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Tief unten auf dem dunklen Meeresboden liegt das Unterwasserlabor Deep Star Six. Seine Crew ist seit über sechs Monaten unter Wasser - eingeschlossen in die drückende Enge der Tauchstation. Ihr Auftrag ist es, eine Raketenabschussbasis auf dem Meeresgrund zu errichten. Schließlich muss nur noch eine riesige Höhle gesprengt werden. Doch das hätte man besser nicht getan: Durch die Explosion wird ein Teil der Tauchstation zerstört - und es erwacht ein riesiges Unterwasserwesen, wie es die Welt bisher nicht gesehen hat. Und dann droht auch noch der Reaktor der Deep Star Six zu explodieren. Ein erbitterlicher Kampf ums nackte Überleben beginnt...

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Wer war zuerst da: Leviathan, Deep Star Six oder The Abyss? Kurioserweise sind sie allesamt im gleichen Jahr entstanden. Kurios deshalb, weil man sich einfach nicht sicher sein möchte, welcher Produzent hier nun eigentlich von wem geklaut hat – gegenseitig voneinander bedient aber hat man sich definitiv. Wobei The Abyss an dieser Stelle ein Stück weit ausgeklammert werden soll, erliegt Meisterregisseur James Cameron (Avatar – Aufbruch nach Pandora) hier doch weniger dem Anspruch, dem Zuschauer ein kurzweiliges B-Movie vor die Nase zu setzen, sondern erzählt in bester Stephen Spielberg-Manier von einer krisengeschüttelten Partnerschaft, deren zwischenmenschliche Wogen im faszinierenden Tiefschwarz der Meeresgräben nach und nach geglättet werden sollen. Dass Leviathan und Deep Star Six in ihren Ambitionen deutlich beschiedener denken, kann man ihm selbstredend nicht vorwurfsvoll ankreiden.

Das entschlackte Narrativ von Deep Star Six hingegen erweist sich als durchaus sympathisch, weil Kultregisseur Sean S. Cunningham (Freitag, der 13.) damit nicht zuletzt seine Zuneigung für das entschlackte Kolportage-Kino zum Ausdruck bringt und sich gänzlich auf seine High-Concept-Prämisse fokussiert. Fraglos darf sich das Unter-Wasser-Abenteuer aus dem Jahre 1989 auch als Inspiration für den kürzlich erschienenen Underwater – Es ist erwacht mit Kristen Stewart (3 Engel für Charlie) in der Hauptrolle verstehen. Auch dort geht es um ein Forschungsteam, welches mehrere Kilometer unter der Meeresoberfläche in Berührung mit einem prähistorischen Ungeheuer gelangt. So reduziert diese Ausgangslage auch erscheint, so schludrig erscheint der Umgang, mit dem Cunningham die Spannungsregler des düsteren Tauchgangs bedient. Fast zwei Drittel der Handlung nämlich passiert nahezu gar nichts. 

Nach eigenen Angaben war Sean S. Cunningham vor allem daran interessiert, das Gefühl der klaustrophobischen Enge innerhalb der Unterwasserstation zu vermitteln. Herausgekommen ist dabei ein dröges Abfilmen der Kommandozentrale, in der sich weitestgehend funktionale, aber ebenso dröge Figuren damit beschäftigen, eine Raketenrampe auf dem Meeresgrund zu errichten – natürlich alles im Namen der nationalen Sicherheit. Die prähistorische Kreatur wird dabei gnadenlos an den Rand des Geschehens gedrängt und darf höchstens als leuchtender Punkt auf Sonar gelegentlich für Verwirrung innerhalb der Crew zu sorgen. Wirklich an Fahrt gewinnt der submarine Überlebenskampf erst in der letzten halben Stunde, wenn sich nicht nur das Lovecraft-eske (und handgemachte) Design des Monstrums offenbart, sondern Cunningham es sich auf den letzten Metern ebenfalls nicht nehmen lässt, ein ulkiges Freitag, der 13.-Zitat einzustreuen.

Fazit

Mit "Freitag, der 13." hat Sean S. Cunningham maßgeblich dazu beigetragen, das Horror mitzuprägen. Der rigorose Kassenflop "Deep Star Six" war hingegen der Grund, warum sich der Filmemacher für viele Jahre vom Regiestuhl verabschiedete und sich vollends auf die Funktion des Produzenten konzentrierte. Wirklich schlecht ist der submarine Überlebenskampf gegen eine prähistorische Kreatur sicherlich nicht, dem Film geht allerdings genau jenes Qualitätsmerkmal ab, welches seine entschlackte High-Concept-Prämisse verspricht: Tempo. "Deep Star Six" verschwendet zu viel Zeit darauf, sich in der klaustrophobischen Kommandozentrale der Forschungsstation aufzuhalten und macht dabei überdeutlich, dass seine Figuren einfach zu uninteressant sind, als dass sie imstande dazu wären, diese Abschnitte adäquat zu füllen. Wenn schließlich das Lovecraft-esk designte Urzeitmonstrum erscheint, generiert Sean S. Cunningham durchaus solide Kurzweil – und zu einem ulkigen "Freitag, der 13."-Zitat lässt sich der Kultregisseur ebenfalls noch hinreißen.

Autor: Pascal Reis

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