Manchmal sind es nicht die großen Dramen, sondern nur ein Sommer im Leben zweier Jungs, ein Schwimmbad und ein überforderter Kiosk, die einen Film tragen.
„Snack Shack“ von Adam Rehmeier ist eine Coming-of-Age-Komödie, die im Sommer der frühen Neunziger spielt und weniger auf Plot als auf Gefühl setzt. Im Zentrum stehen AJ und Moose, zwei Highschool-Freunde, die mehr Geschäftssinn als Reife besitzen und die Leitung eines Schwimmbad-Kiosks übernehmen. Was nach einer harmlosen Teenie-Komödie klingt, entwickelt sich zu einer erstaunlich ehrlichen Erinnerung an Jugend, Freundschaft und erste Verluste. Und genau das hat mich positiv und sentimental erwischt. Conor Sherry spielt AJ mit einer Mischung aus Übermut und verletzlicher Selbstüberschätzung. Er will groß rauskommen, träumt von schnellem Geld und davon, endlich ernst genommen zu werden. Nick Robinson als Moose ist das ruhigere Gegengewicht, reflektierter, manchmal schon einen Schritt weiter im Erwachsenwerden. Ihre Chemie ist das Herz des Films. Man glaubt ihnen jede hitzige Diskussion, jeden blöden Plan, und jedes Gefühl, zwei Bros die eine fette Jugend in den 90ern feiern. Was „Snack Shack“ von vielen austauschbaren Teen-Komödien unterscheidet, ist der Ton. Der Film ist witzig, ja, teilweise auch derb, aber er kippt nie ins Lächerliche. Zwischen Slush-Maschinen, Freibadleben und Arschbomben schleicht sich eine leise Melancholie ein. Es geht um die letzte Freiheit vor dem Ernst des Lebens. Um den Moment, in dem man merkt, dass nicht jeder Sommer endlos ist.
Visuell fängt Regisseur Rehmeier & Team die Neunziger mit liebevoller Detailarbeit ein. Dialoge, Kleidung, Musik (ein Hammer Soundtrack), diese leicht staubige Farbpalette, alles wirkt organisch und nicht wie nostalgische Kulisse. Kein Retro, sondern echte Erinnerung. Eine Zeit in der es nur das Festnetztelefon gab. Natürlich ist nicht alles perfekt. Der Mittelteil zieht sich stellenweise ziemlich, einige Nebenfiguren bleiben Skizzen. Doch der Film gewinnt gegen Ende an emotionaler Wucht. Ohne kitschig zu werden, erlaubt er seinen Figuren, Fehler zu machen und daran zu wachsen. „Snack Shack“ ist keine laute Komödie, kein Gag-Feuerwerk.
Es ist ein Sommerfilm mit Herz, Humor und einer ehrlichen Beobachtungsgabe für das Chaos der Jugend. Kein Meisterwerk, aber einer dieser Filme, die man am Ende mit einem leisen Lächeln verlässt. Und vielleicht mit dem Gedanken, dass die besten Geschäfte im Leben selten die mit dem größten Profit sind.
Kritik von WilliamWhyler
Gesehen: Februar, 2026
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