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Inhalt

George, ein Freund des Profi-Killers Holland, wurde von einem gewissen Dr. Clement Moloch, zu Tode gefoltert, welcher schon mehr als nur ein Menschenleben auf dem Gewissen hat. Von einem Freund nimmt Holland letztendlich den Auftrag an, Moloch zu töten. Eine mörderische Jagd auf die bösen Jungs beginnt und endet in einer stillgelegten Mine...

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Egal, wo auf der Mutter Erde die Hütte mal wieder lichterloh in Flammen stehen mag, es gibt nur eine Person, die aus dem nötigen Holz geschnitzt ist, um dieses Feuer zu löschen: Charles Bronson (Ein Mann sieht rot), der Mann aus Dynamit, ohne Gnade und ohne Nerven. Im Falle von Der Liquidator, bei dem Bronson mal wieder unter der Regie von J. Lee Thompson (Ein Köder für die Bestie) die Fäuste ballen und die Bleispritze durchladen durfte, wird Bezug auf einen damals tagesaktuelle Umstand genommen: Die pro-amerikanische Militärdiktatur in Guatemala. 1983/1984 erfuhr diese nämlich von der Administration unter Präsident Ronald Reagan massive Unterstützung, Menschenrechtsverletzungen standen auf der Tagesordnung, im Namen der Staatssicherheit wurden etwaige Denunzianten bestialisch bis in den Tod gefoltert.

Der Liquidator beginnt in Suriname, wo Molloch (Joseph Maher, Sister Act – Eine himmlische Karriere), der Teufel im weißen Kittel, der von allen nur „Der Doktor“ genannt wird, verschiedenen Verhörexperten aus aller Herren Länder einen Vortrag darüber hält, wie man Geist und Körper von Menschen möglichst effektiv zerstört, nur um kurz darauf vorzuführen, wie meisterhaft er sein Terror-Handwerk doch versteht: Der Journalist Jorge Hidalgo, der Malloch aufhalten wollte, wird zu Tode gefoltert. Der blutüberströmte Körper des sich vor Schmerzen windenden Mannes zeigt sehr adäquat auf, in welche Richtung sich Der Liquidator über eine Laufzeit von 90 Minuten entwickeln wird. Gefangene werden hier nicht gemacht. Erst recht dann nicht mehr, nachdem Holland (Bronson) eingeschaltet wird, um Molloch endlich in die ewigen Jagdgründe zu schicken.

Einerseits aus Rache, denn begleitet wird ihn Jorges ständig jammernde Ehefrau Rhiana (Theresa Saldana, Wie ein wilder Stier), andererseits im Dienste der Menschlichkeit, dem Charles Bronson hier mit Wurfmesser, Revolver und abgesägter Schrotflinte die Ehre erweist. Beachtlich, wenn auch wenig verwunderlich in Anbetracht des hier agierenden Personals, erweist sich im Verlauf der Handlung die fast schon ulkige Gegebenheit, dass J. Lee Thompson über die Figur des Doktors Menschenrechtverletzungen kritisch betrachten möchte, mit Holland aber eine Ein-Mann-Armee ins Spiel bringt, die sich nicht minder menschenverachtend verhält: Der wickelt auch mal den Löschschlauch des Wandhydranten um den Hals eines Fieslings und wirft diesen darauf aus dem zehnten Stock. Einfach nur so, als Zeichen. Strafe muss sein. Fragen bezüglich seiner moralischen Grundsätze kann dieser Holland ohnehin nur belächeln. 

Letztlich hebt sich Der Liquidator, auch im Angesicht des historischen Rahmens, den das Drehbuch letztlich nur aus fragwürdigen Gründen bemüht, nicht aus der Masse obligatorischer Selbstjustiz-Reißer, für die sich Charles Bronson in jenen Jahren mit Vorliebe eingesetzt hat. Allerdings gibt es kaum einen Bronson-Klopper, der derart in die gewalttätigen Vollen geht, wie es Der Liquidator tut. In Sachen unverhohlener Brutalität kann man höchstens noch Death Wish II aus dem Jahre 1982 heranziehen, wohlgemerkt der einzige Teil der Reihe, der immer noch auf dem Index steht. Ansonsten aber erweist sich dieser Vergeltungsfeldzug mitten durch die Verheerungen Lateinamerikas als rustikal-reduzierter, durch und durch grimmig-primitiver Amoklauf eines gnadenlosen Schlächters, der das Prinzip der Gerechtigkeit noch nach seinen eigenen Vorstellung formt.

Fazit

Ultrabrutaler Charles-Bronson-Reißer, der Verletzungen an Menschenrechten kritischen beäugen möchte, aber mit Holland einen Protagonisten aufbietet, der kaum minder menschenverachtend agiert als es der eigentliche Antagonist tut. Das ist primitives, zutiefst grimmiges Vergeltungskino, bei dem Charles Bronson erneut seine stoische Präsenz unter Beweis stellen. Eigentlich kaum zu verteidigen, eher ungeheuerlich. Wer aber einen Faible für diese rustikal-reduzierten Ein-Mann-Amokläufe besitzt, der kommt bei "Der Liquidator" auf seine fragwürdigen Kosten.

Autor: Pascal Reis

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