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WilliamWhyler

Kritik von WilliamWhyler

Gesehen: Februar, 2026

„Primate“ ist ein Horrorfilm von Johannes Roberts, der sich irgendwo beim Creature-Feature und klassischem Tierhorror bewegt und dabei feinstes Genre-Material abliefert.
In der Ausgangsidee steckt zunächst etwas angenehm Altmodisches. Eine Familie auf Hawaii hält einen Schimpansen als Haustier, friedfertig, fast schon menschlich integriert. Doch als das Tier plötzlich an Tollwut erkrankt, kippt die Situation ins Albtraumhafte. Aus dem vermeintlich harmlosen Ben wird eine rasende Bestie, und eine Gruppe junger Frauen, die eigentlich nur ein entspanntes Wochenende mit Party und Meerblick verbringen wollte, findet sich in einem tödlichen Belagerungsszenario wieder.
Regisseur J. Roberts nimmt sich Zeit, bevor das Chaos ausbricht und es richtig spannend wird. Das Haus an der Klippe, abgeschieden und vom Ozean umspült, wird dabei zur Bühne eines klaustrophobischen Kammerspiels. Gerade diese räumliche Begrenzung erzeugt Spannung. Es gibt kein Entkommen. Die Inszenierung setzt leider etwas zu stark auf die nächtliche Atmosphäre. Doch die Maske des Affen, trägt dafür zum analogen Horrorcharme bei und das Sounddesign ist Erstklassik. Ben ist keinem  CGI-Monsterbaukasten entsprungen, sondern eine greifbare, physische Bedrohung, was dem Film für mich eine gewisse Old-School-Wucht verleiht.
Allerdings bleiben die Figuren leider eher funktional angelegt. Abziehbilder die keinen tieferen Gestus bedienen, doch Johnny Sequoyah, weiß ihre Auftritte zu nutzen. Die Freundesgruppe ist weniger psychologisch ausgearbeitet als dramaturgisch platziert, als Opfer, Konfliktträger und Dussel-dummchen.
Troy Kotsur, der taubstumme Vater, bringt eine kurze emotionale Erdung hinein, doch insgesamt dominiert die Mechanik des Genres richtig gut. Der Film erfindet das Rad nicht neu und läuft bewusst in den Spuren früherer Tierhorrorfilme und hat ihnen dabei ein Facelift verpasst. Für mich ist „Primate“ ein solider, handwerklich liebevoll gemachter Horrorfilm, der vor allem über Setting und Spannung funktioniert.
Ein fast revolutionärer Genrebeitrag und ein atmosphärischer Thriller mit kräftigem Affenbiss. Ein Film, der zeigt, manchmal reicht ein Haus (Der Swimmingpool ist der Hammer), eine Nacht und ein einziger tollwütiger Schimpanse, um den Horror loszutreten.

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