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Der Jugendliche Taira streift durch seine Stadt und begibt sich wahllos in Schlägereien mit Fremden. Dabei schafft er sich aber nicht nur Feinde, sondern auch Anhänger und zieht so immer  mehr Menschen in einen Strudel aus sinnloser Gewalt.

Kritik

Ab und an gerät man als Kritiker in die schwierige Situation eine Menge Qualitäten an einem Film zu erkennen und ihn trotzdem für schlecht befinden zu befinden. Destruction Babies hat unabstreitbar Qualitäten. Er muss sie haben. Immerhin hat er nicht umsonst einen Preis für den besten Nachwuchsregisseur in Locarno gewonnen. Leider ist dieses Maß an Qualität nicht gleichmäßig auf alle Bereiche des Films verteilt.

In der ersten halben Stunde kann der Film noch problemlos punkten: Es ist ziemlich auffällig, dass man sich scheinbar viel Mühe gegeben hat, Sets und Einstellungen farblich zu koordinieren. Das geschieht mitunter auf so eindrucksvolle Weise, dass man an Jim JarmuschsPaterson denken muss, dessen Anfang ebenfalls von den Farben Blau und Rot dominiert wird.

Yuya Yagira schafft es auch den gewaltgeilen Taira so zum Leben erwecken, dass er extrem und stellenweise sogar dämonisch erscheint, ohne dabei jemals ins komisch Überzeichnete zu verfallen. Er stellt eine Figur dar, die in ihrer Unaufhaltsamkeit beeindruckend ist, auch wenn sie moralisch absolut verkommen ist.

Auch die Kampfszenen sind ziemlich gelungen. Diese sind nämlich nicht mit der gewohnt sauberen Ästhetik von Martial-Arts-Filmen gedreht, sondern wirken wirklich wie das, was sie darstellen sollen: Rohe, brutale Straßenschlägereien, deren Resultate einen ein anekeln und zurückweichen lassen. Diese Art von schockierender Gewaltästhetik kann brilliant eingesetzt werden, solange sie nicht einfach nur Selbstzweck ist. Wenn man schockierende Gewalt nur einsetzt um zu schockieren, driftet man schnell in die Richtung billiger Folterpornos á la Hostel ab. Ganz so schlimm ist das bei Destruction Babies auf keinen Fall. Es wird sich schon Mühe gegeben, weitere Implikationen zu schaffen, als nur Gewalt zur Abschreckung des Publikums.

Es wird von Anfang an ein schräger und verrohter Status der Gesellschaft dargestellt. Diesem wird zwar hier und da ein neuer Aspekt abgewonnen, aber grundsätzlich wird er ebensowenig wie die Charaktere weiter entwickelt. Und da genau liegt das Problem: Ohne Ursachen zu untersuchen oder eine neue Richtung anzustoßen oder die Figuren eine Verwandlung durchlaufen zu lassen hat man im Grunde nur eine halbe Handlung. Destruction Babies ist damit letztendlich so, als hätte man die erste Stunde von Clockwork Orange auf die doppelte Länge gestreckt und dann aufgehört. Erschwerend kommt noch hinzu, dass sich nach dem Höhepunkt des Films nochmal eine Länge in den Film einschleicht und das Ende dann so pointenlos ist, dass man den Film letztlich eher enttäuscht verlässt.

Fazit

"Destruction Babies" ist auf technischer Ebene klasse ausgeführt. Auch der gewaltsüchtige Taira wird gerade am Anfang herausragend gespielt. Das reicht aber leider nicht aus, um den Film wirklich ansprechend zu machen. Dafür entwickelt sich in Sachen Handlung und Inhalt schlichtweg zu wenig.

Autor: Sören Jonsson

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