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WilliamWhyler

Kritik von WilliamWhyler

Gesehen: Juli, 2026

Wenn man auf asiatische „Ballerinas“ mit perfekt durchchoreografierten Kampfeinlagen steht, ist The Furious sicherlich der richtige Film. Mit The Raid oder Ong-Bak sollte man diesen Film allerdings gar nicht erst vergleichen. So ein Vergleich verbietet sich von selbst. Hier ist nicht Wucht, Schmerz oder Authentizität das oberste Gebot, sondern ein bis ins kleinste Detail einstudiertes Bewegungsballett. Ja, die Stunts sind spektakulär. Ja, die Artistik ist beeindruckend. Aber genau darin liegt für mich auch das Problem. Bei fast jeder Kampfszene schimmert die Choreografie so deutlich durch, dass jede Illusion eines echten Kampfes verloren geht. Das ist kein Kämpfen, das ist Ballett mit Fäusten. Jeder Tritt, jeder Sprung und jede Drehung wirkt wie tausendmal geprobt. Mir fehlt das Unberechenbare, das Dreckige und vor allem das Gefühl, dass hier Menschen wirklich ums Überleben kämpfen. Das ist Showkampf mit dem Wunsch einer neuen Kampfkunst, so wirkt es auf mich. Kleine Affenbewegungen und greifen, Werfen, .. Tatsächlich besteht die Handlung auch nur aus einem dünnen Racheplot, der eigentlich nur dazu dient, eine Kampfsequenz an die nächste zu hängen. Dialoge und Emotionen spielen keine Rolle und dienen, wenn, nur seine Action. Mich hat das allerdings völlig kaltgelassen. Weder entwickelt sich Spannung noch irgendeine emotionale Bindung zu den Figuren. Die Geschichte ist austauschbar, viele Momente wirken unfreiwillig komisch oder maßlos überzogen. Selbst die Brutalität entfaltet kaum Wirkung, weil alles wie eine perfekt einstudierte Zirkusnummer aussieht. Und wer hier ernsthaft Parallelen zu Oldboy ziehen möchte, dem gehört wirklich etwas hinter die Ohren. Dort entsteht Wucht durch Inszenierung, Charaktere und Verzweiflung. In The Furious bleibt davon nichts übrig. Hier zählt ausschließlich die Choreografie. Technisch ist das alles beeindruckend fotografiert, mit langen Einstellungen und einer Kamera, die den Darstellern viel Raum gibt, ihre körperlichen Fähigkeiten zu präsentieren. Also Körperspannung haben die, kann man respektieren. Für mich ersetzt perfekte Körperbeherrschung aber keine Dramaturgie und schon gar kein emotionales Kino. Am Ende bleibt für mich deshalb vor allem eines: großartige Artistik, perfektes Timing und jede Menge akrobatische Höchstleistungen. Aber eben kein echtes Feeling. Wer Martial Arts als artistische Kunstform liebt, wird begeistert sein. Wer dagegen die rohe Intensität eines The Raid oder die kompromisslose Wucht eines Ong-Bak sucht, dürfte ähnlich enttäuscht aus dem Kino gehen wie ich. Doch Vorschlaghämmer und Eisblöcke gehen dann doch irgendwie und ab und an erinnert das wirklich an en guten Jacky Chan.

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