Das inszenatorische Versprechen Tonia Mishialis Spielfilm-Debüts kann ihre zweite Kinoarbeit noch nicht einlösen. Solange die schematische Story sich der Dekonstruktion administrativer Strukturen und repressiver Vorgaben widmet, wächst die ungewöhnliche Frauenfreundschaft in kleinen Gesten wie einem improvisierten Geschenk oder einer fürsorglichen Geste. Derlei unscheinbare Momente sind ungleich kraftvoller als die überkonstruierten Konflikte des zweiten Akts. Der visuelle Kontrast des wortwörtlichen Hoffnungsschimmers am Horizont über dem Meer und dem bedrohlich flackernden Kunstlicht drogenberauschter Sex-Parties spiegelt den dramaturgischen Bruch zwischen einfühlsamen Freundschaftsporträt und spekulativer Soap.
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