Formal ausgefeilt, schauspielerisch intensiv, doch dramaturgisch ermüdend generisch, bietet Léa Mysius‘ angespanntes Kammerspiel mehr Ästhetik und Atmosphäre denn dramatische Kraft. Der ambivalente Blick auf Familie, deren Ideal Verrat und Verbrechen motiviert, doch in der Realität unerreichbare Illusion bleibt, zieht sich filigran durch das finstere Szenario wie das Motiv reuevoller Vergangenheit. Dunkle Blau- und Schwarztöne verstärken die fatalistische Aura Paul Guilhaumes konzentrierter Kamera. Ein desillusioniertes Beziehungsdrama, teils Home Invasion, teils Mystery, teils Thriller, über das Unentrinnbare der eigenen Entscheidungen.