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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Alessandra und Valerio treffen zufällig aufeinander. Sie ist eine freie und unabhängige Feministin, die allergisch auf Zusammenziehen und feste Beziehungen reagiert. Er ist ein konventioneller Mensch mit festgefahrenen Ansichten. Trotz ihrer Unterschiede fühlen sich die beiden sofort zueinander hingezogen und beginnen eine leidenschaftliche Beziehung, die sie zum Umdenken bewegt.

Kritik

„Familie ist der Tod der Freiheit.“

Zumindest behauptet es die Mutter der emanzipierten Hauptfigur Alessandra, (Claudia PandolfiThe Bad Guy) die sich von den Männern schon lange nichts mehr sagen lässt. Alessandra lebt ein selbstbestimmtes Leben in ihrer eigenen Wohnung und ihrem eigenen Bett, in das sie die Männer nur zum Sex reinlässt. Durch Zufall lernt sie Valerio (Edoardo Leo, Perfetti Sconosciuti - Wie viele Geheimnisse verträgt eine Freundschaft?) kennen, der das komplette Gegenteil von ihr ist, und schon beginnt das wilde Abenteuer. Das ungleiche Pärchen liefert sich von Anfang an einen Schlagabtausch. Ihre Diskussionen drehen sich um Themen, die in unserer Gesellschaft momentan heiß diskutiert werden: von Gleichberechtigung der Frauen und Engagement für so genannte „Frauenthemen“ bis zum Chauvinismus. Dabei wird kein Vorurteil ausgelassen, zudem ist das Drehbuch voll mit schlagfertigen und urkomischen Dialogen, die sich vollkommen natürlich in die Handlung einfügen. Es geht nicht darum, die aktuelle Thematik um jeden Preis in den Film zu pressen, sondern darum, eine witzige und charmante Geschichte zu erzählen, und das gelingt dem Regisseur Massimilliano Bruno (Kusswechsel 2) hervorragend.

Alle Klischees über Männer und Frauen werden in Amore und Basta! aufs Korn genommen und essenzielle Fragen geklärt, wie z. B. „Sind Frauen intelligenter als Männer?“ Und: „Sind alle Männer Chauvinisten oder nur Valerio und sein Stiefvater?“ Seine Freunde halten Alessandra wiederum für einen feministischen Ökofreak, der sich zu sehr für soziale Gerechtigkeit einsetzt. Das macht Valerio natürlich Angst, weil er mit Alessandra unerwarteterweise ein Baby bekommt, obwohl beide eigentlich zeugungsunfähig bzw. unfruchtbar sind. Das kann schon mal für Aufregung sorgen. Besonders wenn Valerio sich vorstellt, dass sein Kind eventuell eine Tochter wird und sie sich ganz wie ihre Mutter zu einer kiffenden Chaotin entwickelt, die womöglich auch noch zur Pride-Parade geht. Alessandra hat ähnliche Zukunftsängste und stellt sich ihren zukünftigen Sohn als wütenden, fußballliebenden Primaten vor. Diese Fantasieszenen sind sehr witzig und im Grunde sind alle Momente, in denen die beiden sich auf Diskussionen einlassen, ziemlich komisch.

Auch die Geschichte an sich ist recht unterhaltsam und fesselnd, weil sie sich auf die Themen stürzt, die vielen auf der Seele brennen. Wer wollte nicht schon immer wissen, warum die Frauen eigentlich noch mehr wollen, obwohl sie doch schon wählen dürfen? Oder warum ein Mann allein durch sein Geschlecht automatisch dazu prädestiniert ist, ein Arsch zu sein. Bevor empörte Zuschauende auf die Barrikaden gehen, sollte man anmerken, dass alles, was in diesem Film ausdiskutiert wird, mit einem Augenzwinkern zu verstehen ist. Es gibt deswegen gar keinen Grund, sich über die Figuren und ihr Verhalten zu echauffieren. Gerade weil diese Figuren der Gesellschaft den richtigen Weg aufzeigen und verdeutlichen, dass es nicht immer nur den einen richtigen Weg gibt. Es macht viel mehr Sinn, aufeinander zuzugehen, um sich gegenseitig besser zu verstehen. Das Schöne an diesem Film ist jedoch nicht, dass die Figuren letztendlich Kompromisse schließen, sondern dass sie innerhalb ihrer Beziehung immer noch in gewisser Weise sie selbst bleiben können.

So viele Filme mit vermeintlich emanzipierten Figuren enden damit, dass die Frau schließlich die Ansichten ihres Mannes übernimmt, weil es einfacher zu sein scheint und weil die Gesellschaft es nun mal von ihr erwartet. In Amore und Basta! bleibt die Figur der Alessandra sich selbst treu, auch wenn sie sich weiterentwickelt. Auch Valerio ändert sich, ohne seine Persönlichkeit aufgeben zu müssen. Insoweit ist deutlich erkennbar, dass der Regisseur seine Figuren liebt und sie bewusst aufblühen lässt. Er behält den Humor dabei stets im Auge und kreiert eine lustige und zugleich kluge Komödie, die sich der Aufarbeitung der gesellschaftlichen Probleme widmet. Im Endeffekt zeigt der Film, dass Männer und Frauen trotz ihrer ganzen Streitigkeiten und Diskussionen doch einen Konsens finden können, auch wenn im ersten Augenblick die Unterschiede überwältigend erscheinen.

Fazit

Eine kluge und witzige Komödie, die sich gesellschaftskritisch zeigt und heiß diskutierte Themen wie Gleichberechtigung der Frauen und Chauvinismus problematisiert. „Amore und Basta!“ überzeugt mit schlagfertigen Dialogen, Humor und charismatischen Schauspielern, die perfekt miteinander harmonieren.

Kritik: Yuliya Mieland

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