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Die Erde bebt und die Gefühle brodeln. Gerade noch war für Paolo und seine Freund*innen das neue Nintendo-Spiel das Aufregendste im Leben, und die gelegentlichen Stromausfälle, verursacht durch den nahe gelegenen Vulkan Pinatubo, stellten ihre größte Sorge dar. Doch schon bald wirbeln Mädchen mit buntem Haarschmuck, krude Männlichkeitsrituale und eine geheimnisvolle Geisterjagd den Alltag der Clique in dem beschaulichen Vorort von Manila durcheinander.

Kritik

Das ist nicht nur eine Geschichte von Verlust, sondern der Geburt von Charakter im wahren Leben“, kommentier Raya Martin (La ultima pelicula) seine bizarre Mischung aus Sexklamotte und Kinderkomödie. Kann man gelten lassen. Allerdings ist der Verlust lediglich der von kostbarere Lebenszeit, welche das Kinopublikum einbüßt, und die Charaktere, die da geboren werden, sind jüngere Abziehbilder kruder Standardtypen US-amerikanischer Vulgärkomödien. Die Sorte Comedy, in der pubertierende Jungs Wichs-Wettbewerbe machen und Mädchen nur wandelnde Sexobjekte sind.

Die Hauptfiguren sind Paolo (Noel Comia Jr) und seine Kumpel Kachi (John Vincent Servilla) und Gilligan (Jigger Sementilla), die zu Dritt machen, was Teenie-Film-Stereotypen eben so machen: Playboy-Hefte angucken, vollgewichste Unterhosen an die Wand kleben (Körperflüssigkeiten sind ja so witzig) und Nintendo spielen. Die seichte Handlung um Paolos ungelenke Versuche bei der beliebten Shiara (Elijah Alejo) zu landen, spielt nämlich in den 90ern. Eine Dekade, die aus Produzentensicht jeden Film besser macht.

Außer diesen. Voll nostalgischer Zärtlichkeit taucht Martin Chauvinismus, Homophobie und reaktionäre Genderkonzepte in Kunstsonnenschein, der dem Retortenplot den Charme eines TUI-Werbespots verleiht. Vor lauter Mannwerdungsproblemchen übersieht Paolo die romantischen Gefühle seiner Freundin Mimwa (Kim Chloe Oquendo). Die Pseudo-Hauptfigur lernt, das „unmädchenhafte“ Mädchen, die Fußball spielen und Hosen tragen, sich damit bloß unglücklich machen. Zeit für ein Make-Over. So geht Selbstverwirklichung in einer inspirationsfreien Produktion, die ihr Kopieren und Imitieren als Originalität feiert.

Fazit

Wer bei der Prämisse „Jugend im Jahr 1991 auf den Philippinen“ einen Katastrophenfilm erwartet, wird nicht enttäuscht. Da das Budget für einen der größten Vulkanausbrüche des Jahrhunderts nicht reichte, inszeniert Raya Martin ein filmisches Desaster schnöderer Art. Infantile Witze, Ekelgags, eindimensionale Figuren, verkörpert von unambitionierten Darstellern, artifizielle Kulissen und eine apathische Kamera machen die Coming-of-Age-Comedy zum Gegenprogramm dessen, was das Publikum eines A-List-Festivals in der Jugendfilm-Sektion erwartet: Mainstream-Müll.

Autor: Lida Bach

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