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Als Manu Borelli nach einem missglückten Fluchtversuch ins berühmt-berüchtigte Pariser La Sante Gefängnis eingeliefert wird, beginnt er direkt mit der Planung für seinen nächsten Ausbruch. Seine vier Mitgefangenen scheinen dafür brauchbare Komplizen zu sein. Als mit Claude Gaspard ein Gefängnisneuling in ihre Zelle verlegt wird, weihen sie ihn notgedrungen in ihren Plan ein - mit fatalen Folgen

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Dieser Film basiert auf wahren Ereignissen. Ein Umstand, auf den Regisseur Jacques Becker (Wenn es Nacht wird in Paris) erst gar nicht Aufmerksam machen muss, ist er angesichts der Akribie und Präzision des Regisseurs ohnehin gleichgültig. Die Frage danach, ob sich die Geschichte von Das Loch wirklich so zugetragen hat oder doch völlig frei erfunden ist, scheint unnötig, weil der Realitätsgrad und die Bodenständigkeit zu jeder Sekunde suggerieren, dass sie es zumindest könnte. Fünf Insassen in einem Pariser Gefängnis, die Sehnsucht nach Freiheit, ein gar nicht mal so spektakulärer Ausbruchsplan und das titelgebende Loch als Lichtblick am Horizont. Dabei ist der Film jedoch viel mehr als der typische Gefängnisstreifen – oder zumindest etwas Anderes. Dafür sorgen der kammerspielartige Fokus, die zwischencharakterlichen Spannungen sowie nicht zuletzt Beckers gekonnte Regie.

Oftmals wird die Stephen King Verfilmung Die Verurteilten als Referenzmaterial für das Genre zu Rate gezogen. Sicherlich hat der laut IMDB beste Film aller Zeiten seinen Reiz, doch im direkten Vergleich mit Das Loch offenbart sich schnell, wie sich das Werk von Frank Darabont (The Green Mile) oftmals vergeblich an Allgemeinposten und Klischees abmüht. Bei Jacques Becker indes gibt es keine sadistischen Wärter, kein knastinternes Gesellschaftssystem und auch keine Gefühlsduselei. Das Leben im Gefängnis wird als genau das dargestellt, was es ist. Ein von Monotonie und Hoffnungslosigkeit durchsetzter Alltag, in dem Zucht und Ordnung dominieren und jedweder Ungehorsam umgehend mit dem entsprechenden Preis bezahlt werden muss. Von diesem Leben gibt es jedoch reichlich wenig zu sehen, Das Loch spielt fast ausschließlich in der Zelle von fünf Leidensgenossen, welche sich gemeinsam einen Weg in die Freiheit erkämpfen wollen.

Beckers Fokus liegt dabei zweifelsohne auf Details, auf Kleinigkeiten, die gemeinsam ein größeres Bild ergeben. Sein wichtigstes Instrument zum Spannungsaufbau ist dabei der Realismus. Bis zum Abspann wird auf Filmmusik verzichtet, zahlreiche Einstellungen werden minutenlang ohne Schnitt gehalten und auch der Einsatz von Laiendarstellern sorgt für den nötigen Grad an Glaubhaftigkeit. Seine Zuschauer erreicht der Film dabei auf dem kleinsten Nenner, mit einfachen Gefühlen, die jeder nachvollziehen kann. Die Angst erwischt zu werden, der Druck, möglichst leise zu sein und unerkannt zu bleiben. Nur koppelt Becker diese grundlegenden Emotionen an deutlich schwerwiegendere Folgen und dementsprechend komplex werden auch die Beziehungen unter den angeblichen Freunden. Letztlich traut jeder dem anderen eben nur so weit, wie er selbst den größten Nutzen daraus schlagen kann.

Fazit

Im Genre der Gefängnisfilme ist Jacques Beckers Meilenstein „Das Loch“ bis heute unerreicht. Die differenzierte und glaubhafte Darstellung sorgt in Kombination mit Beckers inszenatorischen Mitteln immer wieder für Hochspannung. Ein Film, der seinen Zuschauer regungslos vor dem heimischen Bildschirm erstarren und mehr als einmal die Luft anhalten lässt.

Autor: Dominic Hochholzer

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