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Inhalt

Francesco Dellamorte ist Totengräber im italienischen Provinzkaff Buffalore. Zusammen mit dem total verblödeten Gnaghi verbuddelt er hier reihenweise Leichen, um sie dann wenige Tage später erneut zu erschiessen. Denn über dem Friedhof von Buffalore liegt ein Fluch, der die Toten innerhalb von sieben Tagen nach ihrer Bestattung zurückkehren lässt. Eigentlich nimmt Francesco die Sache sehr gelassen hin, doch als dann seine Geliebte als Untote zurückkehrt und er gezwungen ist, sie zu erschießen, verliert er die Orientierung...
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Man soll die Dinge ja nicht nach ihrer Verpackung beurteilen. Im Falle von Dellamorte Dellamore (auch unter den Namen Cemetery Man bekannt) fährt man mit diesem Sprichwort definitiv richtig. Dennoch muss man sich fragen, ob der Verleger bewusst keine Exemplare des Streifens an den Mann bringen wollte oder warum man ein Cover, das eigentlich in den Schmuddelbereich einer Videothek gehört, in grottiger Auflösung verwendet hat. Sei es drum, der Inhalt kann dann doch überraschen.

Der Altmeister Martin Scorsese höchstselbst nennt ihn einen der besten italienischen Filme der 1990er Jahre. Die deutsch, französisch, italienische Coproduktion mit britischem Hauptdarsteller (Rupert Everett) versucht uns die nicht ganz natürlichen Vorkommnisse auf einem italienischen Kleinstadtfriedhof näher zu bringen. Seit geraumer Zeit müssen sich Friedhofwärter Francesco Dellamorte (der Name ist Programm) und sein stumpfsinniger Gehilfe Quasimodo Gnaghi mit den wiedererwachten Verblichenen herumschlagen, die exakt eine Woche nach der Beerdigung leicht faulig aus der Erde emporsteigen und kurzerhand in besagte zurückverfrachtet werden (müssen). In der Kleinstadt Buffalora stößt Fransesco nur auf Spott und Gelächter, sodass er mit seinem Problem auf verlorenem Posten ausharren muss. Der Film lässt sich in grob zwei Hälften einteilen, eine mit und eine ohne Untote, wobei letztere fast schon einen Hauch von Existentialismus verspührt.

Die große stärke des Films liegt in seiner soliden Machart und dem für Genreverhältnisse hohen Budget von 4 Millionen US-Dollar (von denen im Kino legiglich ein Sechzehntel wieder eingespielt wurde). Regisseur Michele Soavi greift tief in die Trickkiste und präsentiert den ein oder anderen überraschenden Effekt, von dem man im Moment des Anblicks des Covers niemals hätte träumen können. Doch die Freude ist ambivalent; bei guter Kostümierung fallen aber auch ein paar Effekte auf, die direkt auf einem Ed Wood-Film hätten stammen können. Stichwort: Angelschnur.

Als besonders kann der bitterböse Humor hervorgehoben werden, der dem Film über die Jahre einen gewissen Ruf mit anhängender Popularität verschafft hat. Sei es ein Bus voller Pfadfinder in Kombination mit einer Klippe oder das Tächtelmächtel zwischen abgetrennten Zombiekopf und hirnlosem Firedhofsgehilfen, man weiß zu unterhalten. Doch dieser Humor kann nur kurzweilig unterhalten. Auch driftet der Film in der zweite Hälfte zunehmend ins Surreale ab, was zwar beabsichtig ist, doch für das Genre befremdlich wirkt. Am Ende bleibt das Gefühl der verpassten Möglichkeiten, der Hauptcharakter als Person wirkt zu uninteressant, um ihm permanent an den Hacken zu kleben.

Fazit

Solide, ein schönes Wort. Hirnpampe ist auch ein Wort und kommt in physischer Form gelegentlich in Dellamorte Dellamore vor. Die Kombination aus diesen beiden Wörter ist, wie könnte es anders sein, solide Hirnpampe, die Genrefans durchaus gefallen kann.

Autor: Magnus Knoll

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