr so politisch sind wie ein "FCK AFD"-Aufkleber an einer Straßenlaterne oder ein Witz über Trumps Haar. So wirken gerade die Charaktere auf der Gegenseite wie schlechte Memes, die man hunderte Male in besserer Ausführung gesehen hat - unzählige Filmreferenzen tun hier ihr Übriges. Trotz des amüsanten Szenarios des Kiez-Aufstandes wirkt die Erzählung nach hinten hinaus stark abgedroschen und vorhersehbar. Verschlimmert wird dieser Zustand durch die visuelle Ästhetik, die weder der Originalität des Kiezes, noch der gruseligen Glätte auf der Gegenseite gerecht werden kann und von ironischen Einfällen durchbrochen wird, die mal amüsant erscheinen, oftmals jedoch ins Leere gehen. 

Fazit

"Die Känguru-Chroniken" ist sicherlich nicht der ganz große Wurf, dazu ist er trotz aller ironischer Scheinbrüche zu formelhaft und plakativ geraten. Allerdings liefert der Film ein einfühlsames Kiez-Porträt mit Liebe zum Detail, das von der humoristisch aufgeladenen Chemie der beiden Protagonisten getragen wird. 

Kritik: Maximilian Knade

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