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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Der 14-jährige Eli und die 16-jährige Nina leiden darunter, dass die einst liebevolle Ehe ihrer Eltern zerbrochen ist. Beim Sorgerechtsstreit müssen die Kinder vor dem Richter ihre Wünsche, Ängste und Gefühle offenlegen. Nina möchte so schnell wie möglich aus der Familie raus, während Eli will, dass alles wieder so wird wie früher. Ihre Vorstellungen liegen meilenweit auseinander. Der Film besteht aus zwei Teilen und erzählt dieselben drei Wochen zuerst aus Ninas, dann aus Elis Perspektive. In gespiegelten Zeitachsen wird gezeigt, dass dieselben Momente völlig unterschiedlich erlebt, empfunden und verstanden werden können. 

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

In einer Ära, in der mehr Kinder außerhalb traditionalistischer heteronormativer Familienkonstellationen aufwachsen als in ihnen, und mehr als die Hälfte aller Kinder in der EU von Armut bedroht sind, wirkt Mees Peijnenburgs sensitiven Scheidungsdrama mehr wie ein Requiem auf bourgeoise Beziehungsstabilität als eine Studie kindlicher Befindlichkeiten. Zweite bestimmen die persönlichen Perspektiven der konventionellen Handlung, die der jugendlichen Nina (Celeste Holsheimer) und ihrem kleinen Bruder Eli (Finn Vogels) durch die emotionalen Wirren der elterlichen Trennung folgt. 

Maria (Carice van Houten, Lost Girls and Love Hotels) und Jacob (Pieter Embrechts) sind so zerstritten, dass sie kaum ein Gespräch aushalten, ohne in Streit zu verfallen. Trotzdem hofft Eli verzweifelt auf eine Versöhnung, während seine Schwester sich von beiden distanzierst und Stabilität in der Beziehung zu ihrer Freundin sucht. Die unterentwickelte queere Romanze erscheint indes nicht als Gegenentwurf überholter heterosexueller Institutionen, sondern als deren potenzielles Pedant. Weder ergründet noch präzisiert Drehbuchautor Bastiaan Kroeger diese normativierende Nivellierung, die den psychologischen Konformismus der Handlung markiert. 

Die Strukturierung in Kapitel zeigt die angespannte Situation einmal aus Elis Sicht und einmal durch Ninas Augen. Beide spüren auf unterschiedliche Art die destruktive Dynamik zwischen ihren Eltern, die zwischen Egozentrik, materialistischer Kompensation und Verdrängung pendeln. Mangelnde Schärfe mindert das analytische Potenzial dieser dualen Division, die Szenen ohne elementare neue Einsichten wiederholt. So liegt die Stärke Voralpen in den Leistungen des Ensembles, allen voran die natürlichen Jungdarstellenden. Sie vermitteln die Sprach- und Hilflosigkeit angesichts der elterlichen Eskalation, die in vertrauten dramaturgischen Mustern gefangen bleibt. 

Fazit

Mit engen Bildkompositionen und reduzierter Tiefenschärfe unterstreicht Jasper Wolfs konzise Kameraführung die seelische Isolation der kindlichen Hauptfiguren Mees Peijnenburgs dramatischen Dyptichs. Dessen Titel verweist auf den soziologischen Subtext der mittelständischen Milieuskizze, die weniger die individuellen Auswirkungen familiärer Konflikte beklagt, als die Erosion traditioneller Gesellschaftsstrukturen. „Eine Familie“ ist „die Familie“, deren Zerfall mit sparsamen Stilmitteln und zurückgenommener Optik dargestellt wird. Handwerklich sorgfältige Inszenierung und überzeugendes Schauspiel tragen die schlichte Erzählung, der es jedoch an sittenkritischer Substanz und gesellschaftlicher Aktualität fehlt.  

Kritik: Lida Bach

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