So wie Leyla Bouzid die überzeugendsten darstellerischen Leistungen an den Rand ihres konventionellen Familiendramas drängt, übergeht der beflissene Plot die relevanten Themen zugunsten seichten Soap-Szenarien. Warme, sonnige Einstellungen, leichter Soundtrack und Lilias und Alice ästhetisierte Leidenschaft bagatellisieren systematisch die politische Verfolgung und soziale Ächtung queerer Neigungen. Patriarchalische Strukturen werden nie in ihrer ursächlichen Wirkung auf Homophobie untersucht. Familiäre Eintracht wertet die hinter der progressiven filmischen Fassade enttäuschend konformistische Handlung höher als individuelle Authentizität. In sonniger Optik und versöhnlicher Atmosphäre wird heteronormativer Traditionalismus zementiert.
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