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Der rote Kreis, unter diesem Pseudonym agiert ein unbekannter Verbrecher, der wohlhabende Londoner erpresst. Sollten sie auf seine Forderungen nicht eingehend oder sich gar an die Polizei wenden, folgt die Bestrafung in Form ihrer Ermordung auf dem Fuße. Der kurz vor der Pensionierung stehende Ermittler Inspector Parr von Scotland Yard gerät unter enormen öffentlichen Druck. Gemeinsam mit dem gerissenen Privatdetektiv Yale versucht er dem Gangster eine Falle zu stellen, doch gar nicht so leicht, wenn praktisch jeder der Gesuchte sein könnte.

Kritik

Noch während Der Frosch mit der Maske in den deutschen Kinos äußerst erfolgreich lief, begann man bei Rialto schon mit der Produktion des Folgewerks Der rote Kreis. Inhaltlich haben die beiden Edgar Wallace-Adaptionen (wie meistens, aber nicht ausschließlich) nichts miteinander zu tun, dabei handelt es sich um zwei völlig autarke Geschichten. Zunächst hatte man sich die Rechte für diese beiden Werke gesichert, deren großer Erfolg sorgte schließlich für die Fließband-artige Herstellung der noch folgenden 31 Wallace-Filme aus dem Hause Rialto, das nach Der rote Kreis deren Produktion endgültig von Dänemark nach Deutschland verlegte. Der „zweite Teil“ der Reihe gehört sicherlich zu den heute weniger prominenten und über die Jahre nicht mit kleinem Kultstatus versehenen Beiträgen, was sicherlich auch seines geringeren „Glamour-Faktors“ zuzuschreiben ist.

Stahlnetz-Regisseur Jürgen Roland versucht sichtlich einen weniger cartoonesken, deutlich düstereren Krimi zu machen als noch Harald Reinl bei Der Frosch mit der Maske. Auch wenn der Plot natürlich sehr ähnlich aufgebaut ist und es wieder die unvermeidlichen Ingredienzien gibt: Ein mysteriöser, anonymer Over-the-Top Villain; massenhaft Verdächtige, die nach simplen – nichtsdestotrotz effektiven – Whodunnit-Mechanismen mit der Zeit entweder entlastet oder abgemurkst werden und hanebüchene Entwicklungen, die dabei und besonders dadurch Unterhaltungswert und Tempo auf einem konstant stabilem Niveau halten. Man kann über die Wallace-Filme sagen was man will, aber langweilig waren sie selten und wenn, wäre das das ultimative Todesurteil bei dieser speziellen Gattung. Gerade der Versuch es eine Spur „seriöser“ anzugehen steht Der rote Kreis damit nicht unbedingt optimal, obgleich das Vorhaben per se löblich sein mag. Nur in diesem extravaganten Kosmos ist es nicht zwingend förderlich.

Es wirkt wie der leicht gescheiterte Versuch, dem Zuschauer ein X für ein O verkaufen zu wollen, dabei aus dem gleichen Bauchladen auf dem Genre-Rummelplatz. Die Geschichte ist einfach zu überfrachtet und skurril, als dass man es irgendwie zur Seite schieben könnte. Das konnte und durfte Jürgen Roland wahrscheinlich auch nicht und so kommt ein etwas merkwürdiger Hybrid heraus. Der Frosch mit der Maske funktioniert auch heute noch eben weil er sich komplett auf diesen Unsinn einlässt und damit spielt. Der rote Kreis lässt es notgedrungen zu, hat es aber offensichtlich nicht so gerne und daran viel weniger Freude. So wirkt auch Eddie Arent’s üblich ulkige Nebenfigur wie ein erzwungener Kompromiss. An sich ist der Film durchaus unterhaltsam und handwerklich äußerst ansprechend inszeniert, nur die Diskrepanz zwischen echtem „Anspruch“ und dem üblichen Wallace-Unfug mag sich nicht ideal ergänzen. Sorgt aber mitunter für interessante Kombinationen: Speziell das Finale ist beinah lächerlich in seinem Pointen-Overkill, dafür gibt es eine schön zynische Schlusseinstellung, die innerhalb der Reihe ihres Gleichen sucht.

Fazit

Ein etwas polarisierendes Werk innerhalb des eigenen Zyklus: Weniger schillernd, weniger spleenig, sehr ambitioniert und talentiert in der Umsetzung, aber noch weit weg von dem gruselig-cleveren Whodunnit-Thriller, der dem Regisseur vielleicht insgeheim vorschwebte. Somit kein Dauerbrenner, mehr ein durchaus interessanter Versuch, der in der Summe seiner Teile nicht optimal funktioniert.

Autor: Jacko Kunze

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