Nicht nur der Soundtrack erinnert an Alfred Hitchcocks Hauskomponisten Bernard Herrmann. Auch visuell entfaltet Therapy Done Right – Los Dejamos Acá einen ganz eigenen Reiz. Wer sich diesen Streifen im Schwarz-Weiß-Modus ansieht, wird feststellen, dass er dadurch noch einmal deutlich an atmosphärischem Tiefgang gewinnt.
Im Zentrum der Geschichte steht der Therapeut Ulises Veron, dargestellt von dem hervorragenden Ricardo Darín, der längst nicht mehr an seine frommen Ratschläge und intellektuellen Ergüsse glaubt. Er ist vielmehr davon überzeugt, seinen Patienten nur dann wirklich helfen zu können, wenn er aktiv in deren Leben eingreift. Dass diese Ausgangslage reichlich Zündstoff für eine ebenso ungewöhnliche wie unterhaltsame Geschichte liefert, wird schnell deutlich.
Die Inszenierung, die Bildgestaltung und das Gespür für Atmosphäre holen aus dem Stoff einiges heraus, was das Drehbuch nicht immer einzulösen vermag. Hier wäre durchaus noch mehr drin gewesen. Ein wenig verschenktes Potenzial bleibt also, auch wenn der Film seine Qualitäten keineswegs verstecken muss, denn die Besetzung ist schlichtweg fabelhaft. Denn Starautor Martin Bouchard benötigt dringend Hilfe. Und Diego Pertti liefert wie immer ab.
Den Figuren bei ihren psychologischen Verrenkungen und zwischenmenschlichen Verwicklungen zuzusehen, ist ein wahres Vergnügen. Die Darsteller verleihen dieser ungewöhnlichen Therapiesitzung genau jene Würze, die sie braucht. Der Aufbau ist wunderbar und spannend inszeniert.
Therapy Done Right – Los Dejamos Acá ist für mich eine atmosphärisch reizvolle, köstlich unterhaltsame Sitzung auf der Couch des menschlichen Geistes.
Fast jede erzählerische Schraube sitzt fest, und die flotte Inszenierung, Musik und Darsteller machen alles richtig. – und ja, die musikalische Untermalung. Sagte ich schon.
Wer sich auf diese etwas andere Form der Seelenklempnerei einlässt, dürfte bestens unterhalten werden.
Kritik von WilliamWhyler
Gesehen: Oktober, 2026
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