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jonasson

Kritik von jonasson

Gesehen: September, 2014

In diesem Thriller von Regisseur Baran bo Odar treffen zwei Strömungen des neuen deutschen Films aufeinander: Einmal das schauspielerisch großartige Newcomertalent Tom Schilling (Oh Boy; Unsere Mütter, unsere Väter) und der die Massen begeisternde Elyas M`Barek (Fack ju Göhte). Beide Schauspieler brachten auf ihre Weise Farbe in die deutsche Filmlandschaft. Who Am I - Kein System ist sicher versucht das deutsche Kino dem amerikanischen ähnlicher zu machen, was allein schon der englische Titel verrät. Er überzeugt durch ein feines visuelles Design und trotzdem merkt man, dass es doch nur eine kleine Produktion ist. Die Geschichte ist zumindest spannend inszeniert ud hat einiges an Unterhaltungspotenzial zu bieten. Das Thema an sich gibt definitv Stoff für einen ganzen Film her. Doch warum nimmt man sich hier kein Beispiel an Free Rainer - Dein Fernseher lügt (2007) oder Die fetten Jahre sind vorbei (2004), wo man den Charakteren ideele Motivationen gab? Man hätte den inhaltlichen Gehalt um Meilen steigern können, indem man der Hackergruppe einen Hauch eines Weltverbesserergedankens zuschreiben würde. Zu Unrecht werden sie im Film als die Robin Hoods der Cyberwelt bezeichnet und die Idee, der Wirtschaft Geld zu stehlen und es zu spenden wird innerhalb von Sekunden verworfen. In dieser Hinsicht setzt sich die Strömung von Elyas M´Barek durch, der auch schon in Fack ju Göhte (2013) beweisen konnte, dass eine unnötige Durchmischung von Klischees und Genres dem Mainstream gerecht wird und das Geld sogar bei deutschen Produktionen in der Kasse klingeln kann. Da kann auch ein Tom Schilling mit einer wiederholt exzellenten schauspielerischen Leistung nicht mehr viel rausholen. Hinzu kommt, dass der Film glaubt, ein deutsches Pendant zu Fight Club (1999) zu sein (in einer Szene sieht man sogar ein Fight Club-Filmplakat in Benjamins Zimmer hängen), aber nicht einmal annähernd an diesen heran kommt. Da hilft auch kein verzwicktes, gewollt überraschendes Ende, das vollkommen unrealistisch und überzogen wirkt. Das Ergebnis ist also ein durchaus kurzweiliger Nervenkitzel mit guten Ansätzen, aber keinerlei Antrieb, über hohe Einspielergebnisse hinaus glänzen zu wollen.

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