Ein imaginiertes Bilbao abseits von Postkarten-Ästhetik wird zur heimlichen Hauptfigur Koldo Almandoz’ soliden Psychokrimis. Txarli Arguiñanos Kamerablick zerlegt den Schauplatz in fragmentierte Räume, industrielle Zonen, nasse Straßen und abblätternde Fassaden. Das marode Setting dient als altbewährte Spiegel sittlichen Niedergangs und systemischer Korruption. Loyalität, Verrat und Verdrängung sind die klassischen Kernmotive in der in entsättigte Grau- und Brauntöne getauchten Welt. Wenig realistisch abgebildet, geben die Motive von Medikamentenabhängigkeit und mentaler Labilität den Mystery-Facetten mehr Resonanz. Der schleppende Erzählton laugt mit der spärlichen Suspense auch das Publikum aus.
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