Erwähnungen
Glen Powell als gefallener Footballstar: Kritik zur Disney+-Serie „Chad Powers“
Von Tiger in Glen Powell als gefallener Footballstar: Kritik zur Disney+-Serie „Chad Powers“
am Freitag, 30 Januar 2026, 20:31 Uhr
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Inhalt
Acht Jahre nach einem unverzeihlichen Fehler, der seine vielversprechende College-Football-Karriere zerstört hat, versucht der talentierte Quarterback Russ Holliday, seine Träume wiederzubeleben, indem er sich für den Außenseiter Chad Powers ausgibt und bei den strauchelnden South Georgia Catfish anheuert.
Kritik
Im Zeitalter der sozialen Medien sind Fehler bekanntlich unverzeihlich, besonders wenn man in der Öffentlichkeit steht. Davon kann die Hauptfigur der neuen Disney-Serie ein Lied singen. Ein kurzer Augenblick der Unachtsamkeit kostet Russ Holiday (Glen Powell, The Running Man) seine vielversprechende Footballkarriere und schon landet er auf dem Abstellgleis. Sein Fehler hallt acht Jahre nach dem Vorfall immer noch nach und es gibt anscheinend nichts, was er tun kann, um sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Doch dann wie aus dem Nichts kommt ihm eine geniale Idee: Er beschließt sich in den liebenswerten und trotteligen Außenseiter Chad Powers zu verwandeln und sich bei einem Footballverein zu bewerben. Dazu verändert er sein Äußeres mithilfe einer Maske und erhält tatsächlich eine Chance auf die er so lange gewartet hat. Wer jetzt denkt: „Das erinnert doch irgendwie an Mrs. Doubtfire“, hat vollkommen recht. Die Serie spielt bewusst auf die ikonische Figur der Mrs. Doubtfire an, die vor vielen Jahren so eindrucksvoll von Robin Williams verkörpert wurde, denn Russ hat die grandiose Idee sich zu verändern, als er ein Plakat von Mrs. Doubtfire sieht.
Insoweit handelt es sich hier schon mal um eine liebevolle Hommage an den Klassiker. Doch man könnte eigentlich noch viel weiter gehen und behaupten, dass Chad Powers auch stark an Tootsie erinnert, an den Film, bei dem Dustin Hoffman einen Schauspieler verkörpert, der sich als Frau verkleidet um eine Filmrolle zu bekommen. Bei Chad Powers verkleidet sich Russ Holiday zwar nicht als Frau, aber als ein Charakter, der ganz weit von seinem Naturell entfernt ist und das sorgt bereits am Anfang der Serie für viele Lacher. Während Russ ein Angeber ist, der gerne in den Clubs feiern geht und einen Sportwagen fährt, ist Chad Powers ein Außenseiter und ein Hinterwäldler, der an eine Mischung aus Forrest Gump und Waterboy erinnert und auch dementsprechend spricht. Russ Holiday legt sich einen lustigen Dialekt zu, während er Chad Powers mimt und sagt lauter Dinge, die für regelrechte Lachanfälle sorgen. Dabei sitzt wirklich jeder Gag und die Gags werden mit Rekordgeschwindigkeit abgefeuert. Und das Lustige daran ist, dass alle anderen Figuren Chad Powers mit dem größten Respekt behandeln und ihm vieles durchgehen lassen, weil er ein großartiger Quarterback ist.
Und an dieser Stelle kommt glücklicherweise noch ein Ass ins Spiel, weil Football nicht nur ein Aufhänger für die Serie ist, sondern die Seele von Chad Powers. Football spielt in dieser Serie tatsächlich eine große Rolle und man darf nicht nur den Trainingssequenzen beiwohnen, sondern auch die genialen Spielzüge bewundern, die nebenbei gemerkt großartig inszeniert sind und es werden allein beim Schauen der Serie so viele Endorphine freigesetzt, als würde man den Ball selbst in die Endzone bringen. Die Serie ist von Anfang an spannend und sie bleibt auch spannend, weil die Täuschung jederzeit aufgedeckt werden kann und, das lässt der Plot einen auch spüren. Das ist allerdings längst nicht alles, was diese coole Serie noch zu bieten hat, denn sie hat auch ihre emotionale Seite, die auf die Frage abzielt, ob Menschen, die einen Fehler machen, eine zweite Chance verdient haben, oder ob sie wirklich bei jedem Vergehen sofort gecancelt werden müssen, nur weil sie in der Öffentlichkeit stehen. Leider gibt es heutzutage so oft eine digitale Hexenjagd und auch damit befasst sich Chad Powers.
Außerdem spielt Liebe und Freundschaft eine große Rolle und die Serie besticht mit der aufwendigen Maske, die Russ Holiday in Chad Powers verwandelt. Im Grunde hält die Serie mit ihren Botschaften nicht hinterm Berg und zeigt bereits mit dem Namen des Footballteams einen Sinn für Humor. Catfish ist ironischerweise eine Person, die sich irgendwo unter falscher Identität anmeldet und einen Lebenslauf erfindet, meistens um andere zu betrügen. Russ Holiday ist also in doppelter Hinsicht ein Catfish. Die Serie spielt auch sehr offensiv auf den Film Sie nennen ihn Radio an, doch im Grunde auch auf jeden anderen Film, bei dem ein unbeliebter Außenseiter, die Chance seines Lebens bekommt. Wer Sportfilme und Filme über Helden mag, die ihre zweite Chance ergreifen, wird Chad Powers lieben! Man schaut diese Serie quasi in einem Zug durch und kann es kaum abwarten, die zweite Staffel zu sehen, die glücklicherweise bereits bestätigt wurde.
Fazit
Diese Serie ist ein Geniestreich und sie wird alle Footballfans und Sportfilmfans unglaublich glücklich machen. „Chad Powers“ gibt von Beginn bis zum Ende ordentlich Gas und bringt den Plot mit Erfolg in die Endzone. Diese Serie erzielt mit ihrem Spannungsaufbau, mit der aufwendigen Maske, mit unzähligen Gags und großartigen Schauspielern nicht nur ein mal einen Touchdown!
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