Nach das "Lehrerzimmer" schärft Ilker Çatak weiter seinen Fokus auf Machtmissbrauch, systematische Schikane und ihre Auswirkungen auf ideelle Überzeugungen. Sein diffiziles Drama über die tiefgreifenden persönlichen und familiären Auswirkungen systemischer Schikane zeigt die künstlerische Freiheit als fragiles Konstrukt, das beständig neu errungen werden muss. Starke Darstellungen, insbesondere von Özgü Namal, verleihen der emotionalen Ebene der konzentrierten Komposition aus Beziehungsdrama und Polit-Parabel ebenso viel Resonanz wie der hochaktuelle Kommentar zu staatlicher Zensur und individueller Verantwortung. Es bleibt nachhaltige Verunsicherung, selbst in hoffnungsvollen Momenten.