Ein namenloser Angestellter verlässt die U-Bahn und folgt dem Schild „Exit 8" – doch der Ausgang ist nicht erreichbar. Er merkt, dass er dieselbe sterile, weiß beleuchtete Unterführung immer wieder durchläuft und stets demselben Mann im Anzug begegnet. An der Wand entdeckt er eine „Anleitung" mit vier Regeln.
Wenn ein U-Bahn-Gang zum Gefängnis wird, und man kennt sie, diese trostlosen Ort in jeder größeren Stadt, da braucht es keine Monster, keinen blutigen Splatter und keinen CGI-Overkill, um beim Zuschauer ein unangenehmes Gefühl auszulösen. Ein paar weiße Fliesen, grelles Neonlicht und ein Ausgang, der nicht näherkommen will, reichen aus, um den Verstand auf eine harte Probe zu stellen.
Wie macht man aus einem simplen Spielprinzip einen abendfüllenden Kinofilm? Schließlich besteht der ursprüngliche Reiz darin, immer wieder denselben Gang zu durchlaufen und kleinste Veränderungen zu entdecken. Was zunächst nach einer recht dünnen Grundlage klingt, entwickelt sich hier zu einem psychologischen Katz-und-Maus-Spiel mit der eigenen Wahrnehmung.
Kazunari Ninomiya verkörpert den namenlosen Protagonisten, der sich zunehmend in seiner ausweglosen Situation verliert. Seine Darstellung lebt weniger von großen Gefühlsausbrüchen als vielmehr von Unsicherheit und dem Versuch, die Kontrolle über eine Situation zurückzugewinnen, die sich jeder rationalen Erklärung entzieht.
Auch Yamato Kōchi als wortkarger Mann mit Aktentasche wird durch seine stoische Wiederkehr zu einer irritierenden Erscheinung, deren bloße Anwesenheit den Gang mit jeder Begegnung unheimlicher macht. - Da wette ich, haben die sich sicherlich ab und an tot gelacht bei den Dreharbeiten, bei diesem Grinsen-.
Die eigentliche Stärke des Films liegt für mich in der Kameraarbeit. Die klinisch ausgeleuchteten Korridore, die symmetrischen Einstellungen und die beinahe sterile Ausstattung erzeugen eine recht fies drückende Atmosphäre. Kawamura macht aus einem alltäglichen Durchgangsort einen Albtraum der Wiederholung. Was im Videospiel durch die eigene Suche nach Anomalien funktioniert, kann im Kino auf Dauer recht öde wirken. Der Film muss seine Spannung nicht nur aus dem nächsten veränderten Detail beziehen, sondern auch aus einer Geschichte. Hinter dem Labyrinth zeichnet sich zunehmend ein menschlicher Konflikt ab, der die Frage nach Verantwortung, Gewissen und den Konsequenzen eigener Entscheidungen aufwirft.
Exit 8 ist für mich ein doch recht ungewöhnlicher Psycho-Horror, der seine Wirkung aus Reduktion statt Reizüberflutung zieht. Ähnlich wie neulich der Film „Backrooms von Kane Parson.
Also, nicht jede Schleife bringt neue Erkenntnisse, doch die sterile Bildwelt und das raffinierte Spiel mit unserer Wahrnehmung bleiben im Gedächtnis.
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