Mit Mercy versucht sich Chris Pratt an einem Echtzeit-Thriller, der in einer nahen Zukunft spielt, in der eine KI über Schuld und Unschuld urteilt. Die Prämisse klingt zunächst nach einem nervenaufreibenden High-Concept-Film. Ein Mann hat nur 90 Minuten Zeit, seine Unschuld zu beweisen, bevor ein automatisiertes Justizsystem sein Urteil fällt. Ein technisch modernes Experiment, das visuell stark auf Überwachungsfeeds, Bodycams und Bildschirmästhetik setzt, dabei mich das alles dann doch eher ermüdet als fesselt. Was als intensiver Echtzeit-Trip gedacht ist, wirkt eher wie ein Streaming-Thriller, der sich zu sehr auf seine Form verlässt und zu wenig echte Spannung erzeugt. Das Drehbuch kratzt an großen Fragen über künstliche Intelligenz, geht aber selten in die Tiefe. Chris Pratt trägt den Film zwar mit gewohntem Einsatz, und viel US Pathos, bleibt aber weniger in Action und mehr am Stuhl gefesselt recherchierend. Rebecca Ferguson als KI-Richterin sorgt für kühle K.I. Präsenz, doch auch ihre Figur bleibt wohl gewollt mehr Konzept als Charakter. Solide besetzt, interessant gedacht, aber letztlich spannungsarm. Ein Thriller, der mehr über Bildschirme erzählt als über Menschen und leider passt das ja gerade genau in unsere Gegenwart. Wer KI-Paranoia und Chris Pratt in einem kompakten „Sc-Fi“ Thriller mag, kann einen Blick riskieren, denn unterhaltsam ist Mercy allemal.
Kritik von WilliamWhyler
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