Das von Jan-Eric Mack mit Hauptdarstellerin Anna Schinz sowie Nikita Afanasjev und Eva Kienholz verfasste Drehbuch changiert zwischen Mutterschafts-Melodram, Sozialkrimi und Persönlichkeitsporträt. Naturalistische Optik, fokussiertes Schauspiel und ruhige Kameraarbeit kaschieren nur oberflächlich die realitätsfernen Auswüchse der exemplarischen Story. Dass elterliche Qualifikation am Einkommen bemessen wird und Familien aus der Unterschicht einer im bürgerlichen Milieu undenkbaren Reglementierung ausgesetzt sind, wird zum Randdetail des überkonstruierten Plots. Der zeigt das institutionelle Misstrauen gegenüber prekären Lebensumständen als berechtigt. Nicht die sozial marginalisierte Eltern werden rehabilitiert, sondern deren administrative Reglementierung.
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